Auch die Kirchenmeile hatte ihren Reiz

26. Juni 2009 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Thüringen

Greiz feierte zum 12. Thüringentag 800-jährige Ersterwähnung der Stadt

Information und ­Unterhaltung:  Mit der Kirchenmeile zum 12. Thüringentag in Greiz ermutigten Christen zum Glauben, boten den Gästen Unterhaltsames und informierten über die vielschichtige Arbeit in den ­Kirchen und ­Gemeinden. Besondere Aufmerksamkeit zog der gelbe Doppelstockbus des Bibelmobils auf sich, in dem sich die Gelegenheit für informative Gespräche bot. Foto: Karsten Schaarschmidt

Information und ­Unterhaltung: Mit der Kirchenmeile zum 12. Thüringentag in Greiz ermutigten Christen zum Glauben, boten den Gästen Unterhaltsames und informierten über die vielschichtige Arbeit in den ­Kirchen und ­Gemeinden. Besondere Aufmerksamkeit zog der gelbe Doppelstockbus des Bibelmobils auf sich, in dem sich die Gelegenheit für informative Gespräche bot. Foto: Karsten Schaarschmidt

Pfarrer Hermann Rose hat Stress an diesem Wochenende. Eine ganze lange Meile muss er koordinieren. Meilen gibt es vom 19. bis 21. Juni viele im ostthüringischen Greiz. 210000 Besucher drängen sich von Freitag bis Sonntag in der ehemaligen Residenzstadt. Sie ist Gastgeber des 12. Thüringentages und feiert unter dem Motto »Greiz hat Reiz« zugleich ihre Ersterwähnung vor 800 Jahren. Und wie bei vorangegangenen Thüringentagen gibt es neben Händler-, Sport-, Landtags- und zahlreichen anderen Themenmeilen auch diesmal eine Kirchenmeile. »Wir wollen, dass Kirche präsent ist bei dem Fest wie im Alltag«, sagt Rose.

Wir, das sind die beiden großen christlichen Kirchen sowie sechs weitere christliche Gemeinden aus Greiz, die unter Federführung von Pfarrer Rose gemeinsam die Kirchenmeile vorbereitet haben. »Es ist ein vielfältiges und ganz buntes Programm geworden, das für jedes Alter etwas bietet«, sagt Rose. Und tatsächlich reicht der Platz vor der Greizer Stadtkirche »St. Marien« kaum aus. Stände der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, der Caritas und der Diakonie informieren über ihre Arbeit, ein Kletterturm fordert Mutige heraus, in einem Strohhaufen suchen Kinder nach Süßigkeiten, die Bruderhilfe stellt die von ihr betreuten Autobahnkirchen vor, ein Eine-Welt-Stand lockt zum Einkauf, an anderen Ständen werden Gäste zum kreativen Gestalten eingeladen, auf einer Bühne präsentieren sich die Gemeinden, singen Chöre, musizieren Bands, wird Theater gespielt, um nur einiges zu nennen. »Wir werden wahr- und unsere Angebote angenommen«, freut sich Rose und auch darüber, »mit den Besuchern der Kirchenmeile ins Gespräch zu kommen, sie zum Glauben zu ermutigen«.

Aufmerksamkeit zieht der gelbe Doppelstockbus auf sich, das Bibelmobil. Hans-Ulrich Idziaschek aus Görlitz reist seit nunmehr 18 Jahren mit dem Bibelmobil durch deutsche Städte. »Die Bibel ist ein Stück Kulturgut, das sollten wir den Leuten sagen«, ist er überzeugt. Wenn Kirche bei einem solchen Fest nicht vertreten sei, fehle ein wesentlicher Teil der Gesellschaft, sagt Idziaschek. Auch er sucht das Gespräch mit den Besuchern. »Wir müssen lernen, Atheisten zu verstehen, um auf deren Befindlichkeiten eingehen zu können, die Zeit der Christianisierung ist zweifellos vorbei, aber nicht die Zeit der Mission«, umschreibt er seine und die Intention mit dem Bibelmobil.
Welch breites Spektrum an Information die Kirchenmeile abdeckt, beweist der Stand des Geraer Kirchbauvereins. Oberpfarrer i. R. Roland Geipel stellt ein gerade angelaufenes, für Gemeinden wie Privatleute interessantes Projekt vor. Unter dem Dach des Slogans »Bewahrung der Schöpfung« werden alternative Energien, vor allem die Sonnenenergie, vorgestellt. Perspektivisch könnten sich Gemeinden, aber auch Privatpersonen in Gera informieren, wie sie zum Beispiel Solaranlagen auf ihren Kirchen- und Gemeindedächern installieren und nutzen können, erklärt Geipel das Projekt, das von der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt wird.

Eine Meile ist lang. Die Gäste des Thüringentages bleiben stehen, halten im Festtrubel einen Moment inne, manche nehmen sich mehr Zeit. »Ich finde es sehr, sehr gut, dass es die Kirchenmeile gibt«, sagt Silvia Kaiser, während sie in einer Auslage christlicher Bücher nach Geschenken Ausschau hält. »Ich habe schon so viel Gutes mit und durch Gott erfahren und möchte, dass auch viele andere Leute Gott kennenlernen.«
Die überaus abwechslungsreiche Kirchenmeile zum 12. Thüringentag in Greiz bot viele Gelegenheiten dafür.

Karsten Schaarschmidt

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