»Ich fühle mich geführt!«

Albrecht Feige aus Ingersleben erhielt das Bundesverdienstkreuz

Thüringens Sozialministerin Christine Lieberknecht ­zeichnet ­Albrecht Feige für ­seinen ­vorbildlichen Einsatz im »Arbeitskreis ­Rumänienhilfe« mit dem Bundesverdienstkreuz aus. 	Foto Frieder Weigmann

Thüringens Sozialministerin Christine Lieberknecht ­zeichnet ­Albrecht Feige für ­seinen ­vorbildlichen Einsatz im »Arbeitskreis ­Rumänienhilfe« mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Foto Frieder Weigmann

Ich fühle mich geführt! Da braucht man über Motivation doch nicht zu sprechen.« Eindeutig und überzeugend beantwortet Albrecht Feige die Frage, warum er seit mehr als zehn Jahren für den »Arbeitskreis Rumänien« der Kirchengemeinden Neudietendorf-Ingersleben (Kirchenkreis Gotha) um Spenden bittet, damit Menschen im fernen Karpatendorf Balanu das Lebensnotwendigste erhalten.

Seinen Urlaub nutzt er dazu, Hilfstransporte nach Rumänien zu begleiten, und seit drei Jahren schaut er wöchentlich zu den Saisonarbeitern nach Gierstedt, die aus Balanu kommend hier im Sommer das Obst pflücken, um mit dem schwer verdienten Geld ihre Familien über den Winter zu bringen.

Jetzt erhielt Albrecht Feige das Bundesverdienstkreuz am Bande. Am 1. Juli übergab Thüringens Sozialministerin Christine Lieberknecht diese höchste Auszeichnung der Bundesrepublik. Gerade in einer Zeit, in der das eigene Ich für viele an erster Stelle stehe, würden Menschen wie Albrecht Feige gebraucht, die nicht nur das eigene Wohl, sondern insbesondere das des Nächsten vor Augen haben, hob sie in ihrer Laudatio hervor.

»Wir sind kein eingetragener Verein, aber etwa 15 engere Mitstreiter kann ich anrufen und gezielt um Mithilfe bei einer Aktion anfragen«, sagt der Ingerslebener. Dazu kämen viele Unterstützer, die mit Sachspenden und Geld dabei sind. »Ich kenne die Bibelstelle mit der rechten und der linken Hand. Deshalb mache ich nach jeder Fahrt das Kassenbuch zu und schaue nach vorn. Und da weiß ich, dass im Herbst der nächste Sattelschlepper beladen sein will und dass der dann 2000 Euro kostet.« Aber es werde wieder funktionieren, ist sich Albrecht Feige ganz sicher.

»Solange die Ampel auf unserem Weg grün ist, werden wir vorwärtsfahren.« Und so wird der Arbeitskreis Rumänien auch auf dem ersten Mitteldeutschen Kirchentag am 20. September in Weimar anzutreffen sein, um über die Menschen in Balanu zu berichten und um Unterstützung zu werben.

Uta Schäfer

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