Signalwirkung
16. Juli 2009 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Foto: Christoffer Vittrup Nielsen, sxc.hu
Lange galten die Kirchen eher als Last denn als Lust, weil die Erhaltung die zumeist kleinen Gemeinden überforderte. Inzwischen sind jedoch die meisten der wertvollen Kulturdenkmale wiederhergestellt, und viele Gemeinden haben die Chancen erkannt, die in den Gebäuden stecken. Dazu beigetragen haben auch die in den letzten Jahren entstandenen Kirchbauvereine, in denen nicht nur Christen mitarbeiten, sondern vielfach auch Nichtchristen, denen die Kirche als prägendes Gebäude am Herzen liegt. Doch was ist, wenn das Gotteshaus gerettet ist? Viele Gemeinden fragen sich inzwischen, was sie mit ihren sanierten Kirchen anfangen können. Zwar gibt es gerade in den Sommermonaten verstärkt Konzerte und Musikreihen. Radwege- und Autobahnkirchen laden zum Verweilen ein. Auch die Zahl von geöffneten Kirchen steigt kontinuierlich – inzwischen sind es 691.
Dennoch reicht das nicht, alle Kirchen auf Dauer mit Leben zu füllen. Gerade für die Sakralbauten abseits der Touristenpfade braucht es neue Nutzungskonzepte. Schließlich taugt nicht jede Kirche als Kulturzentrum. Hier muss letztlich jede Gemeinde nach Lösungen suchen. Aber selbst die kleinste Dorfkirche kann geöffnet werden – für die, die Ruhe und Besinnung suchen. Zudem gilt es, die Kirchen am Sonntag für Gebet und Andacht aufzuschließen – notfalls ohne Pfarrer. Das ist nicht nur ein Signal in die Gemeinde hinein, sondern auch nach außen: Seht her, die Kirche lebt.
Martin Hanusch






