Armut und Reichtum

Die Themen in Weimar

Vier Themenzentren wird es beim ersten Kirchentag der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am 19. und 20. September in Weimar geben. Die Kirchenzeitung wird in den nächsten Wochen die einzelnen Zentren vorstellen.

kirchentagslogo_webbIm Themenzentrum 1 geht es um Demokratie und Gerechtigkeit, um Armut und Reichtum. Hochkarätige Vorträge sind geplant und eine Podiumsdiskussion. Aber das Thema soll nicht nur kopflastig vermittelt werden. Der Kirchentag hat deshalb das »Ensemble Frieder Claus and friends« mit dem Stück »Bettlers Oper« verpflichtet. Es reiht sich ein in die Tradition der »Dreigroschenoper« von Bertolt Brecht und von »The Beggar’s Opera«, die John Gay (Text) und Johann Christoph Pepusch (Musik) bereits 1728 in London auf die Bühne brachten: eine Oper für Bettler.

Auch Frieder Claus nimmt als Texter, Komponist und Akteur das Anliegen auf, Alltagsproblematik mit Musik und Theater den Zuschauern zu vermitteln. »Armut ist falsch verteilter Reichtum«, sagt er gegenüber der Kirchenzeitung. Der Mitarbeiter im Diakonischen Werk Württemberg schrieb das Stück als Theater-Rock-Opus. Er ist Sozialarbeiter und Armutsexperte und oft mit Vorträgen unterwegs. Das Interesse an den Vorträgen hielte sich sehr in Grenzen, konstatiert er. Deshalb entstand die Idee, das Thema mit Musik auf die Bühne zu bringen. Im Januar 2008 wurde »Bettlers Oper« uraufgeführt. Seitdem hätten es über 2000 Menschen in Württemberg mit großem Interesse gesehen. Sie bekommen einen emotionalen Zugang, der sie anrührt und der sich in Betroffenheit, Wut und Empörung äußere. Der EKM-Kirchentag sei der erste Auftritt der Gruppe außerhalb der Württembergischen Kirche.

Die neun Mitwirkenden – Theatergruppe und Musiker – decken durch die Darstellung von Einzelschicksalen Missstände auf und stellen sie in den gesellschaftlichen Zusammenhang. Das Stück dauert eineinhalb Stunden und besteht aus verschiedenen Elementen: Neben Musik und Theater sind auch Multimediasequenzen eingebaut.

Mit »Bettlers Oper« bekämen Leute aus den Kirchengemeinden einen leichteren Zugang, die keine Fachleute sind, meint Claus und lädt herzlich ein ins »mon ami« nach Weimar, Sonnabend, 19 Uhr. Mit dem Stück wird das Themenzentrum 1 eröffnet.

Am Sonntag wird der Sozialethiker und Jesuit Friedhelm Hengsbach, emeritierter Professor für christliche Gesellschaftsethik und ehemaliger Leiter des Oswald-von- Nell-Breuning-Instituts, mit dem Vortrag »Nach der Krise ist vor der Krise – für eine Demokratie jenseits des Finanzkapitalismus« in der Herderkirche erwartet.
Weitere Programmpunkte und Referenten im Themenzentrum 1 sind im Programm zu finden – gedruckt über die Pfarrämter oder im Internet.

Dietlind Steinhöfel

www.mitteldeutscher-kirchentag.de

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