Ohne Vertrauen geht alles zum Teufel

Bild: Miguel Saavedra, sxc.hu

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Lebt als Kinder des Lichts;
die Frucht des Lichts ist lauter Güte
und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5, Verse 8.9

Die Kirchen fordern angesichts einer großen Wirtschaftskrise mehr Ethik. Als gäbe es da ein großes unerschlossenes Lager mit Hundertausenden Tonnen Ethik, die es zu fördern gilt. Alle Welt fordert plötzlich mehr Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Dabei ist nicht einmal klar, was dies wäre!

Ethik und Moral wandeln sich in Zeiten und an Orten. Sie sind für verschiedene Menschen oft höchst unterschiedlich. Märkte, Bankgeschäfte, Gesellschaften und Ehen können, müssen und dürfen jeweils anders funktionieren. Nur eines ist absolut unverzichtbar: das Licht!

Keiner will von seinem Ehepartner oder Geldberater hinters Licht geführt werden. Dunkelheit, Betrug und Lüge machen wehrlos, unfrei und krank. Diese Dunkelheit zerstört die wichtigste Währung der Welt – das Vertrauen, den Glauben. Die Welt braucht nicht Vorhaltungen zu mehr Ethik. Ich will und werde keinem Bankdirektor sagen, wie er seine Arbeit zu machen hat, oder Eheleuten, wie sie ihre Ehe zu führen haben. Doch ohne Licht, ohne Durchschaubarkeit, ohne Vertrauen geht alles zum Teufel.

Im Licht wächst Vertrauen in Gott und alle seine Geschöpfe, seien sie auch noch so unterschiedlich. In diesem Licht wachsen Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit von ganz allein.
An dieser Stelle frage ich uns Christen und ­unsere Kirchen: Haben wir dazu das Vertrauen? Vertrauen wir dem Licht und seinen Geschöpfen, oder ist es bei uns selbst so düster, dass wir jedem sagen müssen, was er zu tun hat? Am Ende waren und sind die Weltverbesserer genauso schlimm wie die gewissenlosen Schurken.

Wer wirklich Vertrauen in Gott und seine Schöpfung hat, fordert nur eines von sich und den anderen: Licht, Licht und nochmals Licht! In diesem Licht wird sich, über gute und schwere Zeiten hinweg, alles Notwendige zum Leben finden.

Fred Klemm,Pfarrer in Großbreitenbach

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