Bereicherung

7. August 2009 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Foto: Mateusz Stachowski, sxc.hu

Foto: Mateusz Stachowski, sxc.hu

Kaum anderswo in der Bundesrepublik leben so wenig Migranten wie in ostdeutschen Kommunen. Paradoxerweise aber scheint die diffuse Angst vor »Überfremdung« gerade hier besonders groß. So hat das Dresdner Hannah-Arendt-Institut jetzt in einer Studie ermittelt, dass etwa die Hälfte befragter sächsischer Berufsschüler fremdenfeindliche Ansichten hat. Aussagen wie etwa: »Wir haben genug Ausländer in Deutschland. Es sollten keine mehr kommen« stimmen sie ebenso zu wie dem Vorschlag, sie in ihre Herkunftsländer zurückzuschicken.

Ein alarmierendes Zeichen. Es zeigt, wie aus der Furcht davor, im Beruf und in der Gesellschaft zu kurz zu kommen, und Ressentiments gegen Fremde ein gefährliches Gemisch entsteht. Hier gegenzusteuern, sollten gerade wir Christen als dringend gebotene Aufgabe annehmen. Rechtsextreme Ideologie als mit dem christlichen Glauben unvereinbar zurückzuweisen, ist das eine. Schwieriger aber ist die Frage: Wie verhindern wir, dass Menschen, die ihre Wurzeln im Ausland haben, ausgegrenzt werden?

Wie Integration praktisch aussehen soll, darüber herrscht längst keine Einigkeit. Richtungsweisend ist da ein bundesweites Modellprojekt, an dem als einzige ostdeutsche Stadt Pirna beteiligt ist. Die Befragung von Zugewanderten und Einheimischen dazu organisiert ein Professor von der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit Dresden. Migranten werden dabei nicht als Problem, sondern Bereicherung betrachtet.

Dieser Perspektivwechsel ist entscheidend: Weg von einer als völlige Anpassung verstandenen Integration, hin zur Wertschätzung von Unterschieden. Auch Gemeinden können integrierend wirken. Sie sollten sich die Frage stellen: Wie können wir ausländische Mitbürger an der Gestaltung des öffentlichen Lebens beteiligen?

Tomas Gärtner

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