Hoffnungszeichen für alle, die am Boden liegen
27. August 2009 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
Abgelegt unter Wort zur Woche

Foto: Ilker, sxc.hu
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
Jesaja 42, Vers 3
Da liegt ein Mann am Boden, umringt von anderen. Sie treten auf ihn ein von allen Seiten. Er kann sich schon nicht mehr wehren, er ist sowieso schon am Ende, und seine Peiniger treten noch einmal nach. Wie viel kann ein Mensch aushalten? Worauf kann er noch hoffen?
Da hat eine Frau schon kein Geld mehr für regelmäßiges Essen. Mit dem Job ging nach und nach auch die Achtung vor sich selbst verloren, und die Kinder schämen sich vor den anderen in der Schule. Nun soll auch noch der Strom gesperrt werden. Wie tief kann ein Mensch fallen? Unser heutiger Wochenspruch setzt ein Hoffnungszeichen für Menschen, die am Boden zerstört sind.
Er machte den Menschen aus Israel Mut, die vor 2500 Jahren in Babylon in der Verbannung lebten. Man hoffte auf eine politische Wende damals, auf den Sieg des Perserkönigs über Babylon. Und die Menschen begannen, darauf zu vertrauen, Gott werde helfend eingreifen und sie wieder aufrichten.
Wie kann das sein? Unter uns Menschen erleben wir es oft genug, wie die Schwächen des anderen ausgenutzt werden. So fällt es uns schwer, daran zu glauben, dass dies bei Gott anders sein könnte, dass Gott nicht nachtritt, sondern aufhilft und rettet.
Jedoch mit dem Blick auf den Gekreuzigten weiß ich, dass da ein Gott ist, der selbst leidet in jedem, dessen Leben zerbricht und dessen Licht verlöscht. Und mit dem Blick auf den Auferstandenen sehe
ich die Hoffnung für jeden von uns, von Gott zum Leben befreit zu werden.
Gott hat viele Möglichkeiten, unsere Not zu wenden und uns neu aufzurichten. Und auch wir sind gefragt, ihm dabei zu helfen: wenn wir nicht wegsehen, wenn einer am Boden liegt, und nicht vorbeigehen, wenn eine Familie in Not gerät. Wenn wir merken, dass wir einander nicht gleichgültig sind, wenn der andere in seinem Leiden uns angeht, dann kann heute schon Gottes neue Welt hier auf der Erde anbrechen.
Karin Krapp, Pfarrerin in Weimar-West






