»In der Kirche Jesu Christi gibt es keine Ausländer«

30. Dezember 2009 von redaktionguh  
Abgelegt unter Mitteldeutschland

EKM beteiligt sich am Jahr der Europäischen Kirchen zur Migration

european churches responding to migration 2010Menschen wandern. Sie verlassen ihre Heimat auf der Suche nach einem Auskommen für ihr Leben. Sie ziehen der Arbeit nach oder studieren. Oder sie fliehen vor Armut, vor Kriegen, vor Perspektivlosigkeit. Wanderungsbewegungen ziehen sich durch die Geschichte der Menschheit. An dieser Tatsache hat sich nichts geändert, Mobilität und Migration sind auch heute Realität. Und wie zu allen Zeiten stellt sich die Frage des menschlichen Zusammenlebens, der Integration.

Die Konferenz Europäischer Kirchen hat deshalb das Jahr 2010 zum Jahr der Europäischen Kirchen für Migration ausgerufen. Dabei sollen die Chancen in den Blick genommen werden, welche durch weltweite Wanderungsbewegungen entstehen. Kulturelle und ethnische Vielfalt können eine echte Bereicherung sein, auch für das kirchliche Leben. Diese Einsicht zu fördern und Erfahrungen zu sammeln und sich auszutauschen, wie das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung gelingen kann, ist das Ziel dieses Jahres der Europäischen Kirchen zur Migration.

Auch wir in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wollen uns beteiligen! Sicher, der Anteil von Ausländern und Aussiedlern an der Gesamtbevölkerung ist im Verhältnis zu den alten Bundesländern relativ gering. Dieser Umstand bedeutet aber nicht, dass Integration quasi automatisch funktioniert. Denn geringe Zahlen bedeuten auch, dass die Netzwerke zum Beispiel von Flüchtlingen oft nur sehr klein sind. Und auch die Anzahl der professionellen Beratungsstellen und somit der Anlaufstellen für Ratsuchende ist geringer. Isolation und Einsamkeit können die Folge sein, besonders dann, wenn man die deutsche Sprache noch nicht beherrscht.

Wir alle können hier Menschen zur Seite stehen. Kirchengemeinden, welche aus anderen Ländern zugewanderte Menschen mit in den Blick nehmen, können viel von ihrem Engagement und den dabei gemachten Erfahrungen berichten. Denn in der Kirche Jesu Christi gibt es keine Ausländer. Christen aus anderen Teilen der Welt gehören immer auch zur Kirche vor Ort.

In der Kirchenzeitung  soll das Jahr zum Anlass genommen werden, in unregelmäßigen Abständen Themen aus dem Bereich der Migration aufzugreifen, um dadurch den Austausch anzuregen. Aber auch Sie und Ihre  Kirchengemeinde sind gefragt mit Ihren ganz konkreten Projekten und Initiativen.

Anlässlich des Jahres der Europäischen Kirchen zur Migration 2010 wird das Lothar-Kreyssig-Ökumene-Zentrum einen Preis für das Engagement für Flüchtlinge ausschreiben. Ausgezeichnet werden sollen Kirchengemeinden, die die Bitte der Landessynode der EKM umsetzen und sich für Flüchtlinge einsetzen, sie beraten und begleiten, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Integration von Flüchtlingen in Kirchengemeinde und Kommune engagieren, den Integrationsprozess insbesondere durch Kontakte zu den Ausländern und den Behörden fördern sowie gegen Fremdenfeindlichkeit aller Art eintreten.

Teilnahmeberechtigt sind Kirchengemeinden der EKM und gemeindenahe Einrichtungen wie zum Beispiel evangelische Kindergärten und evangelische Schulen, gern auch in Zusammenarbeit mit Migrationsberatungsstellen. Der Kreativität und dem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Die eingereichten Projekte und Initiativen sollen im Jahr 2010 durchgeführt werden.

Bewerbungen sind formlos möglich an das Lothar-Kreyssig-Ökumene-Zentrum, z.Hd. Petra Albert, Leibnizstr. 4, 39104 Magdeburg. Eine Jury wird über die Preisträger entscheiden. Preisgelder in folgender Höhe wurden bereitgestellt:

  • 1. Preis 1000 Euro,
  • 2. Preis 750 Euro,
  • 3. Preis 500 Euro.

Die Preisverleihung ist für den 10. Dezember 2010, den Tag der Menschenrechte, vorgesehen.

Ich bin auf Ihre Einsendungen gespannt!
Petra Albert

[Die Autorin ist Ausländerbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM)].

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