Mit Orgeln durch das Jahr
30. Dezember 2009 von redaktionguh
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Instrument aus Sangerhausen ist im Kalender »Die schönsten Orgeln 2010« vertreten

Kreiskantorin Martina Pohl präsentiert die Hildebrandt-Orgel der Sangerhäuser Jacobikirche im Kalender »Die schönsten Orgeln 2010« mit dazugehöriger CD von ihrer besten Seite. (Foto: Steffi Rohland)
Sie macht sich außerordentlich gut zwischen weiteren elf, teilweise älteren beziehungsweise wesentlich jüngeren Vertretern, wie der Schuke-Orgel im Dom zu Magdeburg (eingeweiht am 15. Mai 2008), der Kröger-West-Orgel in der Stadtkirche Sankt Marien in Celle (1653, Restaurierung 1997–1999) oder der Sauer-Orgel im Berliner Dom (1905, Restaurierung 1993).
Der Kalender zeigt ebenfalls die Walcker-Orgel in Sankt Annen in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge (1883/84, Restaurierung 1995), die große Orgel im Dom zu Fulda (1708–1713, Restaurierung 1992 bis 1996), die historische König-Orgel der Basilika Steinfeld (1727, Restaurierung nach 1977) und die Orgel der Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (1686, erneuert 2001).
Nach der Hildebrandt-Orgel in Sankt Jacobi in Sangerhausen wird auf dem September-Kalenderblatt die Silbermann-Orgel in der Schlosskapelle in Burgk (1743, Restaurierung 1982 und 2007) abgebildet. Bekanntermaßen war der Orgelbaumeister Zacharias Hildebrandt (1688–1757) ein Meisterschüler des berühmten sächsischen Orgelbaumeisters Johann Gottfried Silbermann. Dem gelehrigen Schüler erlegte Silbermann sogar vertraglich auf, nicht in seinem Einzugsgebiet Orgeln zu bauen.
Die Hauptorgel des Doms zu Trier (nach 1970), die Klais-Orgel der Elisabethkirche in Marburg (2006), die Jehmlich-Orgel der Garnisonskirche auf der Festung Königstein (2000) runden die besondere Orgelreise durch Deutschland ab.
Der Kalender bietet außer den Bildern historische und fachliche Erläuterungen zu allen Orgeln. Doch nicht nur dies: Auf der beigefügten CD lassen die Organisten die Orgelfreunde die zwölf ausgewählten Vertreterinnen der Königinnen der Instrumente in ihrer Klangfülle erleben. Martina Pohl spielte dafür auf der Hildebrandt-Orgel das Präludium D-Dur von Johann Sebastian Bach.
Die Kreiskantorin freut sich, mit der Aufnahme in den Orgel-Kalender die Hildebrandt-Orgel und damit das »Orgel-Dreieck Hildebrandtorgeln« in der Region der Berg- und Rosenstadt Sangerhausen wieder auf eine andere Art bekannt zu machen. Denn auch in den nahegelegenen Dorfkirchen von Pölsfeld und Sotterhausen sind Orgeln Zacharias Hildebrandts erhalten geblieben. Seine größte Orgel allerdings, die er in den Jahren 1743 bis 1746 erbaute, steht in der Naumburger Wenzelskirche.
In Fachkreisen hat sich die 46-jährige Kirchenmusikerin Martina Pohl bereits durch Gastspiele in der Schweiz und Frankreich sowie ihre CD-Einspielungen einen guten Namen erworben. Unentwegt forscht sie zum Verhältnis von Johann Sebastian Bach zum Orgelbauer Zacharias Hildebrandt und nicht zuletzt gelang ihr die »Wiederentdeckung« der Werke von Richard Julius Voigtmann, einem Organisten und Komponisten, der von 1868 bis 1874 in der Jacobikirche in Sangerhausen gewirkt hat.
Steffi Rohland






