Dienstleisterin für Gemeinden und Pfarrer in Anhalt

Als Leiterin des Landespfarramtes für Gemeindeaufbau ist Christine Reizig auch für die Missionsdekade zuständig

Christine Reizig war über neun Jahre Pfarrerin in Nienburg an der Saale. Foto: Engelbert Pülicher

Christine Reizig war über neun Jahre Pfarrerin in Nienburg an der Saale. Foto: Engelbert Pülicher

»Ich sehe mich als Dienstleisterin für Gemeinden und Kollegen«, beschreibt Christine Reizig ihre neue Aufgabe. Seit dem 1. September ist die Pfarrerin Leiterin des in Dessau-Roßlau angesiedelten Landespfarramtes für Gemeindeaufbau der Landeskirche Anhalts. Zuvor war sie mehr als neun Jahre Pfarrerin in Nienburg im Kirchenkreis Bernburg. Ihre ersten 100 Tage in dem Amt, in das sie für sechs Jahre berufen ist, waren im Dezember um. Die Bestandsaufnahme in der Eine-Frau-Dienststelle liegt hinter ihr und sie weiß, worauf sie aufbauen kann.

Auf die gesamte Lektorenarbeit zum Beispiel. »Wir in Anhalt haben einen Stamm guter Leute, die einsatzbereit sind, um Gottesdienst zu feiern. Sie sind ein ganz großer Schatz«, sagt Reizig mit Blick auf die Aufbauarbeit ihrer Vorgängerin im Amt, Gudrun Discher, die im August in den Ruhestand gegangen war. Die neue Leiterin plant im ersten Quartal nun je einen »Impulsabend« für Lektoren in jedem Kirchenkreis, wo sie die Aktiven kennenlernen will und zu denen jeder hinzukommen kann, der ehrenamtliche Gottesdienste in seiner Gemeinde halten will. »Sollte es genug Interessenten geben, kann ich Lektorenkurse planen«, hofft sie.

Neu auf ihrem Schreibtisch liegen Aufgaben, die mit der in Anhalt 2009 begonnenen Missionsdekade zusammenhängen. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden aus verschiedenen Ämtern der Landeskirche ist sie dabei, den Themenkatalog dieser Dekade dem der deutschlandweiten Lutherdekade bis 2017 anzugleichen und die Arbeitshilfe für dieses Jahr schnell fertigzustellen. »Herauskommen sollen praktische Modelle zum Jahresthema für die Kollegen«, so Reizig, »bei denen aber immer der missionarische Gedanke im Vordergrund stehen muss.« Anregungen holt sie sich durchaus in anderen Landeskirchen. »Aus den vielen guten Sachen, die vielerorts gemacht werden, wählen wir für uns passende aus.« Künftig sollen die Arbeitshilfen vor dem Beginn des neuen Jahres vorliegen, damit Gemeinden besser planen können. »Alles muss einen Wert für die Gemeinden haben, sonst hat es keinen Sinn«, unterstreicht die Pfarrerin.

Konsens besteht in der Landeskirche darüber, mit Bildungsangeboten Menschen erreichen zu wollen. »Sie könnten ein wesentlicher Zugang zu denjennigen sein, die nicht gegen Kirche sind, denen sie aber nicht zu fehlen scheint.« Für Gemeindeglieder soll es Kurse geben, mit der sie ihre Sprachfähigkeit über den Glauben stärken können. Partner bei all dem sind die Evangelische Erwachsenenbildung (eeb) und die Johann-Arndt-Gesellschaft. Kürzere Wege werden die Zusammenarbeit stärken helfen. So ziehen im ersten Halbjahr die eeb, der Gemeindeaufbau, die Frauen- und Familienarbeit, das Büro der Bibelgesellschaft und das für spirituellen Tourismus unter ein Dach: in das frühere Haus der Diakonie in der Johannisstraße.

Christine Reizig wird künftig häufiger auch dann außerhalb Dessau-Roßlaus unterwegs sein, wenn es nichts mit ihrem Dienst im Gemeindeaufbau zu tun hat. In der Parochie Quellendorf übernahm die Pfarrerin einen Predigtauftrag und knüpfte Kontakte zu den Ältesten. »Ich will Bodenhaftung haben über meinen Wohnort hinaus«, sagt sie.

Angela Stoye

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