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	<title>Kommentare zu: Eine schlecht verheilte Wunde</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Von: Helmut Sobko, Pfarrer</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2010/01/21/eine-schlecht-verheilte-wunde/comment-page-1/#comment-721</link>
		<dc:creator>Helmut Sobko, Pfarrer</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 19:49:44 +0000</pubDate>
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		<description>Sehr geehrte Frau M.Kaag, was für unaufgearbeitete Probleme müssen wohl in Ihnen stecken, dass Sie eine solche hasserfüllte Lesermeinung gegen Frau Junkermann schreiben müssen. Ich bin Pfarrer der Thüringer Landeskirche (von 1969 bis 2002)und durfte von 2002 bis 2008 (wegen Verheiratung mit einer Schwäbin) als Gemeindepfarrer in Württemberg arbeiten. (Seit 2009 bin ich im Ruehestand und wohne auf der Schwäbischen Alb, wo es noch viele &quot;schwäbische Schafhierzen&quot; gibt). In meiner schwäbischen Gemeinde hat man mich nicht ein einziges Mal spüren lassen, dass ich aus Ostdeutschland komme. Im Gegenteil: Es gab keinerlei Vorurteile und ich war beliebt und geachtet. Und darum finde ich es schlimm, wenn umgedreht Frau Junkermann ihre Würtemberger Herkunft vorgeworfen wird. Ich habe Frau Junkermann in der Württemberger Kirche als kompetente und geachtete Oberkirchenrätin kennengelernt. Und sie hatte nicht nur &quot;die Vermessenheit, zur Wahl des mitteldeutschen Bischofs anzutreten&quot;, sondern sie wurde mehrheitlich von den mitteldeutschen Synodalen zur Bischöfin gewählt! 
Noch zu Ihrem Satz, dass...(Frau Junkermann) auf dem Selbstwertgefühl und der Ehre der Pfarrer herumtrampelt, die in der DDR belauscht, bespitzelt und bedroht wurden..: Ich bin auch so ein belauschter, bespitzelter Pfarrer. Die Stasi-Akte über mich umfasst über 500 Seiten. Und trotzdem kann ich Frau Junkermann zu dem, was sie zum Thema &quot;Versönung mit DDR-Tätern&quot; gesagt hat, nur zustimmen (vor allem auf dem Hintergrund des obigen Interviews, wo sie versucht hat, eventuelle Missverständnisse zu klären). Den Spitzeln, die nach dem Mauerfall das Gespräch mit mir gesucht haben und die die Versöhnung gesucht haben, denen habe ich nach langem Gespräch gern die versöhnende Hand gereicht. Und wenn Sie solche Sätze schreiben: &quot;Versöhnen wäre Sünde&quot; und &quot;...die Erinnerung unversöhnlich wach halten&quot;, dann kann ich Sie nur bitten, sich die Frage zu stellen: Was hätte Jesus dazu gesagt? 
Und zuletzt: Wenn ein Christ aus Ostdeutschland diese Lesermeinung geschrieben hätte, dann hätte ich das noch irgendwie verstanden und ich hätte gedacht, &quot;der hat wohl sehr schlechte Erfahrungen gemacht und kommt darüber nicht hinweg&quot;. Wenn aber &quot;eine Badenerin, die die DDR kennengelernt hat&quot; meint, sie weiß besser als die Mitteldeutschen, wecher Bischof der Richtige für Mitteldeutschland wäre, dann kann ich nur verwundert mein graues Haupt schütteln.   
Helmut Sobko, Pfarrer i.R</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Frau M.Kaag, was für unaufgearbeitete Probleme müssen wohl in Ihnen stecken, dass Sie eine solche hasserfüllte Lesermeinung gegen Frau Junkermann schreiben müssen. Ich bin Pfarrer der Thüringer Landeskirche (von 1969 bis 2002)und durfte von 2002 bis 2008 (wegen Verheiratung mit einer Schwäbin) als Gemeindepfarrer in Württemberg arbeiten. (Seit 2009 bin ich im Ruehestand und wohne auf der Schwäbischen Alb, wo es noch viele &#8220;schwäbische Schafhierzen&#8221; gibt). In meiner schwäbischen Gemeinde hat man mich nicht ein einziges Mal spüren lassen, dass ich aus Ostdeutschland komme. Im Gegenteil: Es gab keinerlei Vorurteile und ich war beliebt und geachtet. Und darum finde ich es schlimm, wenn umgedreht Frau Junkermann ihre Würtemberger Herkunft vorgeworfen wird. Ich habe Frau Junkermann in der Württemberger Kirche als kompetente und geachtete Oberkirchenrätin kennengelernt. Und sie hatte nicht nur &#8220;die Vermessenheit, zur Wahl des mitteldeutschen Bischofs anzutreten&#8221;, sondern sie wurde mehrheitlich von den mitteldeutschen Synodalen zur Bischöfin gewählt!<br />
Noch zu Ihrem Satz, dass&#8230;(Frau Junkermann) auf dem Selbstwertgefühl und der Ehre der Pfarrer herumtrampelt, die in der DDR belauscht, bespitzelt und bedroht wurden..: Ich bin auch so ein belauschter, bespitzelter Pfarrer. Die Stasi-Akte über mich umfasst über 500 Seiten. Und trotzdem kann ich Frau Junkermann zu dem, was sie zum Thema &#8220;Versönung mit DDR-Tätern&#8221; gesagt hat, nur zustimmen (vor allem auf dem Hintergrund des obigen Interviews, wo sie versucht hat, eventuelle Missverständnisse zu klären). Den Spitzeln, die nach dem Mauerfall das Gespräch mit mir gesucht haben und die die Versöhnung gesucht haben, denen habe ich nach langem Gespräch gern die versöhnende Hand gereicht. Und wenn Sie solche Sätze schreiben: &#8220;Versöhnen wäre Sünde&#8221; und &#8220;&#8230;die Erinnerung unversöhnlich wach halten&#8221;, dann kann ich Sie nur bitten, sich die Frage zu stellen: Was hätte Jesus dazu gesagt?<br />
Und zuletzt: Wenn ein Christ aus Ostdeutschland diese Lesermeinung geschrieben hätte, dann hätte ich das noch irgendwie verstanden und ich hätte gedacht, &#8220;der hat wohl sehr schlechte Erfahrungen gemacht und kommt darüber nicht hinweg&#8221;. Wenn aber &#8220;eine Badenerin, die die DDR kennengelernt hat&#8221; meint, sie weiß besser als die Mitteldeutschen, wecher Bischof der Richtige für Mitteldeutschland wäre, dann kann ich nur verwundert mein graues Haupt schütteln.<br />
Helmut Sobko, Pfarrer i.R</p>
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	<item>
		<title>Von: M. Kaag</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2010/01/21/eine-schlecht-verheilte-wunde/comment-page-1/#comment-691</link>
		<dc:creator>M. Kaag</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Apr 2011 23:26:19 +0000</pubDate>
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		<description>Frau Ilse Junkermann hat ihre Kindheit in der württembergischen Provinz verbracht und ihr Erwachsenenleben im übrigen Württemberg und in und um Stuttgart. Mehr hat sie wohl von der Welt nicht gesehen und von den Verhältnissen in der untergegangenen DDR hat sie offensichtlich so wenig Ahnung wie ein schwäbischer Schafhirte von der Ostseefischerei. Sie besaß nicht nur die Vermessenheit, zur Wahl des mitteldeutschen Bischofs anzutreten, sondern genießt jetzt darüberhinaus dessen &quot;Narrenfreiheit&quot; (schwäbisch: Narrefreihaid). Ehrenwerte Pfarrer sollen sich ihrer landesfremden Ansicht nach mit DDR-regimetreuen versöhnen, schlägt sie DDR-unkundig naiv vor. Damit trampelt die Schwäbin auf dem Selbstwertgefühl und der Ehre der Pfarrer und Pfarrerinnen herum, die in der DDR belauscht, bespitzelt, bedroht und gelegentlich von den Ewig-Gestrigen bis heute geplagt werden. Einen ehemaligen niederträchtigen Untertan eines menschenverachteneden Systems kann man vielleicht ignorieren, seine Taten aber darf man nicht vergessen. Versöhnen wäre Sünde. Die lebenden Opfer sind für die toten die Pflicht, die Erinnerung unversöhnlich wach zu halten.
Eine Badenerin, die die DDR kennengelernt hat und der Württembergerin geraten hätte, lieber als Missionarin nach Afrika zu gehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Frau Ilse Junkermann hat ihre Kindheit in der württembergischen Provinz verbracht und ihr Erwachsenenleben im übrigen Württemberg und in und um Stuttgart. Mehr hat sie wohl von der Welt nicht gesehen und von den Verhältnissen in der untergegangenen DDR hat sie offensichtlich so wenig Ahnung wie ein schwäbischer Schafhirte von der Ostseefischerei. Sie besaß nicht nur die Vermessenheit, zur Wahl des mitteldeutschen Bischofs anzutreten, sondern genießt jetzt darüberhinaus dessen &#8220;Narrenfreiheit&#8221; (schwäbisch: Narrefreihaid). Ehrenwerte Pfarrer sollen sich ihrer landesfremden Ansicht nach mit DDR-regimetreuen versöhnen, schlägt sie DDR-unkundig naiv vor. Damit trampelt die Schwäbin auf dem Selbstwertgefühl und der Ehre der Pfarrer und Pfarrerinnen herum, die in der DDR belauscht, bespitzelt, bedroht und gelegentlich von den Ewig-Gestrigen bis heute geplagt werden. Einen ehemaligen niederträchtigen Untertan eines menschenverachteneden Systems kann man vielleicht ignorieren, seine Taten aber darf man nicht vergessen. Versöhnen wäre Sünde. Die lebenden Opfer sind für die toten die Pflicht, die Erinnerung unversöhnlich wach zu halten.<br />
Eine Badenerin, die die DDR kennengelernt hat und der Württembergerin geraten hätte, lieber als Missionarin nach Afrika zu gehen.</p>
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