Überzeugte Christin und begeisterte Naturwissenschaftlerin
21. Januar 2010 von redaktionguh
Abgelegt unter Mitteldeutschland

Elke Eisenschmidt (Foto: Viktoria Kühne)
Elke Eisenschmidt aus Magdeburg ist das jüngste Mitglied des Rates der EKD
An Selbstbewusstsein mangelt es ihr nicht. »Ich will nach bestem Wissen und Gewissen tun, was gut für unsere Kirche ist«, sagt Elke Eisenschmidt überzeugt. Im vergangenen Jahr hat die 28-jährige Mathematikerin mit einem überraschend deutlichen Ergebnis den Sprung in den Rat der EKD geschafft. Schon bei ihrer Vorstellung auf der EKD-Synode in Ulm überzeugt die großgewachsene Frau mit dem dunklen Zopf durch ihre direkte Art.
Gleich nach der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann wird sie als jüngstes Mitglied in eines der wichtigsten Leitungsgremien der evangelischen Kirche gewählt. »Natürlich habe ich Respekt vor der Aufgabe«, sagt sie. Aber eingeschüchtert zwischen all den Bischöfen und Kirchenpräsidenten fühle sie sich nicht.
Dass die junge Magdeburgerin eine solche Karriere hinlegen würde, ist keineswegs selbstverständlich. Ursprünglich stammt Elke Eisenschmidt aus einem eher kirchenfernen Elternhaus. Der Vater ist Ingenieur, die Mutter Chemikerin. Als Kind erfährt sie die Umbrüche der Wendezeit hautnah. »Es dürfte eine typische Ostbiografie der jüngeren Generation sein«, vermutet sie. Erst durch den Religionsunterricht am Ökumenischen Domgymnasium kommt sie mit zwölf Jahren in Kontakt mit dem Glauben. »Das hat bei mir einen intensiven Denkprozess ausgelöst«, erzählt sie freimütig. In der Kreuzgemeinde und Pfarrerin Renate Höppner findet sie in dieser Zeit wichtige Anlaufstellen. Sie engagiert sich in der Jungen Gemeinde und lässt sich mit 15 Jahren taufen. »Das war eine ganz bewusste Entscheidung.«
Ganz zielgerichtet wählt sie auch ihren weiteren Weg. Unmittelbar nach dem Abitur im Jahr 2000 beginnt sie mit einem Mathematikstudium an der Otto-von-Guericke-Universität, geht zwischendurch nach Paris und beendet das Studium nach fünf Jahren mit Erfolg. Inzwischen hat die 28-Jährige promoviert und arbeitet an einem interdisziplinären Projekt in der Hirnforschung mit. »Ich mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen«, sagt sie mit einem Lächeln.
Ganz unbeleckt in Gremienarbeit ist das frisch gebackene EKD-Ratsmitglied ebenfalls nicht. Schon während ihres Studiums engagierte sich Elke Eisenschmidt im Evangelischen Studienwerk Villigst und im Fachschaftsrat der Universität. Vor allem die Zusammenarbeit mit anderen Studenten habe sie in ihrer geistlichen Entwicklung vorangebracht.
Zwei Vorhaben hat sie sich für ihre neue Aufgabe in der Kirche besonders auf die Fahnen geschrieben. So liegt ihr als »leidenschaftlicher Naturwissenschaftlerin« insbesondere am Dialog zwischen den Naturwissenschaften und der Kirche. Außerdem will sie dazu beitragen helfen, den Graben zwischen der Jugend und der Kirche zu überwinden. Doch zunächst muss sie sich in die neue Materie, etwa den EKD-Reformprozess, einarbeiten. Schwerfallen dürfte ihr das nicht. »Hier wird mir vermutlich die logische Art des Herangehens zugute kommen«, sagt sie selbstbewusst.
Martin Hanusch






