Kraft zum Leben und Wachsen
23. Januar 2010 von redaktionguh
Abgelegt unter Wort zur Woche
Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht.
Psalm 1, Vers 3
Wenn von jemandem gesagt wird, er sei »ein Kerl wie ein Baum« spricht das von Größe und Stärke und Standhaftigkeit, irgendwie vertrauenerweckend. An solchen Menschen kann man sich anlehnen, sich geborgen und beschützt fühlen.
Bäume haben weitere gute Eigenschaften: Sie sorgen für ein gutes Klima, viele tragen Früchte und außerdem sind sie einfach schön. In Schlagern werden Bäume als beschützenswert beschrieben, ihr erreichbares hohes Alter gilt als Traumziel.
Auch in der Bibel werden Bäume immer wieder erwähnt. Das Alte wie das Neue Testament nennen unterschiedliche Baumarten wie den Olivenbaum oder den Feigenbaum, mit dessen relativ großen Blättern das erste Menschenpaar Adam und Eva nach dem Sündenfall ihre Blöße bedeckten. Dem Baum als Symbol des Sündenfalls, um dessen Stamm sich eine Schlange windet, steht häufig das hölzerne Kreuz als Symbol der Erlösung gegenüber.
In der Pflanzensymbolik haben verschiedene Baumarten und ihre Blätter, Zweige und Früchte eine besondere Bedeutung. So weist die Akazie auf die Unsterblichkeit der Seele hin, der Ölbaum auf den Frieden; der Zapfen der Pinie auf die Leben spendende Gnade und Kraft Gottes; die Stechpalme, aus deren Zweigen der Legende nach die Dornenkrone gefertigt war, auf die Passion Christi.
Mit so einem bedeutsamen und symbolträchtigen Gewächs vergleicht der Psalmist den Menschen, der sich auf Gott einlässt und ihm voll und ganz vertraut. Dieser Mensch weiß, woher er kommt und wohin er geht, er ist fest verwurzelt in der Erde und weiß, woher er die benötigten Kräfte zum Leben und Wachsen bekommt.
Der sich auf Gott einlassende Mensch findet in dem Vergleich sowohl Anspruch als mutmachenden Zuspruch: Die kräftespendenden Quellen werden nicht versiegen!
Ursula Meckel





