Lottogeld und Fußballspiel

28. Januar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Viele halfen, damit die Orgel in Magdeburg-Ottersleben wieder erklingen kann

Im Auftrag von Lotto Sachsen-Anhalt übergab Hans-Georg Moldenhauer (l.), Vizepräsident des Deutschen Fußball-  Bundes, der Sankt-Stephani-Gemeinde im Magdeburger Stadtteil Ottersleben einen Scheck. Willi Polte (2. v. l.), Schirmherr der Aktion »Orgelsanierung«, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Alexander Pott, und Pfarrer Dietmar Andrae (r.) freuen sich darüber, dass Orgelrestaurierung gesichert ist. Foto: Klaus-Peter Voigt

Im Auftrag von Lotto Sachsen-Anhalt übergab Hans-Georg Moldenhauer (l.), Vizepräsident des Deutschen Fußball- Bundes, der Sankt-Stephani-Gemeinde im Magdeburger Stadtteil Ottersleben einen Scheck. Willi Polte (2. v. l.), Schirmherr der Aktion »Orgelsanierung«, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Alexander Pott, und Pfarrer Dietmar Andrae (r.) freuen sich darüber, dass Orgelrestaurierung gesichert ist. Foto: Klaus-Peter Voigt

Vor gut einem Jahr erklang die Orgel in der Magdeburger Sankt-Stephani-Kirche zum letzten Mal. »Dann mussten wir das Instrument stilllegen«, erzählt der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Alexander Pott. Der Verfall des Instrumentes war zu weit fortgeschritten. Während zwischen 1990 und 1995 die gesamte, aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche instandgesetzt wurde, blieb die Orgel ein Sorgenkind.

Inzwischen hat sich die Situation grundlegend geändert. »Unsere Gemeinde entwickelte Entschlusskraft und Risikobereitschaft«, bringt es Pfarrer Dietmar Andrae auf den Punkt. In den vergangenen Monaten wurde das Geld für eine aufwendige Sanierung der »Königin der Instrumente« zusammengetragen. Fast 200.000 Euro kamen in kurzer Zeit zusammen. Ein eigens gegründeter Orgelbeirat begleitete die vielen Aktion. Der Magdeburger Alt-Oberbürgermeister Willi Polte übernahm die Schirmherrschaft. Jede Menge Ideen waren von Erfolg gekrönt.

Die Finanzierungslücke von 60.000 Euro – das andere Geld stammt unter anderem von Unternehmen, der Sparda-Bank, Stiftungen und aus Zuschüssen des Kirchenkreises sowie der Landeskirche – schloss sich schnell. Ein Spendenbrief an die Bürger des Stadtteils Ottersleben, die Versteigerung alter Orgelpfeifen und ein Kuchenbasar gehörten zu den vielen Aktionen, die die Kasse füllten.

Zudem lockte ein Fußballspiel der Traditionsmannschaft des 1. FC Magdeburg gegen eine Prominentenauswahl des Deutschen Fußball-Bundes gut 1.000 Zuschauer an. Der Erlös kam in den großen Spendentopf. Letzter »Baustein« für die Arbeiten an der Orgel war der Fördermittel-Scheck in Höhe von 45.000 Euro von Lotto Sachsen-Anhalt. Er wurde am 24. Januar während eines Gottesdienstes der Gemeinde übergeben.

Seit dem Herbst vergangenen Jahres kümmert sich die Halberstädter Firma Dutschke um die Wiederherstellung des wertvollen Instrumentes. Es ist ein spätbarockes Werk des Orgelbauers Johann David Hamann aus Schönebeck. 1806 errichtet, ist es heute die älteste spielbare Orgel in ganz Magdeburg. Ein Teil der Prospektpfeifen wurden im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen. Ihre Nachfolgerinnen aus Zink korrodierten im Laufe der Zeit.

Doch die Zeit ohne Orgel wird in der Stephanikirche bald vorüber sein. Im Herbst dieses Jahres soll das Instrument wieder erklingen.

Klaus-Peter Voigt

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