Rettungsboot für die Gebeutelten
4. Februar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
Abgelegt unter Wort zur Woche
Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.
Psalm 119, Vers 81

Peter Herrfurth, Pfarrer in Niederndodeleben
Vor drei Wochen trieb das Beben Haitis Überlebende betend durch die Straßen. Journalisten berichteten von den Jesus-Rufen, die über die Verwüstungen hallten. Andere sind irre geworden durch die Haltlosigkeit der Lebensfesten. Die Folgen werden etliche nie verwinden, manche sind körperlich schwer gezeichnet.
Und meine Seele rumort, besteht auf einer Antwort. Du weißt, ich komme nicht ständig mit Forderungen. Das wäre ja furchtbar. Ein stetiges Verlangen, Bestehen, Fordern kann kein Dauerzustand sein, sonst würde irgendetwas nicht stimmen zwischen uns. Aber gerade weil ich dir vertraue, muss ich auch kritisch fordernd mein Verlangen vorbringen. Ich muss das nicht mit meinen Worten machen – das ist sehr hilfreich. Zum Glück kann ich einen für mich sprechen lassen, der das Leben erfahren hat, einen Psalmbeter: Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort. (Psalm 119,81)
Ja, ich weiß, immer wieder werden dir diese Warum-Fragen gestellt. Nach dem Tsunami, nach Nine-eleven, nach Auschwitz – immer wenn deine Schöpfung so heftig erschüttert wird durch Naturgewalten oder böse Mächte. Aber auch, wenn im persönlichen Alltag die Katastrophe schmerzlich Einzug hält.
Lieber Gott, meine Seele verlangt nach deinem Heil – dass der Staub sich legt, Kinder ein Zuhause finden, Gärten blühen und Menschen wieder lachen können – weil du da bist. Denn das ist das Rettungsboot der Gebeutelten dieser Welt, die dir vertrauen und auf dein Wort hoffen, was auch geschieht. Dein Wort: »Ich werde mit dir sein« gilt uns allen. Das hoffe ich.
Peter Herrfurth, Pfarrer in Niederndodeleben




