Jeder ist willkommen
5. März 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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In Greiz erwartet die Diakonie Gäste und Ratsuchende im »Café O. K.«.

Einfach mal entspannen und miteinander sprechen – im Greizer »Café O. K.« ist das gut und preiswert möglich. Foto: Irmengart Müller-Uri
Es ist ein Café, das aus dem Rahmen fällt. Im alten Greizer Diakonat am Kirchplatz, in dem jetzt der Diakonieverein Carolinenfeld mit seinen Beratungsstellen untergebracht ist, befindet sich auch das »Café O. K.«. Der ungewöhnliche Beiname »okay« ist nicht nur als »in Ordnung« zu verstehen, er bedeutet vielmehr: Hier ist jeder willkommen, unabhängig vom Alter, vom Geldbeutel oder der sozialen Lebenssituation. Man muss nicht gut gekleidet sein und man muss auch nichts verzehren. Aber: Jeder wird angenommen und kann sich mit seinen Fragen und Problemen an die Mitarbeiter des Diakonievereins wenden.
Auf der Basis des christlichen Menschenbildes bemüht sich hier seit Jahren Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Ursula Rudorf Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor dem Verlust ihres Selbstwertgefühls zu bewahren. Darüber hinaus lernen Kinder sich gegenseitig zu akzeptieren, ohne irgendwelche Leistungen vorzuweisen. Der Gefahr einer Ausgrenzung wird somit entgegengewirkt. Mehr noch: Die Mitarbeiter versuchen, Begabungen unauffällig auf-zuspüren und sie zu fördern. Dazu gehört auch das Angebot von Ferienausflügen.
Das Café wird zu den Öffnungszeiten gut angenommen. Eine Tasse Tee steht für jeden bereit. Wer möchte, kann auch ein preiswertes Mittagessen einnehmen. Die Räume sind barrierefrei angelegt und können mit Kinderwagen oder mit Rollstühlen gut erreicht werden. Das Café muss sich im Wesentlichen selbst tragen, erhält aber jährlich eine Förderung durch die Stadt Greiz und findet auch in den Gemeinden tatkräftige Unterstützung. Staatliche Mittel in Form von Arbeitsfördermaßnahmen ermöglichen einigen Mitarbeitern, kontinuierlich im Café tätig zu sein.
Das »Café O. K.« ist praktischer Ausdruck christlicher Nächstenliebe. Hier wird sich unmittelbar dem Bedürftigen zugewandt, und vielleicht wird dieser oder jener letzten Endes sogar vor der Gefahr bewahrt, als Ergebnis seiner vielen Verletzungen eines Tages gewalttätig zu werden.
Irmengart Müller-Uri
Das »Café O. K.« ist von Montag bis Freitag von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet und am Sonnabend heißt es von 10 bis 15 Uhr: »Kinder tafeln in Greiz«






