»Eine Million Euro sind kein Pappenstiel«
25. März 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
Abgelegt unter Mitteldeutschland
Kauf des Erfurter Hotels Nikolai durch die EKM sorgte für Diskussionen

Trügerische Idylle. Auf der Synode gab es Streit um das frühere Hotel. Foto: Lutz Edelhoff
Schwester Katharina Schridde von der Communität Casteller Ring (CCR) im Erfurter Augustinerkloster wurde deutlich. Mit dem Kauf des ehemaligen Hotels Nikolai in Erfurt durch die mitteldeutsche Kirche seien Fakten geschaffen worden, ohne die kirchlichen Gremien zu informieren. Da der Vorgang nicht nur in der Thüringer Landeshauptstadt zahlreiche Irritationen hervorgerufen habe, müsste er nun von einem Untersuchungsauschuss geklärt werden, forderte sie in einem entsprechenden Antrag, der auch von Pröpstin Elfriede Begrich unterzeichnet war.
Hintergrund der Kontroverse war der Erwerb des früheren Hotels durch die EKM. Das in der Erfurter Augustinerstraße in unmittelbarer Nähe zum neuen Landeskirchenamt gelegene Haus hatte die Landeskirche für 750.000 Euro zu Beginn des Jahres erworben, um es als Gästehaus zu nutzen. Nach einer kurzen Umbauphase wurde es am 8. Februar wieder eröffnet und soll vorrangig Gäste der EKM beherbergen. Die Landeskirche gehe davon aus, dass nach dem Umzug der beiden Standorte des Kirchenamtes Eisenach und Magdeburg nach Erfurt im Frühjahr 2011 der Bedarf an Übernachtungen stark ansteigt, hieß es im Februar zur Begründung.
Doch das stieß in der Synode nicht nur auf Zustimmung. In der kontroversen Aussprache zu dem Antrag kritisierten mehrere Synodale die mangelnde Transparenz im Zusammenhang mit dem Kauf. Eine Investitionssumme von insgesamt einer Million Euro hätte dem Kirchenparlament vorgelegt werden müssen, betonte der Synodale Reinhard Hotop (Schleusingen). Das Verfahren sei in der Art und Weise der Vermittlung problematisch, meinte auch Pfarrer Michael Wendel (Braunsdorf). »Eine Million Euro sind kein Pappenstiel.« Von den Synodalen wurde vor allem kritisiert, dass sie nicht bereits im Vorfeld über den Erwerb informiert worden waren.
Dagegen verteidigte Finanzdezernent Stefan Große das Vorgehen. Nach der Kirchenverfassung sei der Haushaltsausschuss der Synode zu außerplanmäßigen Ausgaben wie im vorliegenden Fall sehr wohl berechtigt, sagte er. Ein besseres Investment hätte die Kirche nicht erwerben können, sprang ihm der Synodale Heinrich Strenge (Gonna bei Sangerhausen) bei. Dieter Fischer (Dreitzsch) warnte davor, einen »Stellvertreterkrieg« zu führen.
Am Ende lehnte die Synode den Antrag auf Einrichtung eines Untersuchungssusschusses mit großer Mehrheit ab. Das Verfahren soll nun vom Landeskirchenamt überprüft werden. Das Kuratorium des Erfurter Augustinerklosters werde am 22. April über die umstrittene Bewirtschaftung des Gästehauses durch das Kloster beraten, kündigte Oberkirchenrat Christhard Wagner an. Ein entsprechender Vertragsentwurf stehe dann zur Entscheidung an.
Martin Hanusch







Das ist echt ein dicker Hund von der Kirche und den oberen Herren. Immer mehr, immer mehr, auf dass alles teuer, schöner, besser werde. Wir sollten uns lieber denjenigen zuwenden, die es wirklich nötig haben und ich bedauere es sehr, dass ein Untersuchungsassschuss abgeleht wurde und nun die Damen wieder nicht gehört wurden und die Herren Geld schöffeln können. Bedauerlich.Ich werde nun einfach gar nicht mehr ins Kloster kommen….