Losgelöst?

30. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Foto: Svilen Milev, sxc.hu

Foto: Svilen Milev, sxc.hu


Beim Abendmahl erklangen fröhliche Sambarhythmen, die Predigt handelte von Klimagerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Deutlicher als mit dem am vergangenen Sonntag aus der Stuttgarter Stiftskirche übertragenen Fernsehgottesdienst konnte kaum gezeigt werden: Tagungen kirchlicher Gremien erinnern zuweilen an Inseln der Seligkeit.

Im Gottesdienst mit den Delegierten des Lutherischen Weltbundes (LWB) erinnerte nur eine Fürbitte daran, dass am Abend vorher junge Menschen am Rand der Love-Parade ums Leben gekommen waren. Natürlich, am Montag wurde ein Statement verabschiedet, das zum Gebet für die Opfer aufruft, aber vielleicht saßen bereits am Sonntag Angehörige verzweifelt vor dem Fernseher.

Ansonsten hat die Vollversammlung durchaus Marksteine gesetzt und Pflöcke eingeschlagen, die in ihrer Wirkung weit über den kirchlichen Alltag hinausgehen können. Das gilt etwa für die Wahl des Palästinensers Munib Younan zum Präsidenten des LWB, die auch außerhalb der kirchlichen Szene für Aufsehen sorgte. Denn Younan ist ein profilierter Vertreter einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten – aber auch ein profilierter Gegner der israelischen Besatzung.

Und im Gegensatz zu den Anglikanern haben es die Lutheraner in Stuttgart auch geschafft, die inneren Differenzen zwischen den liberalen Kirchen Nordamerikas und Europas auf der einen und den Kirchen Afrikas auf der anderen Seite nicht zu groß werden zu lassen.

Spannungen waren spürbar, aber es hielt sich im Rahmen: Die oft herbeigeunkte Spaltung ist zurzeit nicht wirklich wahrnehmbar. Zu ­einem großen Teil ist dies das ­Verdienst des Führungsduos, des afrikanischen Generalsekretärs Ishmael Noko und des amerikanischen Präsidenten Mark S. Hanson. Es ist dem LWB nur zu wünschen, dass es auch der neuen Führungsspitze gelingen wird, den eingeschlagenen Kurs an dieser Stelle fortzusetzen.

Benjamin Lassiwe

»Diese Arbeit wird mich nicht so schnell loslassen«

30. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Nach 20 Jahren wird Gefängnisseelsorgerin Hanna Haupt in Halle verabschiedet

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat Hanna Haupt in der JVA Halle wichtige Projekte angestoßen. Foto: Martin Hanusch

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat Hanna Haupt in der JVA Halle wichtige Projekte angestoßen. Foto: Martin Hanusch

Dass ich im Gefängnis gelandet bin, ist blanker Zufall und der Wende geschuldet.« Hanna Haupt kann sich noch genau an ihre Anfangszeit als Gefängnisseelsorgerin im »Roten Ochsen« in Halle erinnern.

Dort, wo zu DDR-Zeiten die Stasi eine Untersuchungshaftanstalt unterhielt, hat sie nach der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung ein neues Arbeitsfeld aufgebaut. Am Anfang habe es auf beiden Seiten große Unsicherheiten gegeben. Heute, erzählt die Pfarrerin mit der Kurzhaarfrisur, gehöre Kirche in der Justizvollzugsanstalt (JVA) ganz selbstverständlich dazu. Am 30. Juli wird die Gefängnisseelsorgerin nach 20 Dienstjahren aus ihrem Amt verabschiedet – natürlich im »Roten Ochsen«.

Dabei ist ihr Lebensweg keineswegs in dieser Richtung vorgezeichnet. Als drittes von acht Kindern wächst Hanna Haupt in Erfurt auf, der Vater ist Garten- und Landschaftsarchitekt. »Eigentlich«, sagt sie, »hätte ich gerne Jura studiert.« Doch weil sie aus einem »frommen Elternhaus« stammt, weder bei den Pionieren ist noch in die FDJ eintritt, kommt das kaum infrage. Stattdessen studiert sie nach dem Abitur Bibliothekswissenschaften in Leipzig.

Danach nimmt sie 1969 ein Theologiestudium an der Kirchlichen Hochschule auf, geht anschließend nach Erfurt und Blankenhain. 1989 folgt der Wechsel nach Halle. Hanna Haupt wird Katechetin an der Paulusgemeinde und ab 1990 ehrenamtliche Gefängnisseelsorgerin. 1994 legt sie das zweite Theologische Examen ab – im Alter von 46 Jahren – und übernimmt nun hauptamtlich die Gefängnis- und Ausländerseelsorge.

Vor allem in der JVA durchlebt sie spannende Zeiten und zahlreiche Veränderungen. Von den »Wendewirren« mit gerade einmal elf inhaftierten Frauen bis zu riesigen Haftzahlen habe sie alles mitgemacht, erzählt sie. Erst im vergangenen Jahr sind die Umstrukturierungen zu Ende gegangen. »Auch deshalb ist es ein guter Zeitpunkt, jetzt aufzuhören«, ist Hanna Haupt überzeugt.

Trotzdem hat sie allen Grund, dankbar auf die vergangenen 20 Jahre zurückzublicken. »Ich konnte viele Menschen für die Arbeit im Gefängnis sensibilisieren.« Aber auch in der JVA hinterlässt sie Spuren. Sie hat hier einige wichtige Projekte angestoßen – die Konzertreihe »Musik hinter Gittern« etwa, Theaterprojekte und Malgruppen. Dass der Kirchsaal im »Roten Ochsen« wieder zum Kirchsaal geworden ist, nennt sie selbst einen schönen Erfolg. Jetzt sei er wieder die »Seele der Anstalt«.

Das gilt möglicherweise noch viel mehr für ihr Wirken in der Justizvollzugsanstalt selbst. Denn besonders die Gespräche mit den Inhaftierten und den Bediensteten liegen ihr in all den Jahren am Herzen. Gerade bei familiären Problemen und bei Schwierigkeiten im Knastalltag sei sie gerne in Anspruch genommen worden. »Diese Arbeit hat mir Spaß gemacht und wird mich wohl nicht so schnell loslassen«, schätzt Hanna Haupt.

Doch jetzt freut sie sich erst einmal auf mehr Zeit für sich sowie die vier Kinder und fünf Enkelkinder. Zudem will sie mit ihrer Stadtratsarbeit weitermachen, solange es ihr gut geht. Hier engagiert sich die Pfarrerin ebenso wie in der Bürgerinitiative Paulusviertel, deren Vorsitzende sie seit 1990 ist. »Schließlich«, sagt sie mit einem Lächeln, »besteht das Leben ja nicht nur aus dem Knast.«

Martin Hanusch

Klangvolles Jubiläum

30. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Älter als die 100-Jährige ist der reich verzierte Prospekt der  Rühlmann- Orgel, dessen Fertigstellung auf 1834  datiert wird. Foto: Dirk Vogel

Älter als die 100-Jährige ist der reich verzierte Prospekt der Rühlmann- Orgel, dessen Fertigstellung auf 1834 datiert wird. Foto: Dirk Vogel


Die Mühlhäuser Rühlmann-Orgel in St. Petri trägt zum 100. Geburtstag ein frisches Kleid

Am 1. August beginnt in der St.-Petri-Kirche in Mühlhausen eine besondere Gottesdienstreihe: Die klingende Predigt. Anlass dafür ist die Wiederinbetriebnahme der Rühlmann-Orgel und deren 100-jähriges Jubiläum im September.

Pünktlich zum hundertsten Geburtstag der Orgel ist auch ihre ­Sanierung abgeschlossen. Dass eine Reparatur des Instruments der Orgelbaufirma Wilhelm Rühlmann aus Zörbig vonnöten war, wurde im Laufe der Zeit immer deutlicher. So hinterließen die Weltkriege sowie Schäden im Kirchendach und der Zahn der Zeit ihre Spuren.

Die Reinigung der Pfeifen zur Verbesserung der Klangqualität, eine Instandsetzung des Spieltisches sowie die Erneuerung der Elektrik sind nur einige Punkte des Restaurierungsplanes gewesen. Auch der reich verzierte Prospekt der Vorgängerorgel der Firma Schulze aus Paulinzella musste sich einer denkmalschutzgemäßen Reparatur unterziehen, nachdem dort die Holzwürmer über Jahre hinweg aktiv waren.

Die Orgelverkleidung stammt schon aus dem Jahr 1834. Um das Projekt der Instandsetzung realisieren zu können, gründete sich im Februar 2006 der Förderverein zur Erhaltung der Rühlmann-Orgel. 42 Mitglieder engagieren sich seitdem vielseitig für die Finanzierung des Vorhabens, sie organisierten beispielsweise verschiedene Veranstaltungen, mobilisierten weitere Unterstützer und arbeiteten selbst tatkräftig mit.

Die Einnahmen aus einem Flohmarkt, Kuchenbasaren sowie gespendete Geldgeschenke von Jubilaren und den Gemeindemitgliedern flossen genauso in die Sanierungskasse ein wie der Erlös aus dem Verkauf eines eigens hergestellten Orgelkalenders. Zusammen mit Fördergeldern und Spenden konnten bislang über 120000 Euro gesammelt werden.

Die Verbindung aus dem Biedermeier-Prospekt und der original erhaltenen romantischen Rühlmann-Orgel ist eine Seltenheit und muss unbedingt bewahrt bleiben, betont die Vereinsvorsitzende Ines Großkopf. »Dies ist eine ganz besondere Orgel«, sagt sie und verweist auf die Einschätzung des Orgelsachverständigen Albrecht Lobenstein, der das Kunstwerk von hohem Rang ebenso lobte wie der Orgelstimmer, der das Instrument in St. Petri als eine der schönsten Orgeln ganz Thüringens bezeichnet.

Das erste Mal nach dem Pfeifenausbau im September des letzten Jahres wird die Orgel im Rahmen der »Klingenden Predigt« durch Organist Christian Kopp mit Eigenkompositionen am kommenden Sonntag zu hören sein. Die Predigtreihe im August werden Kreiskantor Oliver Stechbart, der sich der klassischen Orgelliteratur zuwendet, und Kantor Albrecht Lobenstein mit Improvisationen fortsetzen. Dabei wird der Predigttext des Sonntags musikalisch umgesetzt.

Das Orgeljubiläum wird mit Konzert und Festgottesdienst am Wochenende des 11. und 12. September gefeiert. Die Kirchengemeinde St. Petri/Margarethen freut sich auf das neue Klangerlebnis der instandgesetzten Rühlmann-Orgel, die auch in Zukunft zu Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern wieder in klarem Ton erklingen wird.

Daniela Lange

Festgottesdienst mit Pröpstin Elfriede Begrich und Kantor Christian Kopp am 1. August, 10 Uhr, St. Petri, Mühlhausen

»Bei Ihnen ist es schön«

30. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Pfarrerin Christina Weigel

Pfarrerin Christina Weigel

Die dritte sachsen-anhaltische Landesgartenschau (Laga) in Aschersleben ist zur Hälfte um. Am 17. Juli waren 85 von 170 Tagen vergangen. Aus diesem Anlass sprach die Kirchenzeitung mit Pfarrerin Christina Weigel, der Verantwortlichen für den Kirchengarten und das kirchliche Programm der Schau.

Frau Weigel, wie ist die Stimmung im Kirchengarten?
Weigel
: Richtig gut. Es macht unheimlich Spaß zu zeigen, wie vielfältig, bunt und lebendig Kirche sein kann. Das lohnt sich. Es ist aber auch anstrengend. Denn noch immer wird deutlich, dass es Vorbehalte gegen Kirche gibt. Bemerke ich es, nehme ich mir die Zeit, das in Gesprächen auszuräumen.

Die Laga empfing am 27. Juli den 300000. Besucher. Profitiert davon auch der Kirchengarten?
Weigel:
Ja. Aber nicht nur, weil der Kirchengarten im Stadtpark an einem zentralen und sehr sinnlichen Platz liegt. Auch das Programm der evangelischen, katholischen und freien Gemeinden – »Leben teilen« – kommt offenbar gut an. Den Satz »Bei Ihnen ist es so schön« höre ich immer wieder. Auch die wechselnden Mitarbeitenden aus den Gemeinden, Werken und Einrichtungen, die hier einige Tage zubringen, schöpfen Kraft.

Welche Angebote nehmen Besucher besonders gut an?
Weigel:
Durch den Ressourcengarten mit den Getreide-, Gemüse- und Kräuterbeeten gehen den ganzen Tag Menschen. Viele hinterlassen Botschaften für seine Gestalterin, Christine von Mertens. Auch die ökologisch-faire Kaffeetafel mit Kaffee, Tee, Säften und Weinen ­sowie Kuchen nehmen Besucher gern an. Immer wieder verabreden sich welche, um hier in Ruhe zu ­sitzen und über Gesehenes und ­Erfahrenes nachzudenken.
Außerdem: Von den drei Andachten, die wir an jedem Gartenschautag anbieten, sind bisher ganz wenige ohne Zuhörer geblieben.

Kommen nur Gemeindeglieder? Oder auch andere Laga-Besucher?
Weigel:
Das lässt sich nur bei denen genau sagen, mit denen die Mitarbeiter oder ich ins Gespräch kommen. Insgeheim hatte ich auf mehr Anmeldungen von Gemeindegruppen gehofft – aber vielleicht entschließen sich bis zum Ende der Gartenschau am 10. Oktober noch welche.

Welche Angebote im Kirchengarten sollten sich mögliche Besucher bis Oktober vormerken?
Weigel:
Das Programm der zweiten Halbzeit ist noch so vielfältig, da fällt die Auswahl schwer. Auf jeden Fall lassen sich die beiden großen Gottesdienste in der Stephanikirche gut mit einem Besuch der Landesgartenschau verknüpfen – der zum Diakoniesonntag am 29. August und der »Ernten«-Gottesdienst zum Abschluss am 10. Oktober. Zur »Nacht der Sinne« der Laga am 14. August ist auch der Kirchengarten bis Mitternacht geöffnet. Und am 17. August erwarten wir Bischöfin Ilse Junkermann zum Gespräch über unser Motto »Leben teilen«.

Glaube – Durst nach dem lebendigen Quell

30. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
Psalm 42, Vers 2

Der Urlaub führte mich im vergangenen Monat nach Südtirol. Bei herrlichem Sonnenschein und sommerlicher Hitze bin ich in den Bergen ­gewandert. Zum Wandergepäck gehörten einige Flaschen Wasser. Bei den hohen Temperaturen schmeckte es selbst lauwarm noch. Doch richtig erfrischend war das Wasser, das aus einer Bergquelle heraussprudelte.

Wasser ist ein lebenswichtiges Element für unseren Körper. Es soll sauber, frisch und wohlschmeckend sein. Unser Durst ist ein wichtiges Zeichen, dass wir Flüssigkeit benötigen. Ob wir nun Cola, Bier, Tee, Kaffee oder Saft genießen, am Ende ist doch immer Wasser Hauptbestandteil des Getränks, genauso wie auch unser Körper vorrangig aus Wasser besteht. Wenn wir nicht genügend zu trinken hätten, würden wir sterben.

Doch Durst hat man nicht nur körperlich. Nein, es gibt auch einen seelischen und geistlichen Durst. Dann ergreift uns eine tiefe Sehnsucht nach Liebe beispielsweise, nach Reichtum, nach Anerkennung, nach Ruhm oder nach beruflichem Erfolg.

Jörg Bachmann ist Pfarrer in Fraureuth

Jörg Bachmann ist Pfarrer in Fraureuth

Und unsere Seele kann Durst haben nach einem sinnerfüllten Leben, nach etwas, was unsere körperliche und materielle Welt nicht bieten kann. Ein geistiger Durst nach Frieden, Freude und Erfüllung.

Wir hören den Beter des 42. Psalms rufen, wie er sich mit seinem Durst an Gott wendet. Er fleht mit seiner ganzen Sehnsucht zu Gott. In diesen wenigen Worten drückt sich bildhaft sein großer Lebensdurst aus.

Wie ist es aber mit unserem Durst nach Gott? Brauchen wir Gott in unserem Leben, oder suchen wir nach ihm bestenfalls in Krisenzeiten, dann, wenn wir nicht mehr weiterwissen? Sind wir zufrieden mit religiöser Pflicht? Leben wir unser Leben jeden Tag in der Sehnsucht nach ­Gottes Führung und Begleitung, nach Gottes Hilfe und Beistand? Lassen wir unseren Glauben an Gott doch frisch und lebendig sein wie das Bergquellwasser!

Jörg Bachmann, Pfarrer in Fraureuth

Glockenton in Schullandschaft

30. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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So wie für Pia beginnt für viele Kinder nun die Schule. Einige werden sogar die ersten Lernenden in einer neu ­gegründeten Einrichtung sein. Foto: BilderBox.com

So wie für Pia beginnt für viele Kinder nun die Schule. Einige werden sogar die ersten Lernenden in einer neu ­gegründeten Einrichtung sein. Foto: BilderBox.com


Bildung: Im neuen Schuljahr gehen in Thüringen drei weitere evangelische Schulen an den Start

Die Schule direkt neben der Kirche und der Kantor zugleich Lehrer – so eng, wie sich historische Bildungspolitik hier dokumentiert, wird die Verbindung nie mehr werden. Doch schaut man auf die Schulneugründungen, hat christliche Werteerziehung wieder Konjunktur.

Das hätte ich mir nie träumen lassen«, gesteht die Apoldaer Superintendentin Bärbel Hertel, »dass ich mal eine Schule gründe!« Wahrhaftig: Am ersten Sonnabend im August werden die Glocken in Apolda ein neues Stück Schulgeschichte einläuten. Dann feiern Bärbel Hertel, die 29-jährige Schulleiterin Heike Pilz, immens viele engagierte Eltern und natürlich die Kinder in der Lutherkirche Gottesdienst, weil die erste evangelische Grundschule in ihrem Kirchenkreis den Betrieb aufnimmt.

»Vor etwa zwei Jahren gab es erste Überlegungen«, erinnert sich Superintendentin Hertel, in deren Büro viele ­Fäden zusammenliefen. »Bei der Veranstaltung im Stadthaus dann im Frühjahr 2009 herrschte regelrechter Trubel.« Flugs gründete sich ein Förderverein, Konzepte wurden geschrieben. »Die Eltern waren hoch motiviert und dabei keineswegs unbedingt Mitglieder der Kirchengemeinde. Aber plötzlich stand die Internetseite, jemand entwarf ein Logo, dieser kannte noch jenen …«

Und so beziehen Lisann, Clara, Bernhard und die anderen 16 Kinder aus der 1. Klasse am 7. August ihren Klassenraum in der Apoldaer Bergschu­le, in der sie Tür an Tür mit den Apoldaer Gymnasiasten lernen werden. Freilich ein wenig anders: »Gebundene Ganztagsschule« nennt das kleine Team sein Konzept. Drei Mal in der Woche erstrecken sich Schulangebote über den ganzen Tag, der übliche 45-Minuten-Takt des Unterrichts wird aufgehoben zugunsten sogenannter Blöcke, in denen die Kinder später auch altersgemischt in Lerngruppen und an Projekten arbeiten, Exkursionen unternehmen, ihrem eigenen Rhythmus und Tempo folgen dürfen und ihre Schule nicht nur als Lern-, sondern als Lebensort wahrnehmen.

Ein Konzept, wie es sich ganz ähnlich in Sömmerda liest. Auch hier ergriffen Eltern im Gemeindezentrum die Initiative, aus der heraus die Evangelische Grundschule Sömmerda gegründet wurde. 14 kleine Sömmerdaer und Kinder aus der Umgebung sind mit dem Schuljahresstart Schulleiterin Cornelia Schäfer und ihrem Team anvertraut, das neben dem reformpädagogischen auch seinen integrativen Ansatz hervorhebt – fünf der Kinder werden voraussichtlich einer besonderen Förderung bedürfen. Was beide Schulen mit »christlicher Verantwortung und Erziehung« meinen, erfahren die Schulanfänger gleich am ersten Schultag: Nicht mit dem Klingelzeichen und vielleicht Stramm-in-der-Bank-Stehen beginnt er, sondern mit dem täglichen Morgensingen.

»Viele Eltern wollen vorrangig eine christliche Werteerziehung«, beobachtet Marco Eberl, Vorsitzender der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland, die die beiden neuen Grundschulen trägt. Umso bemerkenswerter sei das, da in Thüringen etwa die Hälfte der Kinder an evangelischen Schulen aus atheistischen Elternhäusern stamme. Dass gerade die Grundschulen so im Kommen sind, hat für Marco Eberl mit einem enormen Nachholebedarf zu tun: »Im Bereich der Freien Schulen ist Deutschland ein Entwicklungsland.« Knapp 9,5 Prozent der Schüler lernen in Thüringen an Freien Schulen, bundesweit sind es sogar nur 7,8 Prozent.

Zum Vergleich: In den Niederlanden gehen 76 Prozent und selbst in Großbritannien 40 Prozent der Schüler an nichtstaatliche Schulen. Umso erfreulicher ist für den  Stiftungsvorsitzenden, dass sich zu den beiden Thüringer Neugründungen mit diesem Schuljahr noch eine dritte gesellt: das Evangelische Gymnasium in Meiningen.

Zehn Grund-, zwei Regelschulen und fünf Gymnasien trägt damit allein in Thüringen die Schulstiftung. Grenzen einer solchen Entwicklung allerdings setzt der Freistaat per Finanzierung. »Und da gibt es teils immer noch die typisch deutsche Perspektive: Schule muss der Staat machen.« Schwierig sei es oft, geeignete Gebäude zu finden.

»Dennoch ist diese Bewegung für mich eine Art kulturelle Rekonstruktion«, erklärt Marco Eberl, »ein Stück Wiederbelebung von Christentum im Alltag, von dem wir einen Teil hier verloren hatten.«

Eine wunderbare Bestätigung seiner Worte nennt Superintendentin Bärbel Hertel: »Schon drei Kinder aus unserer neuen ersten Klasse in Apolda sind jetzt zur Taufe angemeldet!«

Kathrin Schanze

Künftig ohne Kastanien?

28. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Neugestaltung des Schlossplatzes in Wittenberg wirft Fragen auf

Blick auf den Schlossplatz der Lutherstadt Wittenberg. Kurz vor Redaktionsschluss am Dienstag erfuhr die Redaktion, dass die erste Kastanie bereits gefällt wurde. Foto: Achim Kuhn

Blick auf den Schlossplatz der Lutherstadt Wittenberg. Kurz vor Redaktionsschluss am Dienstag erfuhr die Redaktion, dass die erste Kastanie bereits gefällt wurde. Foto: Achim Kuhn

Auf eine Vervollständigung der bisherigen »Mosaiksteinchen« im Hinblick auf ernestinisches Schloss und askanische Burg hofft Andreas Hille bei Ausgrabungen auf dem Schlossplatz in Wittenberg. Bei einer Diskussionsrunde in der Evangelischen Akademie in der Lutherstadt begründete der Archäologe vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt seine Zuversicht unlängst damit, dass bei Bodenuntersuchungen in Wittenberg schon oft klein angefangen wurde und dann sei (Stichwort Anbau am Lutherhaus) »etwas Großes« rausgekommen.

Die jüngste Grabung steht im Zusammenhang mit geplanten baulichen Aktivitäten in Wittenberg bis zum Reformationsjubiläum 2017. Laut Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD) belaufe sich das Investitionsvolumen auf etwa 50 Millionen Euro. Davon müssen die EU-Mittel bis 2015 verbaut sein. Was die Sanierung des Schlossensembles und dessen künftige Nutzung betrifft, so sei im Erdgeschoss ein Empfang für die Schlosskirche vorgesehen, in der ersten Etage eine reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek.

Und in einen noch zu errichtenden Südflügel wird das Evangelische Predigerseminar einziehen. Im Gegenzug erhält die Stiftung Luthergedenkstätten mit dem Augusteum als bisherigem Sitz des Seminars dringend benötigte Flächen etwa für eigene  Sonderausstellungen. Die Baulast trage sie schon.

Vorigen Monat hatte das Land Sachsen-Anhalt eine Million Euro für Planungsarbeiten und die Grabungen für dieses Jahr bereitgestellt. Seit dem 28. Juni koordiniert die sachsen-anhaltische Landesentwicklungsgesellschaft (Saleg) die Untersuchungen. Bereits Anfang Juli, so Saleg-Mann Frank Herfurth, waren etwa 2000 Tonnen Aushub abtransportiert worden, inzwischen dürfte es erheblich mehr sein. Nun ist klar, dass, wo gehobelt wird, Späne fallen.

Im Fall des Schlossplatzes werden es allerdings ganze Bäume sein. Konkret handelt es sich um stattliche Kastanien, die der Zukunft im Weg stehen. Die Bäume spenden nicht nur Schatten und prägen das Bild des Platzes zum Teil seit fast 150 Jahren. Sie bieten auch Lebensraum. Buchfinken sind es gegenwärtig, deren Drang zur Arterhaltung zumindest eine Galgenfrist für zwei der fünf grünen Riesen zur Folge hat: Solange die Piepmätze brüten, darf nicht gefällt werden. Nicht gegraben werde auch an zwei weiteren Kastanien, deren Wurzeln über Versorgungsleitungen liegen.

Bäume in die Planung einbeziehen und nicht fällen
Mit ihrem »Talk am Turm« wollten Akademiedirektor Friedrich Kramer und die für Umweltmanagement zuständige Studienleiterin Siegrun Höh-ne den zahlreich erschienenen Besuchern die Möglichkeit geben, sich Informationen aus erster Hand zu holen. Denn genau daran hat es dem Anschein nach in der Vergangenheit gehapert.

Von einem Kommunikationsdesaster sprach ein Besucher. Wichtig sei nicht, was er (Naumann) gesagt habe, sondern was bei den Menschen ankommt. Nicht zerstreuen ließen sich Zweifel an der Notwendigkeit des Anbaus, zumal die Direktorin des Predigerseminars, Hanna Kasparick, einräumte, dass ihre Einrichtung im Augusteum gut aufgehoben sei.

Allerdings gehe es um eine »Gesamtlösung für Wittenberg, wo alle gewinnen«. Inwieweit die Natur dabei verliert (und mit ihr der Mensch?), ließ sich erahnen, als Siegrun Höhne vom Wert der Bäume sprach. Abgesehen vom emotionalen Wert haben sie auch einen messbaren: Je nach Art und Alter speichern sie pro Jahr einige Tausend Tonnen Kohlendioxid und filtern ebenso viel Staub aus der Luft. Höhne, die sich grundsätzlich darüber freue, dass der »hässliche Schlossplatz ästhetisch gestaltet werden soll«, bat die Verantwortlichen, entweder einen Teil des Altbaumbestandes in die Bauplanungen mit einzubeziehen. Oder, falls dies nicht geht, Neupflanzungen wegen des Klimaschutzes im Stadtgebiet vorzunehmen.

Nach dem jetzigen Stand sind offensichtlich 23 Ersatzbäume vorgesehen. Das ist, nicht nur nach Höhnes Auffassung, zu wenig. 

Corinna Nitz

Muttis Arbeit

26. Juli 2010 von redaktionguh  
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Wenn Mutti früh zur Arbeit geht, dann bleibe ich zu Haus. Ich binde meine Schürze um und kehr die Stube aus …«, hieß es in einem Kinderlied aus DDR-Zeiten, das die Kleinen stolz am Frauentag der Patenbrigade vortrugen. Der Umstand, dass ein Kind hier scheinbar unbeaufsichtigt zu Hause war, blieb allerdings ungeklärt. Das Lied besang die Emanzipation der Frau – und des Kindes: Während Mutti den Beruf ausübt, macht das Kind die Hausarbeit. Heute macht Mutti das alles allein. Zumindest, wenn man einer Studie glaubt, die Gewerkschaft und Familienministerium zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Auftrag gegeben hatten und die vorige Woche in Leipzig vorgestellt wurde.

1282781_72634331Während immer mehr Frauen die Hauptverdiener ihrer Familie sind – 21 Prozent sind es gegenüber 15 Prozent 1991 – bleibe die Rollenverteilung im Haushalt die gleiche wie immer, heißt es da. Mutti putzt und kocht und kümmert sich um die Kinder neben dem Beruf. Und oft sei sie noch Druck vonseiten ihres Arbeitgebers ausgesetzt, wenn sich Arbeitszeit und Öffnungszeit des Kindergartens nicht vereinbaren lassen, sagt die Studie.

»Wenn ich gewusst hätte, wie schwer das alles ist, hätte ich mich nicht für ein Kind entschieden«, bekennt eine junge Frau in einer Radioreportage, als es um einen Betreuungsplatz geht, den sie für ihr Kind nur schwer und für viel Geld ergatterte.
Dazu passt eine Meldung des Müttergenesungswerkes. Das hat erneut die Ablehnungspraxis der Krankenkassen für Mutter-Kind-Kuren kritisiert. Es sei unverständlich, warum kranke und belastete Mütter so viele Hürden überwinden müssen, wenn sie einen Kurantrag einreichen, hieß es da.

So richtig wundern kann man sich deshalb nicht, wenn Deutschland immer älter wird und immer weniger Kinder geboren werden. Umso mehr freut man sich über jede Kinderwagen schiebende Familie und jeden Vater, der Elternzeit nimmt. Dabei müsste das alles doch selbstverständlich sein.

Christine Reuter

Offene Türen in Henfstädt

23. Juli 2010 von redaktionguh  
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Kirche und Tourismus: Unterwegs auf dem Werratal-Radweg

Radtouristen kämpfen nicht nur mit Wetter, Anstiegen und Sitzbeschwerden. Sie versuchen, ­während sie unterwegs sind, den Widerspruch zwischen Vorwärtskommen und Verweilen zu lösen. Deshalb lieben sie weder Umwege noch Wartezeiten.

Hans Langner wohnt im ehemaligen Pfarrhaus gleich neben der Kirche und kümmert sich um Gebäude, Blumen und Gäste. Foto: Thomas Schäfer

Hans Langner wohnt im ehemaligen Pfarrhaus gleich neben der Kirche und kümmert sich um Gebäude, Blumen und Gäste. Foto: Thomas Schäfer

Im April ist die Morgenluft im Oberen Werratal noch sehr kalt, auch wenn dann tagsüber die Sonne schon wärmt. Wir sind der Aschewolke über Island inzwischen dankbar, die den Besuch bei Freunden in England verhinderte und Freiraum für eine spontane Fahrradtour von der Quelle bis zur Mündung der Werra schaffte. Was für eine herrliche Landschaft, was für ein zumeist gut ausgebauter Werratal-Radweg und was für eine Fülle sehenswerter Dinge: zum Beispiel die Kirche in Henfstädt genau auf der Mitte zwischen Hildburghausen und Meiningen. Ihre imposante Lage und der interessante Staffelgiebel am Turm machen uns neugierig.

Es ist noch nicht einmal 9 Uhr, als wir die Fahrräder an der Kirche abstellen. Eine freundliche Frau putzt die Fenster im Haus daneben. Unsere Frage, ob man in die Kirche könne, beantwortet sie mit einem lauten Ruf nach Hans Langner. Er wohnt im Obergeschoss des ehemaligen Pfarrhauses, das jetzt der politischen Gemeinde gehört und im Erdgeschoss die Heimatstube birgt.

Es vergehen nur wenige Minuten, bis Hans Langner kommt. Obwohl wir ihn in der Morgentoilette gestört haben und er normalerweise erst gegen 10 Uhr aufschließt, begrüßt er uns und öffnet wie selbstverständlich alle Türen. »So alte Gemäuer können nicht genug lüften«, erklärt er ohne Umschweife. Wir schauen uns in der gepflegten Dorfkirche gotischen Ursprungs um. Dass sie einmal vom Verfall bedroht war, ist heute nicht mehr vorstellbar. Hans Langner weist uns auf einige Besonderheiten hin, drückt uns schließlich eine Beschreibung in die Hand und lässt uns allein. Als wir wieder in die Pedale treten, verbindet sich mit Henfstädt eine freundliche Erinnerung.

Nach einigen Monaten kommen wir noch einmal hierher. Diesmal ist es sommerlich heiß und Hans Langner erwartet uns, denn wir sind angemeldet. Wie an jedem Mittwochnachmittag treffen sich die Frauen zum ­gemeinsamen Kaffeetrinken in der Heimatstube. Wir setzen uns zum Gespräch in den Schatten der Kirche.

Hans Langner, der ehemalige Rinderzüchter aus Berlin, kam 1954 nach Henfstädt, heiratete, wanderte in den letzten DDR-Jahren nach Niedersachsen aus und kehrte schließlich 2005 zurück. Seither wohnt er hier mit seiner Frau, hat die Kirche und das Umfeld in seine ganz persönliche Pflege genommen und ins Herz geschlossen. Das ist zu spüren an der Art, wie er erzählt, und an vielen Details zu sehen. »Man muss immer dranbleiben«, ist die Devise des fast 71-Jährigen. »Spinnweben finden Sie bei mir nicht.« Kleine Ausbesserungen von Farbe und Putz nimmt er in Absprache mit den Verantwortlichen selbst vor, mäht die Wiese hinter dem Gotteshaus, hat gemütliche Sitzmöglichkeiten eingerichtet und sorgt innen und außen für Blumenschmuck. Demnächst sei eine Taufe, da müsse er schon weiße Blüten besorgen, erklärt er, der selbst nicht zur evangelischen Kirchengemeinde gehört. Wenn er Blumen braucht, fragt er im Dorf nach.

Als in den vergangenen Jahren die Nößler-Orgel restauriert und schließlich 2009 eingeweiht wurde, legte er mit Hand an, und die Orgelbauer ­blieben nicht ohne einen heißen Tee. Begeistert erzählt er vom Konzert des Saalfelder Kirchenchores, dessen Mitglieder alle im Dorf untergebracht ­waren, oder vom Krippenspiel, von Fackeln im Hof vor der ­Kirche, von Glühweinausschank oder dem »lebendigen Adventskalender«. »Wie man in den Wald reinruft, schallt es zurück«, sagt er und ist um ein gutes Klima bemüht.

Uta Schäfer

Und großes Staunen erfüllt die Seele

23. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden. Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.
Psalm 48,11

Zum Gotteslob in seiner ganzen Größe sind wir gerufen. Einzustimmen in den Lobpreis bis an der Welt Enden. Haben Sie das in diesem Sommer vielleicht auch schon an einem besonderen Ort ­getan? Auf dem Gipfel eines Berges, wo man sich dem Himmel ein Stück näher fühlt, die Wolken zu fassen sind und die sonst so großen Dinge klein ­erscheinen.

Oder standen Sie am Meeresufer mit dem Blick über die Weiten des Wassers und am Horizont das scheinbare Ende, Weitblick ohne Ablenkung, und der Wind bläst einem ins Gesicht. Die Gedanken werden frei. Unser menschliches Auge scheint die Grenzen der Erde zu erfassen und großes Staunen erfüllt die Seele.
Gott, du erfüllst das All. Wo ich sitze oder stehe, wo ich liege oder gehe, bist du, Gott, bei mir, wo auch immer ich bin. Auf dem Gipfel der Berge oder am Rand des großen Meeres. Ich brauche solche Momente in den Engen des Alltags, in den Engen meiner Gedanken.

Claudia Kuhn

Claudia Kuhn

Und dann trete ich ein in einen großen Dom, ­einen Ort, an dem meine Gebete zu dir aufsteigen können. Einen Ort, an dem schon Menschen über Generationen deine Nähe gesucht haben und ­suchen und wo Himmel und Erde sich berühren. ­Einen Ort, wo dein Wort erklingt und mir deine Größe und Gerechtigkeit immer wieder aufs Neue vor Augen führt und eine große Sehnsucht wach wird nach deiner Gerechtigkeit in einer Welt voller Grenzen, voller Enge, voller Kleinheiten.
Die Sehnsucht, einen Weg mit Ihm zu gehen,  sich von Ihm begeistern zu lassen oder wie es der Psalm 48 am Ende ausdrückt: Ziehet um Zion herum und umschreitet es, zählt seine Türme; habt gut acht auf seine Mauern, durchwandert seine Paläste, dass ihr den Nachkommen davon erzählt: Wahrlich, das ist Gott, unser Gott für immer und ewig. Er ist’s, der uns führet.

Claudia Kuhn, Pfarrerin in Osterburg

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