Ein Stück Himmel auf Erden

1. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Thüringen (Archiv)

Abschluss eines langen Weges: Landesbischöfin Ilse Junkermann (auf der ­Kanzel) weiht mit einem Festgottesdienst die restaurierte Teichwitzer Kirche wieder ein. Foto: Karsten Schaarschmidt

Abschluss eines langen Weges: Landesbischöfin Ilse Junkermann (auf der ­Kanzel) weiht mit einem Festgottesdienst die restaurierte Teichwitzer Kirche wieder ein. Foto: Karsten Schaarschmidt


200 Gäste feierten mit den Teichwitzern die Wiedereinweihung ihrer Kirche.

Geschichten gibt es, die nach Zeit verlangen, bis sie ein glückliches Ende finden. Die Geschichte der Restaurierung der 1734 erbauten Teichwitzer Kirche ist eine solche. Über sechs Jahre zog sich die Sanierung hin. Am 27. Juni fand sie ihr glückliches Ende. Landesbischöfin Ilse Junkermann weihte die Kirche des 120-Seelen-Dorfes nahe dem ostthüringischen Weida, deren Namenspatron nun Johannes der Täufer ist, vergangenen Sonntag wieder ein. »Jede Kirche ist ein Stück Himmel auf Erden, und ich freue mich, das Teichwitz wieder ein Stück Himmel auf Erden hat«, gratulierte sie der Gemeinde.

Es ist ein strahlendes Stück Himmel auf Erden. »Unvergleichlich« sei der jetzige mit dem Zustand vor der Renovierung, freut sich Pfarrer Martin Schäfer. »Klein und eng« habe das vormals von Dunkelblau und Grautönen beherrschte Gotteshaus gewirkt, das sich nun »hell und weit« vorstellt. Sechs frühere Farbfassungen fand Malermeister Eckhard Kahnt, zwei wurden von der Gemeinde favorisiert und von den Handwerkern brillant umgesetzt, inklusive feiner Marmorierungen am Kanzelaltar sowie an den Emporen.

Die Wiedereinweihung ihrer Kirche feierten die Teichwitzer mit einem Fest unter dem Motto »Gemeinden laden Gemeinden ein«. Und mit gut 200 Gästen, darunter die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg sowie der langjährige Teichwitzer Pfarrer Joachim Schmidt, freuten sich auch zahlreiche Christen des Kirchspiels Weida, zu dem außer Teichwitz neun weitere Gemeinden gehören, mit den Christen des kleinen Dorfes. Der vom Posaunenchor Weida und von Chören der Gemeinden musikalisch begleitete sowie neben der Landesbischöfin von Pfarrer Martin Schäfer und Pastorin Christine Schäfer gestaltete Gottesdienst am Sonntagmorgen war der Auftakt der ganztägigen Feier. In ihrer Predigt verwies Landesbischöfin Junkermann darauf, dass die Teichwitzer mit dem neuen Namenspatron »eine besondere Verpflichtung« übernehmen würden, nämlich, von sich weg auf andere, auf Menschen in Not zu zeigen, für sie »Wegbereiter und Wegbegleiter« im christlichen Sinne zu sein. Mit der Orientierung an Johannes dem Täufer »können unsere Wege Friedenswege sein«, sagte sie.

Gern habe sie die Einladung nach Teichwitz angenommen, so Ilse Junkermann am Rande des Festes. »In der Kirche kommt es nicht auf Größe an, sondern darauf, dass Menschen sich verbinden und treu zu ihrer Kirche stehen«, so die Landesbischöfin, beeindruckt vom großen Engagement der kleinen Gemeinde. Der Besuch helfe ihr, die Menschen kennenzulernen und sei Unterstützung, dass sie darauf vertrauen könnten, »dass Gottes Geist selbst in den kleinsten Gemeinden wirkt«.

Stolz, dass die Landesbischöfin den Weg nach Teichwitz fand, ist auch Erika Schaller. Als »Motor der Kirchensanierung« bezeichnete Pfarrer Schäfer die langjährige Bürgermeisterin des Ortes, die ebenfalls Mitglied im Gemeindekirchenrat ist. Erika Schaller selbst gibt sich bescheiden. »Nicht so viel Lob, das ist nicht meine Sache«, sagt sie. Es sei trotz der vielen Arbeit eine schöne Zeit gewesen, denkt sie an die Jahre der Renovierung der Kirche zurück, vor allem, weil im Dorf an einem Strang gezogen worden sei. »Einer allein kann nichts bewirken, hier sind immer alle mitgegangen«, sagt sie und ist »glücklich, dass wir die Sanierung nun geschafft haben«.

Dieses gemeinsame Engagement war bei dem sich an den Gottesdienst anschließenden Fest auf dem Dorfplatz und in der Kirche wieder spürbar. Dort erinnerte eine Dokumentation an die Schritte der Sanierung, ein Video informierte über Johannes den Täufer, der Flötenkreis lud zu einer musikalischen Feierstunde ein, und selbstredend war für das leibliche Wohl gesorgt. Übrigens, die Kollekte des Tages wird für die bevorstehende Sanierung der Orgel verwendet, aber angesichts der schon erbrachten, großartigen Leistung bestehen keine Zweifel, dass die Teichwitzer auch diese Aufgabe meistern werden.

Karsten Schaarschmidt

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