Glaube – Durst nach dem lebendigen Quell
30. Juli 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
Abgelegt unter Wort zur Woche
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
Psalm 42, Vers 2
Der Urlaub führte mich im vergangenen Monat nach Südtirol. Bei herrlichem Sonnenschein und sommerlicher Hitze bin ich in den Bergen gewandert. Zum Wandergepäck gehörten einige Flaschen Wasser. Bei den hohen Temperaturen schmeckte es selbst lauwarm noch. Doch richtig erfrischend war das Wasser, das aus einer Bergquelle heraussprudelte.
Wasser ist ein lebenswichtiges Element für unseren Körper. Es soll sauber, frisch und wohlschmeckend sein. Unser Durst ist ein wichtiges Zeichen, dass wir Flüssigkeit benötigen. Ob wir nun Cola, Bier, Tee, Kaffee oder Saft genießen, am Ende ist doch immer Wasser Hauptbestandteil des Getränks, genauso wie auch unser Körper vorrangig aus Wasser besteht. Wenn wir nicht genügend zu trinken hätten, würden wir sterben.
Doch Durst hat man nicht nur körperlich. Nein, es gibt auch einen seelischen und geistlichen Durst. Dann ergreift uns eine tiefe Sehnsucht nach Liebe beispielsweise, nach Reichtum, nach Anerkennung, nach Ruhm oder nach beruflichem Erfolg.

Jörg Bachmann ist Pfarrer in Fraureuth
Wir hören den Beter des 42. Psalms rufen, wie er sich mit seinem Durst an Gott wendet. Er fleht mit seiner ganzen Sehnsucht zu Gott. In diesen wenigen Worten drückt sich bildhaft sein großer Lebensdurst aus.
Wie ist es aber mit unserem Durst nach Gott? Brauchen wir Gott in unserem Leben, oder suchen wir nach ihm bestenfalls in Krisenzeiten, dann, wenn wir nicht mehr weiterwissen? Sind wir zufrieden mit religiöser Pflicht? Leben wir unser Leben jeden Tag in der Sehnsucht nach Gottes Führung und Begleitung, nach Gottes Hilfe und Beistand? Lassen wir unseren Glauben an Gott doch frisch und lebendig sein wie das Bergquellwasser!
Jörg Bachmann, Pfarrer in Fraureuth




