Loben zieht nach oben
14. August 2010 von redaktionguh
Abgelegt unter Wort zur Woche
Die sollen loben den Namen des Herrn, denn sein Name allein ist hoch, seine Herrlichkeit reicht so weit Himmel und Erde ist.
Psalm 148, Vers 13

Christian Dietrich, Pfarrer in Nohra
Wie ist das, Gott über alles loben – mitten im Chor der Schöpfung – und wer darf das? Am Ende des Psalmbuches im Psalm 148 finden sich zehn Hallelujas als Pendant zu den Zehn Geboten. Da heißt es zu allem, was es in dieser Welt gibt: »Die sollen loben den Namen des Herren; denn er gebot, da wurden sie geschaffen.« Loben sollen die Mineralien und das Erdöl, die Eisbären und der »Große Fuchs«, das Korallenriff und der Eichenwald, der Sternenhimmel und die, die dies alles entdecken und erforschen.
Doch diese Einladungen zum Lobpreis sind nicht als ökologische Gebote zu verkürzen. Nicht wir bewahren die Schöpfung, sondern sie bewahrt uns vor der Selbstüberschätzung. Wer im Staunen über die Wunder Gottes den Mund zum Halleluja formt, wird Teilhaber (Hebräer 12,10), Teil der Schöpfung der Zukunft. Wer das Morgenlied der Amsel vergisst, das Summen der Bienen am Lavendel, das Rauschen des Bächleins, wer das nicht hört, der soll sich nicht wundern, wenn sein Herz das Singen verlernt. Und ein alter Spruch sagt: »Loben zieht nach oben.«
Gott loben begeistert und die Gemeinde gründet in diesem Lobpreis. Als naiv und weltfremd, introvertiert oder reaktionär wurde und wird diese Geborgenheit bespöttelt und gar bekämpft. Doch solange der Schöpfer seine Schöpfung am Leben hält, wird auch sein Oratorium erklingen: Des Herrn Name allein ist hoch, sein Lob geht, soweit Himmel und Erde ist und wer sein Lob singt, der hat Teil an seinem ewigen Reich.
Christian Dietrich, Pfarrer in Nohra







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