Fröhliche Urlaubstage als Geschenk
30. Dezember 2010 von redaktionguh
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Seit 2006 schenkt die Diakonie Mitteldeutschland mithilfe vieler Spenderinnen und Spender Kindern unbeschwerte Ferientage. (Foto: FrankU/Fotolia.com)
Bilanz: 147 Projekte für 2.000 Kinder konnte die Diakonie Mitteldeutschland im abgelaufenen Jahr verwirklichen.
Sie heißen Denis, Pascal und Jessy. Und sie kennen es gut, wenn fast alle Wünsche mit Blick auf den Geldbeutel verneint werden. Reisen? Schwimmbad? Kino? Fehlanzeige.
Doch es gibt Lichtblicke: Nicht weniger als 2.000 Kinder aus einkommensschwachen Familien verbrachten in diesem Jahr dank der Spendenaktion der Diakonie Mitteldeutschland »Kindern Urlaub schenken« unbeschwerte Ferientage. Oft seien das schon erholsame Wochenenden am Rande ihrer jeweiligen Wohnorte, erläutert der Sprecher des Spendenrats Roland Merten. »Da gibt es Zehnjährige, die fahren zum ersten Mal in ihrem Leben mit dem Zug.« Auch das gemeinsame Kochen, gemeinsame Mahlzeiten oder Spiele mit den Eltern – von Sozialpädagogen auf Familienfreizeiten organisiert – gehörten für viele Kinder keineswegs zum Alltag. »Und manches Kind lernt bei derlei Ausflügen sogar schwimmen«, verweist Diakoniechef Eberhard Grüneberg auf nachhaltige Effekte der Aktion.
Entspannte Tage jenseits aller häufig schon übergroßen Alltagsverantwortung, in der diese Kinder stehen, ganz neue Übungsfelder für das eigene Ich – das sei für manche dieser Biografien »nicht mit Gold« aufzuwiegen, so Grüneberg. Und nicht selten werde er gerade von älteren Menschen angesprochen, die ihm freudig mitteilen, auch im fünften Jahr der Aktion »Kindern Urlaub schenken« wieder gespendet zu haben. »Fast die Hälfte all derer, die Geld gegeben haben, spenden mehr als einmal«, verweist Grüneberg auf die erfreulich starke Spender-Bindung .
Eingegangen sind auf diese Weise bis kurz vor Jahresende fast 97.000 Euro, aufgestockt bereits um 30.000 durch die Share Value Stiftung. Und erstmals kamen auch Kinder aus Sachsen in den Genuss gespendeter Urlaubstage. »Alle Spenden kommen ohne jegliche Abzüge direkt den Kindern zugute«, versichert Roland Merten. Bezahlt würden davon Verpflegung, Unterkunft und Fahrt. Mit 15 Euro wird ein Urlaubstag veranschlagt. Viele der erstmals über 1.000 Spenderinnen und Spender in diesem Jahr rechneten gewissermaßen auch gleich in Urlaubstagen. Und so kamen nicht weniger als 73 Kinderprojekte in Sachsen-Anhalt, 56 in Thüringen und 18 in Sachsen zustande.
Angesichts wachsender Armut dennoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Keineswegs, ist sich der Erziehungswissenschaftler Merten sicher und verweist auf insgesamt über 5.000 Kinder, die von dieser Aktion in den vergangenen fünf Jahren bereits profitieren konnten. Dabei sei es das eine, Not zu lindern. Mindestens genauso wichtig aber sei es, mittels politischer und struktureller Veränderungen zu verhindern, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklaffe.
Kathrin Schanze
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