Kein Verständnis

Proteste gegen den Bundesparteitages der NPD gab es im vergangenen Jahr in Hohenmölsen. Foto: Alexander Bley

Proteste gegen den Bundesparteitages der NPD gab es im vergangenen Jahr in Hohenmölsen. Foto: Alexander Bley

Gemeindekirchenratsvorsitzender wegen Kandidatur für die NPD ausgeschlossen

Er war stets engagiert in der Kirchengemeinde, hat sich lebhaft mit Leib und Seele für die Menschen und die Kirchen eingesetzt, sagt geradezu, was er denkt. Das sei nicht immer einfach gewesen, aber doch fruchtbar. So beschreibt ihn Pfarrer Thomas Wisch aus Teuchern im Kirchenkreis Naumburg-Zeitz: Hans Püschel, noch Bürgermeister in Krauschwitz und bis vor kurzem Vorsitzender im Gemeindekirchenrat des Kirchspiels Teuchern, hat jetzt Schlagzeilen gemacht. Er will für die NPD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 20. März kandidieren.

»Unvereinbar mit dem Ehrenamt eines Kirchenältesten«

Der Kirchenkreis hat deshalb die Notbremse gezogen und ihn aus dem Gemeindekirchenrat ausgeschlossen, wie am 20. Januar bekannt wurde. »Wir bedauern, dass diese Entscheidung notwendig geworden ist«, sagt Superintendent Reinhard Voitzsch. Mit seiner Entscheidung habe er dem Kirchenkreis jedoch »keine andere Möglichkeit gelassen«. Püschels Kandidatur sei »unvereinbar mit dem Ehrenamt eines Kirchenältesten« ist die Begründung. Die Landessynode hatte 2009 votiert, dass die Mitgliedschaft in Parteien und Gruppierungen, die die Verfassung beschädigen oder abschaffen wollen, als unvereinbar mit einem Haupt- oder Ehrenamt in der EKM ist.

Die Gemeindeglieder und Kirchenältesten aus Teuchern verstehen Hans Püschel nicht. Man habe es sich auch nicht leicht gemacht, so Pfarrer Wisch, und lange mit ihm gesprochen. Natürlich kennen sie sein Engagement für eine Sache und für Gerechtigkeit in der Gesellschaft, aber dass er das mit der NPD koppelt, kann niemand nachvollziehen. Püschel jedoch ist der Überzeugung, damit etwas bewegen zu können. Das Parteiprogramm lese er nicht, hatte er gegenüber dem Pfarrer geäußert, das sei ja bloß Papier.

Schon im November hatte Hans Püschel für Schlagzeilen gesorgt, als er den NPD-Bundesparteitag im nahe gelegenen Höhenmölsen besuchte und die Partei öffentlich gelobt hatte. Seinem Ausschluss aus der SPD kam er damals zuvor und quittierte von sich aus die Mitgliedschaft dort.

(mkz/epd)

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