Einkehr am Elberadweg

29. April 2011 von redaktionguh  
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Radfahrerkirche Steckby startete Ostermontag in die vierte Saison.
 
Nach dem Gottesdienst startete Pfarrer Reinhard Hilling (2. v. r.) mit Kirchenbesuchern zur Radtout. (Foto: Daniela Apel)

Nach dem Gottesdienst startete Pfarrer Reinhard Hilling (2. v. r.) mit Kirchenbesuchern zur Radtout. (Foto: Daniela Apel)

 
Mit einem Gottesdienst wurde in der Radfahrerkirche Sankt Nicolai zu Steckby (Kirchenkreis Zerbst) am Ostermontag in die diesjährige Saison am Elberadweg gestartet.

In seiner Predigt blickte Pfarrer Reinhard Hillig auf eine Erfolgsgeschichte zurück. »In den vergangenen drei Jahren sind hier fast 7500 Menschen eingekehrt.« Nur allzu gern nahmen sie das Angebot an, an diesem Ort der Stille zu verweilen. Mancher trat ein, um bei einer Rast neue Kraft zu schöpfen.

Nicht wenige nutzten die Pause zur Besinnung. Das belegten einige der Eintragungen aus dem Anliegenbuch, die Pfarrer Hillig vorlas. »Danke für die Gelegenheit zum Beten und zum Singen«, lautete eines der Zitate.

Von einer Kirche, die kurz davor stand, gesperrt zu werden, habe sich Sankt Nicolai zu einem offenen, einladenden Gotteshaus entwickelt, erklärte Reinhard Hillig. Er erinnerte an die dringend notwendige Sanierung des Fachwerkturms. Die Schäden im Gebälk waren so stark, dass den Steckbyern der Verlust des Wahrzeichens drohte. Um finanzielle Unterstützung bemühte sich die Kirchengemeinde zunächst jedoch vergeblich.

Da reifte im Gemeindekirchenrat die Idee von einer Radfahrerkirche – eine Idee, für die gleich zwei Argumente sprachen. Zum einen führt der Internationale Elberadweg unmittelbar durchs Dorf. Zum anderen ist der Heilige Nikolaus nicht nur Schutzpatron der Kirche, sondern ebenfalls der Reisenden. Das Konzept überzeugte die Geldgeber, Fördermittel flossen und die Wiederherstellung des Turms erfolgte.

Im Mai 2008 wurde der mittelalterliche Feldsteinbau als erste Radfahrerkirche Anhalts eröffnet. Inzwischen sei sie zu einer »guten, festen Institution am Elberadweg« geworden, stellte Boris Krmela erfreut fest. Neben der Möglichkeit der selbstständigen Erkundung des Sakralbaus zeichnen diese ebenfalls die wechselnden Ausstellungen aus. So wies der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats auf die eindrucksvollen Grafiken von Ludwig Krause hin, die ab sofort das Vestibül zieren.

Mit leichter Feder hat der Berliner Stadtplaner Sehenswürdigkeiten entlang des Elberadweges zu Papier gebracht. Noch ganz frisch ist die Zeichnung von Sankt Nicolai, die sich da in die 35 Werke einreiht. Länger als eine Viertelstunde brauche er nicht für eine seiner »beschreibenden Skizzen«, verriet Ludwig Krause lächelnd, als er nach dem Gottesdienst einiges zu seinen Bildern erzählte.

Den passenden Abschluss des Saisonstarts bildete schließlich eine gesellige Radtour durch Steckby. Bis zum Reformationstag ist die Radfahrerkirche täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet, in den Sommermonaten sogar bis 22 Uhr.

Daniela Apel

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