Bedenklicher Trend

2. Juni 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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und-da-wird-dein-Hirn-sein-300x212Ausgerechnet zum Kirchentag haben atheistische Aktivisten wieder einmal Front gemacht. Mit einem Alternativangebot unter dem abgewandelten Kirchentagsmotto »… da wird auch dein Hirn sein« wollen sie in Dresden eine »religionslose Zone« einrichten. Verantwortlich dafür ist die Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung und die Gesellschaft zur Förderung von Aufklärung, Humanismus und Religionsfreiheit.

Nun könnten die Kirchentagstagbesucher diese bewusste Provokation mit einem Lächeln abtun.

Doch so einfach ist es – leider – nicht.

Forderungen nach einem Schutz vor der Religion sowie der Trennung von Staat und Kirche stoßen zunehmend auf offene Ohren. Selbst in den Parteien wird darüber diskutiert. Auch wenn es bislang nur Einzelstimmen sind, sollten die Kirchen das nicht unterschätzen. So sind religiöse Symbole in öffentlichen Gebäuden häufig Auslöser für Streit. Zudem gibt es auch Politiker, die die Staatsleistungen infrage stellen.

Die Kirchen merken, dass solche Tendenzen zunehmen. So hat jüngst der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad einen antikirchlichen Stimmungswandel in der Gesellschaft ausgemacht. Religionsfreiheit werde vor allem als Freiheit von Religion verstanden, anstatt die Chancen für die Gestaltung der Gesellschaft zu sehen.

Das ist in der Tat bedenklich. Schon deshalb dürfen sich die Kirchen nicht damit abfinden, wenn sie auf die Funktion als »Bundeswerteagentur« reduziert werden.

Ohnehin besitzen sie längst nicht mehr das Deutungsmonopol.

In Fragen der Bioethik oder der Friedensverantwortung befinden sie sich in einem Wettbewerb. Auch sollten sich die Kirchen davor hüten, lieb gewordene Besitzstände mit dem Verweis auf alte Rechtsansprüche zu verteidigen. Das wird auf Dauer nicht reichen.

Viel wichtiger ist es, mit inhaltlichen Angeboten zu überzeugen.

Der Kirchentag bleibt so eine Möglichkeit zu zeigen, dass der christliche Glaube nach wie vor etwas sehr Lebendiges ist.

Martin Hanusch

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