»Oase der Stille im Festtrubel«

3. Juli 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Sachsen-Anhalt plus

Zu jeder vollen Stunde gab es viertelstündige Andachten in der Marienkirche – bei der vorletzten Andacht am Sonntag sprach der Gardelegener Pfarrer Horst Dietmann zu den Gästen. (Alle Fotos: Ilka Marten)

Zu jeder vollen Stunde gab es viertelstündige Andachten in der Marienkirche – bei der vorletzten Andacht am Sonntag sprach der Gardelegener Pfarrer Horst Dietmann zu den Gästen. (Alle Fotos: Ilka Marten)

 
Sie war ein Ort zum Erholen und Genießen: Die Marienkirche bildete beim 15. Sachsen-Anhalt-Tag in Gardelegen den Mittelpunkt des Kirchendorfs – im Zentrum der Stadt und damit auch im Zentrum des dreitägigen Festtrubels. Ganz bewusst hatte sich die gastgebende Kirchengemeinde für ein Dorf und nicht für eine eigene Kirchenbühne entschieden.

»In diesem Jahr ist die Kirche unsere Bühne«, sagte der Gardelegener Pfarrer Horst Dietmann. Im lauten, turbulenten und fröhlichen Festtreiben erschien die Marienkirche als »eine Oase der Stille und der Andacht – und das war gut so«, fügte Dietmann hinzu. Ständig seien Gäste gekommen, manche gezielt zu den Andachten, andere um einen Blick in die Kirche zu werfen. »Und viele Gespräche gab es auch.« Leben war also immer in der Kirche, und das nicht nur beim gut besuchten ökumenischen Eröffnungsgottesdienst am Freitag, denn bereits am ersten Tag des Landesfestes fanden insgesamt sechs musikalische, viertelstündige Andachten statt. Am Sonnabend waren es zehn, am Sonntag noch einmal vier.
 

Dietmann zu den Gästen (Bild oben). Marvin Gerecke, Darina Herrmann, Isabella Peric und Andreas Fischer (v. l.) aus Gardelegen hatten beim Stockbrotbacken in der Jurte der Pfadfinder der Adventjugend im Kirchendorf viel Spaß.

Dietmann zu den Gästen (Bild oben). Marvin Gerecke, Darina Herrmann, Isabella Peric und Andreas Fischer (v. l.) aus Gardelegen hatten beim Stockbrotbacken in der Jurte der Pfadfinder der Adventjugend im Kirchendorf viel Spaß.


 
Gestaltet wurden die Andachten von mehr als 200 Chorsängern, Solisten und Instrumentalisten aus der Altmark sowie von Pfarrer Horst Dietmann und seinen Kollegen aus umliegenden Kirchengemeinden. Kantorin Natalia Gvozdkova sagte dazu schmunzelnd: »Man schlägt fast Wurzeln in der Kirche in diesen Tagen.« Sie begleitete die kurzen Gottesdienste mehrfach auf der Hammer-Orgel, gab am Sonntag ein Cembalo-Konzert vor 50 Zuhörern und dirigierte drei ihrer Chöre. Ihr Fazit: »Es war wichtig, dass die Kirche offen stand.«

Um die Kirche herum gab es viele Stände, Gesprächspartner und Aktionen. So konnten Kinder einen großen Baum vor der Kirche unter Anleitung von Peter Crain vom »Zentrum für soziales Lernen Magdeburg« in Bergsteigermontur erklimmen und ganz Mutige sich sogar an der Kirchturmmauer abseilen.

Peter Crain vom Zentrum für soziales Lernen Magdeburg sicherte Simon Schüler (7) aus Apenburg beim Klettern.

Peter Crain vom Zentrum für soziales Lernen Magdeburg sicherte Simon Schüler (7) aus Apenburg beim Klettern.

Zweigeteilt fiel das Fazit von Karsten Müller, Mitarbeiter des Gemeindedienstes aus, der am Stand mit seinen Kollegen Claudia Neumann, Christian Günther und Elisabeth Müller die EKM-Kampagnenhefte »Klimawandel – Lebenswandel« verteilte: »Hier im Kirchendorf ist es ruhiger als in anderen Jahren bei den Landesfesten, aber die Gespräche sind interessant.« Er und seine Kollegen verteilten daher viele Kampagnenhefte direkt beim Festumzug an die Gäste in der Innenstadt. Müller: »Mit dieser Strategie sind wir gut gefahren.« Wenn in knapp zwei Wochen das Landesfest in Thüringen gefeiert wird, sind er und seine Kollegen wieder mit ihren Broschüren und Heften dabei.

Viele – besonders junge Gäste – kamen dagegen in die Jurte der Christlichen Pfadfinder der Adventjugend (CPA), der Roten Füchse Altmark, wo sie am offenen Feuer Stockbrot backen konnten. »Wir hatten 20 Kilogramm Teig, davon ist nichts mehr übrig«, sagte Evelyn Duwanoff, die die CPA-Jurte mit betreute.

Ilka Marten

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  1. [...] die Weite.« Schließlich habe Kirche in Thüringen mehr als den Kirchenkreis Gotha zu bieten. Zum Sachsen-Anhalt-Tag vor wenigen Tagen in Gardelegen habe er das anders erlebt – mit einem breiteren Spektrum. Die [...]