Ökumene als Programm
9. September 2011 von redaktionguh
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Seit mehr als zehn Jahren hat das Domgymnasium sein Domizil im traditionsreichen Schulgebäude in der Hegelstraße. Die Turnhalle (li.) kam neu dazu. (Foto: Viktoria Kühne)
Das Ökumenische Domgymnasium in Magdeburg blickt auf 20-jähriges Bestehen zurück.
»Es hat mich von Anfang an fasziniert, eine Schule als Alternative zum DDR-Bildungssystem zu gründen«, sagt Gerhard Zachhuber. Der ehemalige Personaldezernent gehörte 1990 neben Altbischof Werner Krusche und seiner Frau Helga sowie vielen interessierten Eltern zu den Gründungsmitgliedern des Ökumenischen Domgymnasiums in Magdeburg. Damals sei es darum gegangen, eine Schule zu entwickeln, die auf christlich-ökumenischer Grundlage steht, erinnert sich Zachhuber, der von 2002 bis 2010 Vorsitzender des Kuratoriums war. Dazu gehörte von Anfang an ein verpflichtender Religionsunterricht ohne Trennung nach Konfessionen. Als Vorbild diente seinerzeit eine Schule in Bremen. Bis heute ist das Domgymnasium die einzige Schule im Osten, die sich ein solches Programm auf die Fahnen geschrieben hat. Jetzt kann die Schule auf ihr 20-jähriges Bestehen zurückblicken. Vom 14. September an wird das Jubiläum mit einer Festwoche begangen.
Aber auch sonst kann das Gymnasium, das im Jahr 2000 wieder in unmittelbare Nähe zum Dom gezogen ist, auf eine einzigartige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Derzeit besuchen knapp 800 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung.
Einen Grund für die ungebrochene Anziehungskraft sieht Schulleiter Dietrich Lührs in dem besonderen Ansatz, bei dem die Schüler in »einem Klima einer verantwortlich gelebten Freiheit« lernen können. So sollen sie nicht nur gute Leistungen bringen, sondern auch Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen.
Der Name ist dabei bis heute Programm. Nicht nur im ökumenisch besetzten Kuratorium findet das seinen Niederschlag. Auch im Schulalltag spiegelt sich das wider – im »Raum der Stille« oder bei den Schulgottesdiensten. Sichtbarstes Zeichen ist jedoch immer noch der gemeinsame Religionsunterricht.
Trotz dieser erfolgreichen Arbeit will sich die Schule nicht auf den Lorbeeren ausruhen. So hat das Domgymnasium zuletzt auch offiziell auf das Konzept einer offenen Ganztagsschule umgestellt. Jetzt gibt es Doppelstunden und eine veränderte Pausengestaltung. Damit könne auch das Konzept des gemeinsamen Lebens besser umgesetzt werden, findet Lührs.
Eine weitere Neuerung steht bereits im nächsten Jahr an. Dann will das Ökumenische Domgymnasium mit einer angeschlossenen Grundschule an den Start gehen.
Eine Konkurrenz zur bereits bestehenden Evangelischen Grundschule sei das nicht, unterstreicht der Leiter. Vielmehr solle es auch hier eine enge Kooperation geben.
Ein Gebäude für die neue Bildungseinrichtung ist bereits gefunden, bis Ende September läuft das Auswahlverfahren im Blick auf die Schulleitung, die dann mit das Konzept erarbeiten soll. Eines steht nach dem Willen von Lührs schon jetzt fest. »Das Besondere unserer Schule, das andere Miteinander, wird es auch hier geben.«
Martin Hanusch






