Immer wieder, immer schöner

Schaut man von einem der ­umliegenden Berge auf Suhl, so ist die  Hauptkirche  »St. Marien«  inmitten der ehemaligen  Altstadt nicht zu übersehen – mit ihrem  gedrungenen Turm prägt sie das Bild. Im Innern überrascht ein im Stil des Rokoko gestalteter Kirchenraum. Foto: Norbert Seidel.

Schaut man von einem der ­umliegenden Berge auf Suhl, so ist die Hauptkirche »St. Marien« inmitten der ehemaligen Altstadt nicht zu übersehen – mit ihrem gedrungenen Turm prägt sie das Bild. Im Innern überrascht ein im Stil des Rokoko gestalteter Kirchenraum. Foto: Norbert Seidel.

 

Hauptkirche »St. Marien« in Suhl feiert Wiederaufbau vor 250 Jahren.

 
Dreimal abgebrannt und wieder aufgebaut – die Hauptkirche »St. Marien« in Suhl teilte mit der Stadt und den Menschen eine wechselvolle Geschichte. In den Jahren 1487 bis 1491 gebaut, brannte beim ersten großen Suhler Stadtbrand im April 1590 auch die Hauptkirche aus. Rasch wurden Häuser und Kirche wieder aufgebaut. Bereits zwei Jahre später erhielt sie eine Glocke und eine Orgel.

In den Wirren des 30-jährigen Krieges, als kroatische Soldaten unter dem Feldherrn Isolani am Gallustag 1634 die Stadt plünderten und schließlich an mehreren Stellen anzündeten, wurde fast die ganze Stadt samt Hauptkirche ein Raub der Flammen. Die Menschen hausten in Kellerlöchern und Notunterkünften; Hunger und Seuchen machten sich breit. Nachdem Wohnhäuser und Werkstätten notdürftig hergerichtet waren, konnte ab 1643 auch an den Kirchenbau gedacht werden. Am 8. Oktober 1654 wurde die erneuerte Hauptkirche eingeweiht.

Vierzehn Stunden wütete am 1. Mai 1753 das Feuer in der Stadt Suhl. Auch die Hauptkirche war betroffen. Dank der Hilfe aus anderen Orten wurde die Stadt zügig wieder aufgebaut. Am 4. Mai 1757 begannen die Arbeiten an der Hauptkirche unter Nutzung der noch brauchbaren Mauern. Zugleich vergrößerte man aber auch die Kirche und gestaltete das Innere im heiter-festlichen Stil des Rokoko. Das Schiff erhielt drei Emporen und im Chor wurden Altar, Kanzel und Orgel schwungvoll übereinander komponiert.

Ein prächtiger Orgelprospekt krönt den Kanzelaltar. Meister Johann Michael Wagner aus Schmiedefeld baute 1760/61 die Orgel. Am 1. November 1761 konnte die so schön wieder erstandene Hauptkirche eingeweiht werden. Erst 1769/78 folgte der Turm und 1770 erhielt die Kirche ein Geläut. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde die Hauptkirche mehrfach renoviert und geringfügig umgebaut.

250 Jahre sind vergangen, seit in dieser (vierten) Hauptkirche der erste Gottesdienst gefeiert wurde. Seitdem ist diese Kirche nicht nur Versammlungs- und Gottesdienstort für die Christen in Suhl, sondern auch ein Ort der Musik und Kultur. Zahlreiche Konzerte in beiden Suhler Kirchen ­bereichern alljährlich das kulturelle Leben in der Stadt. »St. Marien« spiegelt die wechselvolle Geschichte der Stadt Suhl und zeugt vom Fleiß und der Opferbereitschaft der Menschen und ihrem Gottvertrauen.

Helmut Günzler

Die Hauptkirchengemeinde Suhl lädt am 6. November (9.30 Uhr) zum Festgottesdienst ein. Weitere Veranstaltungen sind in der Rubrik »Termine« zu finden.

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