Damit wir sicher schreiten

30. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Wort zur Woche

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klepper

Der du die Zeit in Händen hast,  Herr, nimm auch dieses Jahres Last  und wandle sie in Segen.
Evangelisches Gesangbuch 64,1

Eigentlich kann man hier nicht Schluss machen mit dem Text von Jochen Klepper, der uns zum Jahreswechsel entgegenkommt, denn Gedichte sind keine Steinbrüche, sie müssen bis zum Ende gelesen, Lieder erst recht zu Ende gesungen werden. Welche Melodie klingt in Ihnen beim Lesen dieses Textes? Die aus dem alten EKG aus reformatorischer Zeit, die noch immer viel gesungen wird, oder die 1960 von Siegfried Reda eigens zum Text komponierte aus dem aktuellen Gesangbuch?

Dietrich Ehrenwerth, Landeskirchenmusikdirektor, Erfurt

Dietrich Ehrenwerth, Landeskirchenmusikdirektor, Erfurt

Beide passen hervorragend zu Kleppers Gedicht, nachdenklich, ein bisschen schwermütig, beides keine »Eintagsfliegen-Melodien«. Und doch empfinde ich: Die neue Melodie ist näher dran an dem, was der Dichter zu sagen hat!

Obwohl Klepper eigentlich schon verboten war, konnte sein 1937 entstandenes Gedicht am Neujahrstag 1938 in der »Deutschen Allgemeinen Zeitung« abgedruckt werden. Unendlich weit entfernt scheinen wir und unsere »Lasten« von denen der ausgehenden 1930er Jahre. Oder kann man Lasten nicht gegeneinander aufwiegen? Was drückt uns?

Die persönlichen Sorgen um die Liebe(n) im Familien- oder Bekanntenkreis, das  Unerledigte des vergangenen Jahres, Bruchstückgebliebenes, alles, was so anders werden sollte, aber da standen die Zwänge dagegen – von den Lasten unserer Welt, Gewalt, Katastrophen, Klimawandel, Wohlstandssucht, Gier gar nicht erst anzufangen …

Die Zeile »und wandle sie in Segen« ist bei Reda ein Melodoiezitat: »Ich bitt, erhör mein Klagen« singen wir genauso in EG 343. Sicher kein Zufall. Unsere Lasten dürfen Gott geklagt, bei ihm abgeladen werden.

»Du« ist das am häufigsten verwendete Wort im Klepper-Text, du, der Ewige, du, der Schöpfer unseres Lebens, du, der Gnade verleiht, du, der Vollender.

Unsere Zwiesprache mit Gott, unser Gebet, unsere Bitte für 2012 »und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten«.

Dietrich Ehrenwerth

Jahrelanges Tauziehen im dritten Anlauf beendet

30. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Mitteldeutschland

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GAMAVArbeitsrechtliche Kommission der Diakonie ist durch weitere Nachwahl wieder arbeitsfähig.

Die Erleichterung war zumindest auf einer Seite groß. Nach jahrelangem Streit und einer Blockade durch die Gesamtmitarbeitervertretung ist die Arbeitsrechtliche Kommission der Diakonie Mitteldeutschland nun wieder funktionstüchtig. Mit der am 13. Dezember erfolgten zweiten Nachwahl der Mitarbeitervertreter kann das paritätisch besetzte Gremium, das u. a. die Tarife für die 25.000 Diakonie-Beschäftigten aushandelt, aktiv werden. »Ich bin froh, dass die Arbeitsrechtliche Kommission jetzt wieder arbeitsfähig ist«, sagte der Vorsitzende des Dienstgeberverbandes der Diakonie Mitteldeutschland, Klaus Scholtissek, erleichtert.

Die zweite Nachwahl der Dienstnehmerseite für die Kommission war notwendig geworden, nachdem sich bei der ersten Wahl nicht genügend Kandidaten gefunden hatten. In der Versammlung am 13. Dezember stellten sich insgesamt fünf Mitarbeitervertreter zur Wahl, sodass nun alle Sitze und Stellvertreterposten im dritten Anlauf besetzt werden konnten.

In der Diakonie werden Löhne und Gehälter nicht wie sonst üblich zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften ausgehandelt. Stattdessen gibt es den sogenannten Dritten Weg. Danach entscheidet eine Arbeitsrechtliche Kommission, die paritätisch mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern besetzt ist, über Bezahlung und Arbeitsbedingungen.

In der Diakonie Mitteldeutschland war diese Kommission zuletzt nicht mehr handlungsfähig, weil der Gesamtausschuss der Mitarbeitervertretrungen (GAMAV) keine Vertreter mehr schickte. Daraufhin hatte die Synode der mitteldeutschen Landeskirche ein Gesetz verschiedet, durch das andere Mitarbeitervertreter in einer Wahlversammlung direkt bestimmt werden sollten.

Trotz dieser Regelung brauch­te es mehrere Anläufe, ehe sich genügend Kandidaten für die Mitarbeit fanden.

Erleichtert über die erfolgte Nachwahl zeigte sich auch der Dachverband. Die Diakonie Mitteldeutschland habe »ein großes Interesse daran, dass die Ins­trumente des Dritten Weges genutzt werden«, sagte Pressesprecher Frieder Weigmann. Dagegen übte der GAMAV erneut scharfe Kritik an dem Verfahren. Er sehe für die neuerliche Wahlversammlung keine gesetzliche Grundlage und keine Legitimation, erklärte Henry Moes für die Vertretung. So seien lediglich 29 Wahlberechtigte ­angereist und die zwei Mitglieder und drei Stellvertreter mit jeweils 7 bis 16 Stimmen in die Kommission gewählt worden.

Diesen Vorwurf weist die Dienstgeberseite nachdrücklich zurück. Die Nachwahl sei »regulär und gesetzesmäßig«, erklärte ihr Vorsitzender auf Nachfrage. Der GAMAV habe alles unternommen, die Arbeitsrechtliche Kommission zu blockieren. »Die Wahl jetzt als undemokratisch abzuquali­fizieren ist nicht glaubwürdig«, so Scholtissek. Dennoch scheint es noch keineswegs sicher, dass der Konflikt endgültig vom Tisch ist.

Man werde sich juristisch beraten lassen und gegebenenfalls die »Rechtmäßigkeit des Verfahrens von einem Kirchengericht prüfen lassen«, kündigte der Gesamtausschuss an.

Martin Hanusch

Mit Zuversicht?

29. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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FotoWirklich überraschend kommt das Ergebnis nicht. Die Grundstimmung der Deutschen ist weiter überwiegend pessimistisch. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Infratest dimap findet nur gut jeder Dritte, dass die Verhältnisse in Deutschland Anlass zur Zuversicht geben. Dagegen sehen 58 Prozent der Bun­desbürger eher Anlass zur Beunruhigung, im Osten sogar mehr als zwei Drittel.

Ein Grund für diese ernüchternde Bilanz liegt ganz sicher an der beständigen Rede von der Krise.  Das kann nicht ohne Folgen bleiben.

Dazu kommt das subjektive Gefühl, dass die Gesellschaft sich weiter entsolidarisiert. Dass das nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen muss, tut gar nichts zur Sache.

Häufig reicht schon das Gefühl, alles werde irgendwie schlechter, um den negativen Eindruck zu verstärken.

Nicht umsonst haben Kirchenvertreter und Politiker vor Weihnachten zu mehr Hilfsbereitschaft, Anteilnahme und Mitmenschlichkeit aufgerufen. Denn gerade die Feiertage zeigen, wie wichtig der Zusammenhalt ist – in den Familien und in der Gesellschaft.

Das freilich gilt nicht nur zu Weihnachten, sondern immer, und dazu kann jeder seinen Beitrag leisten.

Genau daran hapert es jedoch zumeist.

Das nämlich hat die Krise sehr deutlich vor Augen geführt. Es werden zwar gerne Werte wie Solidarität und Hilfsbereitschaft im Munde geführt, bei der Umsetzung fehlt dann aber die Kraft oder das Interesse.

Hier müssen wir Christen gar nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Wir sind ebenfalls nicht frei davon, eher schwarzzusehen oder allein den eigenen Vorteil im Auge zu behalten. Häufig machen wir es nicht besser, obwohl wir es besser wissen müssten.

Dabei sind für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe keine großartigen Vorsätze vonnöten, vielfach reichen schon kleine Gesten, ein freundliches Wort oder die Bereitschaft, dem anderen zuzuhören. Damit es im neuen Jahr allen etwas besser geht und wir wieder zuversichtlicher in die Zukunft schauen können.

Martin Hanusch

Nach ganz anderen Regeln

29. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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guh-1

Die Regeln sind klar: Wer die Macht hat, setzt sich durch! Groß ist besser als klein! Gesund ist besser als krank! Reich ist besser als arm!
Wer will dem widersprechen?
 

Von Joachim Liebig

Gott widerspricht dem! Gottes Regeln sind vollständig anders. In der Jahreslosung 2012 werden sie in der kürzest möglichen Form zusammengefasst: Gott ist in den Schwachen mächtig. Es ist ein Zitat des 2. Korintherbriefes.

Die konfliktreiche Situation der Gemeinde in Korinth veranlasst Paulus, zwei Briefe zu schreiben. Gegen Ende des zweiten Briefes verweist er noch einmal auf seine eigene Situation. Er leidet unter einer chronischen Krankheit. Er nennt sie einen »Pfahl im Fleisch«. Die scheinbar immer wiederkehrende Schwäche veranlasst Paulus zu einer interessanten Deutung.

Die tiefe Erkenntnis der Barmherzigkeit Gottes einerseits korrespondiert für ihn mit dem Leiden andererseits. Auf diese Weise, so Paulus, lässt sich sein missionarischer Erfolg gewiss nicht auf ihn selbst, sondern allein auf Gott zurückführen. Gott ist in den Schwachen mächtig.

Jahreslosung 2012
Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
2. Korinther 12, Vers 9

Die Jahreslosung eröffnet nun verschiedene Ebenen. An der Oberfläche liegt das Offenkundige. Die Regeln Gottes unterscheiden sich fundamental von den Regeln dieser Welt! Andersherum gewendet: Wer die Regeln dieser Welt für Gottes Regeln erklärt, irrt in jedem Fall.

Die darunterliegende Ebene findet sich vor allem in der Seelsorge. Bei schwerem Leiden und tiefer Not rufen Menschen scheinbar zu Gott, warum er sie so strafe.

Dahinter steht der alte Gedanke der Prophetie: Wenn Israel in die Irre geht, straft Gott. In Jahrzehnten der eigenen Seelsorge sind mir jedoch nur selten Menschen ­begegnet, die tatsächlich mit Gott ­hadern. Vielmehr ist es häufiger die selbstverliebte Frage: Ich habe doch alles richtig gemacht, warum geht es mir dennoch schlecht?

Wäre es tatsächlich ein Hadern mit Gott, wäre die paulinische Deutung häufiger anzutreffen. In der Schwäche zeigt sich Gottes Kraft in besonderer Weise.

Das Kokettieren mit der eigenen Schwäche beschreibt eine dritte Ebene der Jahreslosung.

Die Kirche in der Diaspora, kleine Gemeinden, Anfechtungen jeder Art – wir wollen als Kirche lieber im Windschatten der Gesellschaft bleiben und still unseren Dienst tun, so mag diese Ebene abgekürzt beschrieben werden. Die Schwäche wird dann zu einer Ausrede für mangelndes Selbstbewusstsein oder dem tiefen Wunsch, Vertrautes nicht verlassen zu wollen. Gott wird damit zu einem Bewahrer des Bestehenden, Kleinen und Unscheinbaren. Die Macht Gottes im Schwachen wird damit geleugnet.

Aus der kleinsten Stadt Israels erwächst der Mensch gewordene Herr aller Universen. Die kleingläubige Selbstbeschränkung ist nicht Thema der Jahreslosung 2012.

Nicht auf eigene Stärke zu vertrauen, sondern alles auf Gott zu setzen; nicht sich selbst, sondern immer nur Gott zu loben; Gott alles zuzutrauen – dazu leitet uns das Motto des Jahres 2012 an. Damit können wir trotz aller Krisen in gelassenem Selbstbewusstsein und freudiger Erwartung das neue Jahr beginnen.

Der Autor ist Kirchenpräsident der anhal­tischen Landeskirche und Vorsitzender des Evangelischen Presseverbandes in Mitteldeutschland.

»Bestürzung, Wut und Trauer«

26. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Sachsen-Anhalt (Archiv)

Neuer Vorsteher soll die Neinstedter Anstalten zum Jahresende verlassen. Warum bleibt offen.

 

Jürgen Schwartz

Jürgen Schwartz

Wer am vergangenen Freitag im Internet unterwegs war, konnte auf der Seite der Neinstedter Anstalten diesen Satz entdecken: »Das Kuratorium der Neinstedter Anstalten teilte im Anschluss an die Kuratoriumssitzung vom 16.12.2011 mit, dass Herr Pfarrer Jürgen Schwartz zum 31.12.2011 aus dem Amt des Vorstehers und Vorsitzenden des Vorstandes ausscheidet.« Punkt. Kein Wort der Erklärung. Geht er freiwillig? Oder wurde er gegangen? Warum will oder soll der frühere Oldenburger Pfarrer aus dem Dienst der diakonischen Einrichtung scheiden, den er erst im Mai angetreten hatte?
 
Seit sich die Nachricht verbreitete, herrschen unter den rund 870 Mitarbeitern der Stiftung »Bestürzung, Wut und Trauer«, wie es Mitarbeiter gegenüber der Kirchenzeitung ausdrückten. Pfarrer Schwartz sei ein »Hoffnungsträger« und solle bleiben. Am Sonnabend kam es zu einer ersten Sympathiekundgebung vor dem Haus des Vorstehers mit rund 100 Teilnehmenden. Am Sonntag wurde im Gottesdienst beschlossen, sich vorerst bis 23. Dezember immer um 19 Uhr in der Lindenhofskirche zur Andacht zu versammeln. Am Montag begann eine Unterschriftenaktion für den Verbleib des Vorstehers im Amt.
 
Jürgen Schwartz will zu den Gründen für den Kuratoriumsbeschluss wegen des »schwebenden Verfahrens« nichts sagen. Er betont aber, dass keine Verfehlungen vorliegen. »Ich habe keine Straftat begangen«, sagt er und verweist darauf, dass das Kuratorium in der Wochenmitte (nach Redaktionsschluss) öffentlich etwas sagen wolle. Die Andachten der Mitarbeiter, die vielen Zeichen der Sorge und Solidarität hätten ihn berührt.
 
Während das Kuratorium noch schweigt, findet der Ältestenrat der Diakonischen Gemeinschaft der Brüder und Schwestern des Lindenhofs Neinstedt deutliche Worte. Die Entscheidung sei eine »maßlose Ungerechtigkeit gegenüber Herrn Schwartz und seiner Familie«, heißt es da. »Die Entscheidungsträger müssen sich erklären.« Der Älteste der Gemeinschaft, Hans Jaekel, und ein Diakon, der ordentliches Kuratoriumsmitglied ist, legten gemeinsam Widerspruch gegen die Entscheidung ein. Da der Ältestenrat bei der Berufung des Vorstehers ordnungsgemäß um ein Votum gebeten worden war, müsse dies bei einer Abberufung ebenso geschehen. Dies sei nicht erfolgt.
 
Auch im Kirchenkreis Halberstadt herrscht »Fassunglosigkeit«. Zusätzlich betroffen mache »die Art und Weise, eine solch weitreichende Entscheidung begründungslos mitzuteilen, was zwangsläufig zu Spekulationen führt«, heißt es in einem von Superintendentin Angelika Zädow unterzeichneten Brief an das Kuratorium.
 
Die Mitarbeitervertretung (MAV) spricht in ihrer Stellungnahme vom 20. Dezember von dem hohen Ansehen, das Pfarrer Schwartz bei Mitarbeitern und Bewohner genießt. Er werde als »zugewandt, zuhörend und gestaltend« wahrgenommen. Die MAV erwarte, dass »dieser wohltuend erlebte Umgang den Neinstedter Anstalten auch in Zukunft erhalten bleibt«.
 
Angela Stoye
 

Licht und Schatten

25. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Thüringen (Archiv)

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Manchmal verharren die Spieler minutenlang ruhig. Foto: Maik Schuck

Manchmal verharren die Spieler minutenlang ruhig. Foto: Maik Schuck


 

Projekt: In Sömmerda spielen Jugendliche aus der Stadt die Weihnachtsgeschichte.

 
Es ist dunkel, es stürmt und regnet, das Stadtzentrum von Sömmerda liegt verlassen da. Wer geht bei so einem Wetter schon freiwillig vor die Tür? Die Krippenspieler in der Bonifatiuskirche tun es. Mit einem Becher Tee sitzen sie entspannt in den kalten Kirchenbänken, probieren Kostüme, telefonieren mit dem Handy – Tatoos und Piercings schimmern im fahlen Licht. Pfarrerin Angela Fuhrmann und Student Lukas Altenburg (22) bauen derweil die Schattenspieltechnik auf. All das hat sich im letzten Jahr genauso ereignet, nur dass das Spiel nicht aufgeführt werden konnte. Ein tragisches Unglück geschah gleich zu Beginn der Vesper – ein Mann verstarb in der Kirchenbank.
 
»Josef« Daniel Futh (22) erzählt schaudernd: »Ich habe an dem Abend meine Jacke schützend vor den Mann gehalten.« –  »Es war grauenvoll, und wir waren geknickt, dass wir’s nicht mehr aufführen konnten«, bedauert »Augustus« Sandro Haak (21).
 
Die beiden jungen Männer und Nadine Klinge (15) waren bereits 2010 dabei, alle anderen kommen seither aus verschiedenen Gründen nicht mehr. Die ganze Gruppe ­gehörte damals zum freien Jugendtreff B 27 in Sömmerda – mit ihrer ganz eigenen Geschichte im Gepäck. »Verlust der Lehrstelle, Kontakt mit Drogen oder der Polizei, Probleme im Elternhaus. Sie alle hatten schlechtere Chancen, als wir es ihnen wünschen«, erläutert Pfarrerin Fuhrmann. Und doch waren sie am Heiligen Abend bereit zur Aufführung. Sie hatten gehofft, dass die Menschen sie wenigstens an diesem Abend einmal mit anderen Augen sähen. Und wirklich waren auch Familie und Kumpels erstmals in die Kirche gekommen, wollten ihr Spiel sehen – als plötzlich … Vergessen ist dies alles nicht.
 
Für die fehlenden Spieler fanden sich Freunde und Konfirmanden. ­Engel Jessica Reibeholz (13) wurde durch ihre Freundin Nadine überredet. Nadine brauchte im letzten Jahr erst einmal einen Glühwein nach dem Schock in der ­Kirche. »Ich habe gezittert und hatte Gänsehaut.« Aber sie ist wieder dabei, schließlich mag sie Engel sehr. »Mein Erinnerungsengel vom letzten Jahr steht bei mir im Regal«, sagt sie leise.
 
Die, die wieder dabei sind, sind entspannter geworden. Man merkt, dass das Spiel jetzt »ihr Ding ist«. Sie lassen zu, dass in der Predigt Porträtfotos von ihnen gezeigt werden. »Ich bin froh, dass es nur ein Schattenspiel ist, ich zeige mich nicht so gern«, betont Sandro. Er war  früher Gast im Jugendtreff. Zurzeit absolviert er eine Maßnahme in der Holzbearbeitung. Dort hat er Lichterbögen gebaut, die auf dem Weihnachtsmarkt in Erfurt verkauft wurden, darauf ist er stolz. »Doch, das mit dem Foto ist schön«, meint Nadine.
 
Sozialpädagoge Willy Küster vom Jugendtreff fotografiert geduldig. Er kennt seine Leute und weiß, was ihnen wichtig ist. Ruhig und geduldig ist auch Angela Fuhrmann. Ihre Stimme ist leise, sie redet mit den Spielern auf Augenhöhe und doch bestimmt: »Richte dich auf. Du bist Josef, es geht dir so gut wie noch nie, das Baby ist geboren. Aber die Handys sind Heiligabend aus!«
 
Die Jugendlichen spielen zum Lukasevangelium, manchmal müssen sie minutenlang ruhig verharren. »Ich setze darauf, dass die Geschichte mit den Menschen etwas macht, dazu brauche ich keine gereimten Anspiele«, erklärt Angela Fuhrmann. »Maria« Luise Neumann (17), die eine Ausbildung zur Kinderpflegerin begonnen hat, sieht das gelassen. »Ich bin getauft und war auch schon öfter mal dabei.« Die anderen kennt sie aus dem Jugendtreff oder von der Straße. Viele wohnen im Wohnblock Tür an Tür.
 
Dass die Menschen durch das Spiel sehen, dass man sich vor diesen Jugendlichen nicht fürchten muss, dass sie nicht nur laut sind und etwas kaputt machen, hofft Pfarrerin Fuhrmann inständig. Dieses Mal muss es gelingen.
 
Regina Englert
 

Mitbewohner und nicht nur Festtagsgast

25. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Wort zur Woche

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Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit.
Johannes 1, Vers 14a

Claudia Kuhn ist Pfarrerin in Osterburg.

Claudia Kuhn ist Pfarrerin in Osterburg.

Es steht vor der Tür – das Wort. Es klopft leise an – das Wort. Es will gehört werden – das Wort. Ich öffne, bin erwartungsvoll, vorbereitet und dann doch sehr überrascht.

Zu Weihnachten wird es häufig an unseren Türen klopfen oder klingeln. Besuch steht vor der Tür. Erwarteter Besuch nach langer Zeit. Vielleicht kommt aber auch ein ganz überraschender Gast. Bin ich vorbereitet? Was erwartet mich? Wie wird die Begegnung verlaufen? Kommen gute Gespräche zustande oder wird es anstrengend? Ich lasse meinen Besuch gern ein, gebe ihm Wohnung auf Zeit, meiner Familie, denen aus der Ferne und den Freunden aus der Nähe.

Tischgemeinschaft, neue Nachrichten, natürlich auch Geschenke und gutes Essen. Aber da klopft es noch einmal an der Tür – das Wort – es klopft leise, es will gehört werden – das Wort – ich öffne und lasse seine Botschaft ein: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. (Lukas 2,10–12)

Das Wort nimmt Gestalt an. Gott wird begreifbar, wird einer von uns, lebt mitten unter uns und lässt sich spüren. Er kommt in unsere Zeit, in unsere Welt und ist doch höher als unsere Vernunft und unser Begreifen. Wir können seine Herrlichkeit sehen.

Er will bei uns wohnen, nicht nur als Festtagsgast, sondern als unser Mitbewohner. Lassen wir ihn ein, wenn er klopft, ganz leise, und gehört werden will. Geben wir ihm Raum, Herberge, Wohnung in uns.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest mit vertrauten Menschen und auch überraschenden Gästen. Vor allem wünsche ich Ihnen gute Begegnungen mit Gottes Wort, das unter uns und in uns wohnen will.

Claudia Kuhn, Pfarrerin in Osterburg

Heilige Nacht am Faden

24. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Zu den im Kuppelsaal des Sonneberger Spielzeugmuseums präsentierten Marionetten gehört auch die Heilige Familie. Museumsmitarbeiterin Sandra Peter muss die fragil gestalteten Figuren ausrichten.	Foto: Carl-Heinz Zitzmann.

Zu den im Kuppelsaal des Sonneberger Spielzeugmuseums präsentierten Marionetten gehört auch die Heilige Familie. Museumsmitarbeiterin Sandra Peter muss die fragil gestalteten Figuren ausrichten. Foto: Carl-Heinz Zitzmann.


 

Sonderausstellung im Spielzeugmuseum Sonneberg zeigt Marionetten.

 
Zärtlich streicht Maria über das dunkle Holz der Krippe. Ihre großen Augen sind gesenkt, betrachten das kleine Bündel Mensch, das auf Stroh gebettet und in weißes Leinen gewickelt vor ihr liegt. Daneben, nicht weniger gerührt von der Szene zwischen Mutter und Kind, steht Josef. Eine Hand drückt er auf seine Brust, die andere zeigt zu dem kleinen Jungen. Dass seine Hände ebenso wie jene der Maria deutlich überdimensioniert im Verhältnis zum Körper sind, ist keine eigenwillige Gestaltungsidee ihrer Schöpfer. Maria und Josef sind Marionetten, deren Hände und Charakterköpfe entscheidend für den Ausdruck und das Spiel sind.
 
Geschaffen wurden die etwa 80 Zentimeter großen Figuren von Marlene Gmelin und Detlef Schmelz. Seit 1991 baut das Künstlerpaar in seiner Werkstatt in Hermuthausen bei Künzelsau in Baden-Württemberg Marionetten unter dem Markennamen Pendel, von denen aktuell eine Auswahl in einer Sonderausstellung im Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg vorgestellt wird. Neben dem Verkauf an Theater und freischaffende Puppenspieler kommen die Figuren auch bei Inszenierungen für die hauseigene kleine Bühne oder Gastspiele zum Einsatz.
 
Die Heilige Familie bildet hierbei allerdings eine Ausnahme: »Die Figurengruppe entstand vor etwa zehn Jahren als Dekoration zur Weihnachtszeit«, erinnert sich Marlene Gmelin. Seither verbringen sie die Wochen vor dem Heiligen Abend wahlweise im Ausstellungsraum von Pendel-Marionetten oder verweisen als reizvolle Leihgaben auf die christliche Bedeutung des Weihnachtsfestes. In einem Altenheim schmückten ­Maria und Josef schon den Advent, ebenso ein Schaufenster eines befreundeten Ladeninhabers.
 
Zu der Figurengruppe gehören noch Ochs und Esel, ein angedeuteter Stall und Sterne. Von den beiden tierischen Flachfiguren ist in Sonneberg der Esel zu sehen. Die Gestaltung ist insgesamt klassisch gehalten, wie Marlene Gmelin erklärt: »Bei Märchenfiguren oder solchen aus dem biblischen Kontext halten wir uns an die Klischees.« Bei Maria bedeutet dies etwa die Farben Rot und Blau für Kleid und Mantel. Neben diesen charakteristischen Farben für die Himmelskönigin behält sich das Künstlerpaar bei der ­weiteren Ausführung der Marionetten alle Freiheiten. Nachahmen wollen sie nicht. In der Regel wird eine Puppe über 13 Fäden geführt: drei für jede Hand, zwei für die Beine, zwei für den Kopf, zwei für die Schultern und schließlich noch ein Rückenfaden. Bei denen aus dem Hause Pendel münden sie in ein ­ausgeklügeltes und durchgestaltetes Spielkreuz, das meist als Ganzes gedreht oder gewendet wird. Im Unterschied zum Ziehen an nur einzelnen Fäden sind auf diese Weise komplexe Bewegungsabläufe möglich.
 
Ins Zentrum der Sonneberger Schau rücken neben der Maria, Josef und dem Jesuskind erdverbundene Wesen, von der personifizierten Mutter Erde über die vier Gestalt gewordenen Elemente, die Herren Sonne und Regen, die Mondin und – als stattliche Männer – die Winde des Nordens, ­Ostens, Westens und Südens.
 
Susann Winkel
 
Ausstellung »Am seidenen Faden« bis 12. Februar im Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg, geöffnet Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
 

Luther und die Hexen

24. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Mitteldeutschland

Sonderausstellung in Schmalkalden stellt die Rolle Martin Luthers als Befürworter der Hexenverfolgungen infrage.

 
LutherunddieHexenSeine markigen Worte haben Gehör im einfachen Volk gefunden. Martin Luther, der Lobpreiser von Wein, Weib und Gesang, wird gern auch als eine jener historischen Autoritäten belangt, die den tausendfachen Mord an vermeintlichen Hexen billigten, ihn sogar einforderten.
 
Ein populäres Missverständnis, wie Kai Lehmann, Direktor des Schmalkaldener Museums, betont. Zwar habe Luther als Kind seiner Zeit durchaus an die Existenz von Hexen und die von ihnen ausgehende Gefahr geglaubt und deren Verhör und Bestrafung verlangt. Doch: »Hätte man sich in den protestantischen Gebieten an die Worte Luthers gehalten, dann hätte es zumindest keine Massenverfolgungen geben dürfen«, sagt Lehmann.
 
Die gab es aber sehr wohl, wie eine Sonderausstellung in der Hofstube von Schloss Wilhelmsburg in detektivischer Detailarbeit darlegt. Rund 300 Akten rollen Hexenprozesse aus dem Thüringer Süden noch einmal auf, über Gerüchte, peinliche Verhöre bis hin zur peniblen Abrechnung der Prozesskosten, welche die Angeklagten oder deren Angehörige selbst zu tragen hatten.
 
Neben dem Grauen und der Angst jener Zeit verbürgen die Zeugnisse einen auffälligen Gegensatz: Während im nahe gelegenen Meiningen 250 Hexen der Prozess gemacht wurde, ging in der Herrschaft Schmalkalden nur eine einzige Hexe im Jahr 1597 ins Feuer. Vier weitere Verfahren endeten ohne Todesurteil, wenngleich mit dem bitteren Los der Landesverbannung.
 
Der Druck von unten, die Suche nach Sündenböcken für Schicksalsschläge, sei in der einen wie der anderen Stadt vorhanden gewesen, erklärt Lehmann. Doch in Schmalkalden habe es »eine extreme Verfolgungsunwilligkeit der Obrigkeit« gegeben. »Sie haben mit der ›Freiheit eines Christenmenschen‹ entschieden, so wie es Luther gesagt hat.« Darüber hinaus habe der Reformator in Hiob eine Leitfigur gesehen: Gott lässt Schaden als Prüfung zu.
 
So warnte Luther seine Zuhörer in einer Predigt vom 12. September 1529 vor zu großer Ängstlichkeit, »dass ihr eine irgendwo auftretende Pustel oder Krankheit gleich den Zauberern zuschreibt«.
 
Für Kurator Kai Lehmann ergibt sich daraus im Umkehrschluss, dass viele Anzeigen gegen Hexen wegen vermeintlichem Schadenszauber – etwa verdorbener Ernten – im Sinne Luthers gar nicht zulässig waren. Zumal die Bezichtigungen bei genauerem Hinsehen überwiegend aus dem familiären Umfeld der Beklagten kamen und daher andere Beweggründe vermuten lassen.
 
Wichtigstes Argument, dem Reformator die historische Bürde des Hexenverfolgers zu nehmen, sei jedoch sein Zweifel am Hexenflug und Hexentanz. Beide Vergehen musste eine angeklagte Hexe aber im Verhör gestehen, um eindeutig überführt werden zu können. Mit fatalen Folgen: Ihre Peiniger zwangen die Frauen (und wenigen Männer), andere Hexen zu bezichtigen, die ihnen beim Hexensabbat begegnet seien.
 
Durch diese Besagung, meist eine Denunziation unter Folter, wurden weitere Hexenprozesse ausgelöst – eine verhängnisvolle Kette, die sich anhand der Akten für viele Verfolgungshochburgen im Südthüringer Raum belegen lässt. Doch solche Kettenprozesse hätte es, so Lehmann, gar nicht geben dürfen, hätte man der Skepsis des Reformators gegenüber diesen Elementen des Hexenkultes Beachtung geschenkt.
 
Keine Besagung und keine Anzeigen wegen Schadenszauber – das wäre der Garaus für jegliche Massenverfolgungen von Hexen gewesen. Mit ihrer etwas konstruiert wirkenden Beweisführung wird es die Ausstellung nicht leicht haben, an den einpräg­samen Sätzen Martin Luthers zum Thema Hexen zu rütteln. Eine Aufforderung, das gängige Lutherbild gerade in der Reformationsdekade einmal unaufgeregt auf den Prüfstand zu stellen, ist sie jedoch allemal.
 
Susann Winkel
 
Die Ausstellung »Luther und die Hexen« ist bis 15. Januar 2013 auf Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden zu sehen. Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr, Informationen unter Telefon: 03683/403186 

Ochs und Esel aus Fleisch und Blut

23. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Sachsen-Anhalt (Archiv)

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Einige Kinder stellten das für die Christvesper eingeübte Krippenspiel schon einmal am 10. Dezember dem MDR-Fernsehen vor. Foto: Gemeinde.

Einige Kinder stellten das für die Christvesper eingeübte Krippenspiel schon einmal am 10. Dezember dem MDR-Fernsehen vor. Foto: Gemeinde.


 

Im altmärkischen Möringen wirken am 24. Dezember lebendige Tiere beim Krippenspiel mit.

 
Maria wird auf dem Esel nach Bethlehem reiten. Dort steht im Stall schon der Ochse und wenig später kommen noch die Hirten mit ihren Schafen dazu.« Wenn Alfredo Rockstroh erzählt, klingt das zunächst wie eine arg gekürzte Fassung der Weihnachtsgeschichte. Wer dem Pfarrer aus Möringen in der Altmark aber genau zuhört, kann sich gut vorstellen, dass der Heiligabend-Gottesdienst etwas ganz Besonderes wird. Denn diese Kurzfassung ist quasi das Drehbuch für ein Krippenspiel mit lebendigen Tieren. »Ich denke, das wird ein großes Spektakel«, sagt Alfredo Rockstroh und hofft vor allem auf gutes Wetter. Bereits im vorigen Jahr waren lebende Tieren beim Krippenspiel dabei, aber in diesem Jahr sollen es noch mehr sein: »In dieser vollkommenen Weise wird es eine Premiere.«
 
Gottesdienste mit Tieren hat Pfarrer Rockstroh in Möringen schon häufiger gefeiert. Denn seine Ehefrau Silvia betreibt eine Nutztierarche. Gemeinsam setzt sich das Ehepaar für den Erhalt alter Nutztierrassen ein. Hier leben zwei Kaltblutpferde, drei Rinder, zwei Ziegen, fünf Schafe, vier Schweine und Geflügel. Nicht nur beim Krippenspiel am Heilig Abend sind die Tiere Teil der kirchlichen Arbeit. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen etwas erfahren über die Artenvielfalt der Schöpfung und den Umgang mit den Tieren. Zum Beispiel bei Projekttagen im Rahmen des Biologie-, Sozialkunde- oder Ethikunterrichts. Europaweit gibt es über 200 Nutztierarchen, die sich zum Ziel gesetzt haben, alte, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen zu erhalten.
 
Beim Krippenspiel am Heiligen Abend steht die Leonardskirche in Möringen für die Stadt Nazareth. Von hier aus macht sich Josef mit Maria auf dem Esel auf zum Gemeindehaus, pardon, nach Bethlehem, und weil ja bekanntlich kein Raum in der Herberge ist, müssen die beiden weiterziehen auf den Hof der Nutztierarche. Hier wartet schon der Ochse im Stall. Ein Lagerfeuer sorgt für das passende Ambiente und für heiße Getränke wird auch gesorgt.
 
Einen Unterschied zur Weihnachtsgeschichte gibt es aber: Der Ochse im Möringer Krippenspiel ist ein Bulle – ein Cachena-Rind mit beeindruckenden Hörnern. Wenn sie ausgewachsen sind, bringen die kastanienbraunen Tiere bis zu einer halben Tonne auf die Waage. Von dieser Rasse, die ursprünglich in Spanien und Portugal beheimatet war, gibt es in Deutschland nur rund 45 Tiere. Die Hirten werden begleitet von einer kleinen Herde rauhwolliger pommerscher Landschafe. Eine robuste Rasse, die kurz vor dem Aussterben stand, deren Bestände sich aber inzwischen wieder erholt haben. Dieses Landschaf ist von der UNO auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen gesetzt worden.
 
Kinder und Jugendliche aus der Kirchengemeinde sind die Schauspieler, aber ohne die Unterstützung des Gemeindekirchenrates und der vielen Helfer wäre das Krippenspiel in dieser Form nicht denkbar, sagt Rockstroh: »Ich bin sehr dankbar, dass die Gemeinde dieses voll und ganz unterstützt und trägt.«  
 
Thorsten Keßler
 
Die Christvesper »Unterwegs zur Krippe« in der Leonardskirche in Möringen begint um 17 Uhr. Danach folgt die Gemeinde Maria und Josef auf den Hof der Nutztierarche, wo das Krippenspiel weitergeht und mit dem gemeinsamen Singen von »Stille Nacht« endet.
 
www.pfarrbereich.de
www.nutztier-arche-mitgeschoepfe.de
www.vieh-ev.de

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