Die Verunsicherung ist groß
23. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Mitteldeutsche Kirche kritisiert Einschnitte bei kirchlichen Religionslehrern in Thüringen.

Die mitteldeutsche Landeskirche hat die Einschnitte beim Einsatz kirchlicher Religionslehrer in den Thüringer Schulen scharf kritisiert. Obwohl bereits in diesem Schuljahr eine Reduzierung erfolgt sei, habe das Kultusministerium angekündigt, den Einsatz kirchlicher Lehrkräfte weiter zurückzufahren, sagte Bildungsdezernentin Martina Klein am 11. Januar in Erfurt. Dies führe nicht nur bei den betroffenen Lehrkräften zu Verunsicherungen. Zudem wirke sich die Reduzierung auch auf die staatlichen Lehrer aus, die zunehmend an mehreren Schulen eingesetzt würden. »Dies lässt auch Auswirkungen auf die Qualität des Religionsunterrichtes befürchten«, so die Oberkirchenrätin.
Das Thüringer Kultusministerium hat die Kritik unterdessen zurückgewiesen. Die Gestellung von »kirchlichen Bediensteten« sei abhängig davon, inwieweit die Unterrichtserteilung durch staatliche Religionslehrer abgedeckt werden kann. Nur wenn dies nicht der Fall ist, erfolge der Einsatz von kirchlichen Lehrkrätten, teilte das Ministerium auf Nachfrage mit.
Derzeit unterrichten 380 staatliche und 210 kirchliche Lehrkräfte insgesamt 2750 Wochenstunden evangelischen Religionsunterricht an den Thüringer Schulen. Davon entfallen 1500 Stunden auf die staatlichen und 1250 auf die kirchlichen Lehrer. Ursprünglich war in diesem Schuljahr eine Reduzierung um 250 Wochenstunden vorgesehen. Nach Verhandlungen mit dem Kultusministerium konnte die Zahl auf 127 Wochenstunden vermindert werden.
Wegen der bestehenden Unsicherheit drängt die Landeskirche auf einen verlässlicheren Einsatz ihrer Lehrkräfte. »Unser Ziel ist eine Regelung für die nächsten vier bis fünf Schuljahre, damit wir Planungssicherheit bekommen«, erklärte Martina Klein. Das Kultusministerium will sich allerdings nicht festlegen lassen. Der »Gestellungsbedarf« hänge von unterschiedlichen Faktoren ab und müsse für jedes Schuljahr neu bestimmt werden.
Ansonsten fiel die Bilanz der Bildungsdezernentin durchaus positiv aus. So besuchen an den allgemeinbildenden Schulen in Thüringen 27 Prozent der Schülerinnen und Schüler evangelischen Religionsunterricht. Zum Vergleich: In Sachen-Anhalt sind es 18 Prozent. An Gymnasien liegt die Quote sogar bei 35 Prozent. Ein Drittel der Schüler, die Religionsunterricht erhalten, gehört den Angaben zufolge nicht der evangelischen Kirche an.
Dagegen fällt der Bereich der berufsbildenden Schulen deutlich ab. Hier besuchen im Freistaat lediglich 2,4 Prozent den Religionsunterricht (Sachsen-Anhalt: 1,2 Prozent). Ziel der EKM sei es deshalb, den Anteil auf zehn Prozent zu steigern. »Hier«, kündigte die Bildungsdezernentin an, »wollen wir unser Engagement deutlich verstärken.«
Martin Hanusch






