Gut bestückter Gabentisch

27. Februar 2013 von redaktionguh  
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Franckesche Stiftungen erinnern an den 350. Geburtstag ihres Gründers

Die Franckeschen Stiftungen in Halle erinnern in diesem Jahr an den 350. Geburtstag ihres Gründers August Hermann Francke (1663–1727). Am 19. Februar stellten sie das Festprogramm vor. Zum Geburtstagswochenende vom 22. bis 24. März wird auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet. Er wird in der Festveranstaltung am 23. März den Festvortrag halten, bevor die Jubiläumsausstellung »Die Welt verändern. August Hermann Francke – Ein Lebenswerk um 1700« eröffnet wird.

Geburtstagsgabe: Der Religionswissenschaftler Helmut Obst hat eine Francke-Biografie geschrieben. Darin zeichnet er auch ein lebendiges Bild der Stiftungsgeschichte.

Geburtstagsgabe: Der Religionswissenschaftler Helmut Obst hat eine Francke-Biografie geschrieben. Darin zeichnet er auch ein lebendiges Bild der Stiftungsgeschichte.

Bereits am 22. März gibt es den Geburtstagsabend, an dem der Rektor der Universität Halle, Udo Sträter, fragt: »Auf dem Weg zum Denkmal? August Hermann Francke in frühen und in späten Jahren.« Am 24. März überträgt der Mitteldeutsche Rundfunk einen Fernseh-Gottesdienst aus der Marktkirche. Der ehemalige Direktor der Stiftungen, der Theologe und Religionswissenschaftler Helmut Obst, wird predigen. Die musikalische Ausgestaltung übernehmen der Musikzweig des Gymnasiums »Latina August Hermann Francke« und der Stadtsingechor zu Halle. Neben der bis 21. Juli geöffneten Jubiläumsschau wird es zahlreiche kleinere Ausstellungen außerhalb von Halle geben, die sich auf Francke beziehen – etwa zum 300-jährigen Thronjubiläum des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. Die Schau wird am 3. März im Brandenburg-Preußen Museum in Wustrau eröffnet und bis 30. September gezeigt. Das Schloss Friedenstein Gotha widmet sich vom 28. April bis 4. August der Entwicklung der Bildung. Das Stadtgeschichtliche Museum in Leipzig beschäftigt sich vom 5. Mai bis 1. Juni mit den Spuren Franckes in der Universitätsstadt.

Auf wissenschaftlichen Konferenzen stehen im Spätsommer und Herbst Fragen zum Pietismus, aber auch zur Schulgartenbewegung auf dem Programm. Ein internationaler Workshop wird sich mit dem Weg der Einrichtung zum UNESCO-Welterbe beschäftigen. Die Franckeschen Stiftungen hoffen auf eine Aufnahmebescheid 2016. Letzter Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist am 26. November die Eröffnung der neuen Dauerausstellung »Weltveränderung durch Menschenveränderung«.
(mkz)

Tipp: Konzert und CD-Vorstellung »Praise the Lord – Luthers Lieder auf dem Weg in die Welt« am 23. Februar (19.30 Uhr) im Freylinghausensaal. Interpreten sind der Stadtsingechor zu Halle und die »Lautten Compagney Berlin«.

www.francke-halle.de

Kreative Gemeinden

26. Februar 2013 von redaktionguh  
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Stifterpreise für innovative Gemeindearbeit von Kirchen und Religionsgemeinschaften

Der Preis für innovative Gemeindearbeit von Kirchen und Reli­gionsgemeinschaften, mit dem die Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holz­land seit 2007 herausragende Initiativen würdigt, ist am 13. Februar an vier Projekte vergeben worden. Diese wurden von einer Jury aus 17 Bewerbungen ausgewählt.

Seit fünf Jahren ziehen die Gottesdienste auf der Leuchtenburg zahlreiche Besucher an. Die Kirchengemeinden der Region und die Stiftung Leuchtenburg laden 2013 zu drei Aktionen ein. Zum Auftakt gibt es am Karfreitag, 29. März, ­einen Kreuzweg, der um 11 Uhr in Seitenroda beginnt und in sieben Stationen über den Weinberg bis hoch zur Leuchtenburg führt. Foto: Stiftung Leuchtenburg

Seit fünf Jahren ziehen die Gottesdienste auf der Leuchtenburg zahlreiche Besucher an. Die Kirchengemeinden der Region und die Stiftung Leuchtenburg laden 2013 zu drei Aktionen ein. Zum Auftakt gibt es am Karfreitag, 29. März, ­einen Kreuzweg, der um 11 Uhr in Seitenroda beginnt und in sieben Stationen über den Weinberg bis hoch zur Leuchtenburg führt. Foto: Stiftung Leuchtenburg

Den 1. Preis (1000 Euro) erhielt der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Eisenberg für die Organisation des 1. Kreiskirchentages, der am 14. Oktober vergangenen Jahres die Möglichkeit eröffnete, »Kirche gemeinsam zu erleben, Impulse für den Alltag, die Gemeinden und für alle persönlich mitzunehmen und einander Mut zu machen«. Hierzu seien an acht verschiedenen Orten (Stadtkirche St. Peter, Marktplatz, Kinderschutzbund, Ostschule, Luthersaal, Ratssaal, Landratsamt und Schlosskirche) unterschiedliche Veranstaltungen zum Thema »Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig« angeboten worden, die ein buntes und starkes Bild der Gemeindearbeit im Kirchenkreis Eisenberg vermittelten, heißt es in der ­Begründung. Verschiedene Foren, ­Podiumsdiskussionen und ein Markt der Möglichkeiten hätten sich als ­tragfähige Orte der Kommunikation erwiesen.

Mit dem 2. Preis (750 Euro) wurde das Katholische Pfarramt St. Johann Baptist in Jena für die Aufführung eines Krippenspiels gewürdigt, bei dem eine Seniorengruppe im Alter zwischen 66 und 82 Jahren zum Einsatz kam. Durch die Übertragung an die Großelterngeneration seien traditionelle Rollenbilder durchbrochen worden, hob die Jury hervor. Und das in ökumenischer Gemeinschaft, da die Darsteller nicht nur aus der katholischen Kirche, sondern auch aus evangelischen Gemeinden kamen.

Das Preisgeld des 3. Platzes (500 Euro) wurde auf zwei Preise à 250 Euro verteilt. Die 2000 Mitglieder ­zählende Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Jena erhielt die Auszeichnung für ihre Initiative »Wir begrüßen den Frühling mit neu angekommenen ausländischen Studenten«, die mit dem dörflichen Charakter des eingemeindeten Ortsteils Burgau bekannt macht und dabei den Kirchgarten als Plattform für inter­kulturelles Kennenlernen nutzt. Ganz im Zeichen der Begegnung stehen auch die »Gottesdienste auf der Leuchtenburg«, die von den evangelisch-lutherischen Gemeinden der Region (Altendorf, Hummelshain, Kahla, Orlamünde, Reinstädter Grund) gestaltet werden, zu der etwa 4000 Kirchenmitglieder gehören. Die Resonanz auf die seit 2008 veranstalteten Gottesdienste geht weit über die Region hinaus. Luthers Lied »Ein feste Burg ist unser Gott« erweist sich dabei als tragfähiges Motto.

Die Bewertung der Projekte, so war von Antje Bauer von der Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland zu erfahren, »orientierte sich an den ­Kriterien Innovation und Nachhaltigkeit, Außenwirkung, Einbindung der Gemeindeglieder und sonstiger Freiwilliger sowie Größe der Kirchengemeinde«. Die gewürdigten Initiativen zeigten zugleich, wie stark Kirche in die Gesellschaft hineinwirken und im öffentlichen Raum wahrgenommen werden kann.

Michael von Hintzenstern

www.leuchtenburg.de

Fremd und doch willkommen

26. Februar 2013 von redaktionguh  
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Weltgebetstag: Ein brisantes Thema kommt aus dem Nachbarland Deutschlands

Der Weltgebetstag am 1. März widmet sich der Integration und wurde von Frauen aus dem Einwanderungsland Frankreich vorbereitet.

Rund um den Globus und in Mitteldeutschland wird es am 1. März ökumenische Gottesdienste geben, die für eine Willkommenskultur und gegenseitigen Respekt werben. In diesem Jahr haben Frauen aus dem Einwanderungsland Frankreich, in dem heute rund ein Viertel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat, die Liturgie erarbeitet.

Bunt ist Vielfalt. Kräftig rot, orange und gelb leuchten die Schals der Sprecherinnen beim Weltgebetstag. Foto: Silvia Zöller

Bunt ist Vielfalt. Kräftig rot, orange und gelb leuchten die Schals der Sprecherinnen beim Weltgebetstag. Foto: Silvia Zöller

»Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen« ist das zentrale Thema, dem sich das französische Vorbereitungskomitee gewidmet hat. Wenn am ersten Freitag im März Gläubige in aller Welt zusammenkommen, wird sich um den Erdball ein Gebetsband spannen, das für Integration und gegenseitiges Interesse an der Kultur des anderen steht. Der Weltgebetstag wird bereits seit 1929 von methodistischen und lutherischen Gemeinden gefeiert; ab den 1960er Jahren wurde er zu einer ökumenischen Bewegung. Eine internationale Konferenz legt die künftigen Themen und Länder fest.

Doch nicht nur in Frankreich, auch im Bereich der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) sind die Vorbereitungen für den diesjährigen Weltgebetstag auf Hochtouren gelaufen. »Der Weltgebetstag hat einen Vorlauf von einem Jahr«, sagt Simone Kluge, EKM-Referentin für Frauenarbeit. In Studientagen, Werkstätten und Seminaren für Multiplikatorinnen wurden die Gottesdienste vorbereitet – auch mit Migrantinnen, die von ihren Erfahrungen berichteten. Unter anderem gab es Werkstätten in Wernigerode, Weimar und Halle.

Dabei wurden die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich deutlich: Auf der einen Seite hat die »Grande Nation« durch ihre längere koloniale Vergangenheit und heute noch bestehende Übersee-Departements ein anderes nationales Verständnis, in dem Integration bis zu den gewaltsamen Konflikten in den Vororten eine Einbahnstraße war. Erst 2006 wurden dort Gesetze erlassen, die Chancengleichheit vorantreiben. Auf der anderen Seite gibt es in Frankreich die strenge Trennung von Kirche und Staat, die auch ein Hemmschuh für die vom französischen Komitee ausgearbeitete Gottesdienstordnung war.

Simone Kluge erklärt, warum: »In Frankreich ist Religion reine Privatsache, die Kirche darf sich nicht zu politischen Fragen positionieren.« Und so werden bei dem hochpolitischen Thema Zuwanderung keine Forderungen zu hören sein. Wohl aber Beispiele aus dem multikulturellen Leben des Landes in Verbindung mit Bibeltexten wie etwa aus der Offenbarung, in der das eine Gottesvolk aus vielen Völkern prophezeit wird. Dabei wird aber genug Gelegenheit sein zu fragen, wie die Wirklichkeit von ­Migrantinnen und Migranten in Deutschland ist: Flüchtlinge müssen oft jahrelang in Baracken leben, Hilfsangebote zur psychosozialen Betreuung der oft schwer traumatisierten Menschen aus Kriegsgebieten fehlen.

Die Buntheit der Integration kommt auch optisch beim Weltgebetstag zur Geltung: Die Sprecherinnen werden mit fair gehandelten Schals in verschiedenen Gelb-, Orange- und Rottönen ausgestattet sein, ergänzt durch eine Frau mit grauem Schal, die als »Stimme Gottes« fungiert. Die Farben sind dem Titelbild des Weltgebetstages entnommen, das die französische Künstlerin Anne-Lise Hammann entworfen hat. »Denkt daran, dass auch ihr in Ägypten Fremde gewesen seid«, ist die Mahnung des Weltgebetstages. Und damit wird auch gleichzeitig das Themenland des Weltgebetstages 2014 angesprochen, auf den sich Simone Kluge nahtlos nach dem 1. März vorbereiten wird: Ägypten. Hier wird es politischer werden: »›Ströme in der Wüste‹ ist das Motto 2014 und damit ist der Arabische Frühling symbolisch gemeint«, so Simone Kluge.

Silvia Zöller

Sport ist Lebensqualität

25. Februar 2013 von redaktionguh  
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Mechterstädter erfolgreich bei den Special Olympics in Südkorea

Rund 80 deutsche Sportlerinnen und Sportler nahmen an den diesjährigen Winterspielen der Special Olympics in Südkorea teil. Die Spiele für Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung werden wie die Olympischen Spiele alle vier Jahre ausgetragen. Seit 2001 sind auch Frauen und Männer des Bodelschwingh-Hofes Mechterstädt, einer diakonischen Einrichtung bei Gotha, dabei. Weitere Thüringer Athleten kamen in diesem Jahr aus Lobenstein, Sömmerda und Schleusingen.

Das sechsköpfige Team aus Mechterstädt, das in Pyeongchang im Skilanglauf und Snowbord an den Start ging, kam mit zwölf Medaillen nach Hause. Die erfolgreichste Sportlerin war die 29-jährige Nancy Oschmann.

Eine Gold- und zwei Silbermedaillen errang Nancy Oschmann. Foto: Klaus-Dieter Simmen

Eine Gold- und zwei Silbermedaillen errang Nancy Oschmann. Foto: Klaus-Dieter Simmen

Sie holte im Snowbord-Fahren Gold und Silber. Die junge Frau mit einem geistigen Handicap freute sich riesig über ihren Erfolg; bei den Winterspielen vor vier Jahren in Idaho hatte sie schon eine Bronzemedaille errungen. Der Snowboarder Lars Schöne (32) errang zweimal Silber. Im Skilanglauf über fünf Kilometer Skating erlief sich Michael Lippman (40) eine Silber- und Thomas Kronfeld (35) eine Bronzemedaille. Christian Monden (23) siegte über zweieinhalb Kilometer im klassischen Stil; in derselben Disziplin und über einen Kilometer in der Skating-Technik holte Sandra Schneider (48) Silber. Über vier mal einen Kilometer kamen wiederum Sandra Schneider und Christian Monden und auch Thomas Kronfeld zu je einer Bronzemedaille. Wenn man weiß, dass bei den Special Olympics rund 2300 Starter um Medaillen wetteiferten, ist klar: Ohne Trainingsfleiß ist da nichts zu holen. Und das steht jeweils nach der Arbeit in den Bodelschwingh-Werkstätten an: ob in der Montage, der Gärtnerei, der Kochküche oder der Keramikwerkstatt – die Aktiven haben einen vollen Arbeitstag zu bewältigen.

Doch der Bodelschwingh-Hof, so Sporttherapeut Michael Sieger, hat ideale Bedingungen zum Trainieren. Für die Menschen mit Behinderung bedeute der Sport ein großes Stück Lebensqualität. »Wir merken, dass das Selbstbewusstsein steigt. Sie kommen mit den alltäglichen Dingen besser zurecht«, sagt er. Das zeige sich vom Anziehen und bis zur sozialen Kompetenz. Denn wenn sie bei Wettkämpfen unterwegs sind, werden diese Dinge gebraucht und geübt. Auch der Umgang mit Sieg und Niederlagen stärke die Persönlichkeit. Ihre Schützlinge seien viel ausgeglichener. Zu Hause, so Sieber, arbeiteten sie mit einem Skiverein zusammen. Auch Möglichkeiten im nahen Oberhof dürfen genutzt werden, wo sich auch die Thüringer Ski-Elite auf Weltcup und Weltmeisterschaften vorbereitet. »Dazu gehört natürlich auch die Benutzung des Skitunnels«, sagt der Trainer, eine Skihalle für Langläufer. Sport für Menschen mit Behinderungen gibt es seit 1999 in der Mechterstädter Einrichtung.

Geehrt wurden die Sportlerinnen und Sportler am Montag mit einem Empfang beim Gothaer Landrat Konrad Gießmann (CDU). Von bestens aufgelegten Medaillengewinnern erfuhr dieser, dass sie nicht nur im Schnee überzeugen können. Um nämlich fit zu bleiben, trainieren sie im Sommer andere Disziplinen wie Tischtennis, Badminton oder Fußball. Auch hier können sie schon Erfolge verzeichnen. Ebenso begeistert wie von den Wettkämpfen erzählten die Sportler, wie sehr sie das Land und die Gastfreundschaft der Südkoreaner beeindruckt haben.

Klaus-Dieter Simmen/mkz

Zum Wohl der Kinder

22. Februar 2013 von redaktionguh  
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Es muss immer um das Wohl der Kinder gehen. Deshalb ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Dienstag zu begrüßen, das dem Partner in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung erlaubt, ein vom anderen Partner adoptiertes Kind ebenfalls an Kindes statt anzunehmen. Denn auch Kinder, die in diesen sogenannten Regenbogenfamilien aufwachsen, brauchen Sicherheit. Das reicht von der Unterschrift eines Erziehungsberechtigten bis zum Arztbesuch. Und erst Recht in Fällen, wo dem rechtlichen Vater, der rechtlichen Mutter etwas zustößt. Gerade dann brauchen Kinder ihre vertraute Umgebung und vertraute Menschen. Ein nur von einem Partner adoptiertes Kind kann im Todesfall nicht weiter bei dem leben, der keine rechtliche Grundlage hat.

Unter Christen bleibt der liberale Umgang unserer Zeit mit Homosexualität umstritten. Dabei müsste unser Blick doch gerade auf die Menschen gerichtet sein: zuerst auf die Kinder, doch auch auf jene, die lieben und Verantwortung übernehmen wollen. Dass Adoptionswillige – gleich welcher Lebensform – genau geprüft werden, ob sie dieser Verantwortung gerecht werden können, steht außer Frage.

Nun können wir bedauern, dass Familien zerbrechen, dass Kinder nicht gewollt werden oder Eltern das Sorgerecht entzogen werden muss. Den betroffenen Kindern nützt weder unser Bedauern noch unsere Diskussion. Sie brauchen Menschen, von denen sie geliebt werden und bei denen sie Geborgenheit finden.

Ob Patchwork-, Regenbogen-, Mutter-Vater-Kind-Familie oder ei­ne mit nur Vater oder Mutter – die rechtliche Sicherheit für die Kinder sollte immer im Mittelpunkt stehen. Unsere bunte Welt zerstört die Bilder einer einstmals »heilen« Familienwelt – die so heil nie überall war und ist. Davor sollten wir die Augen niemals verschließen.

Dietlind Steinhöfel

Jesus von Nazareth auf die Spur kommen

22. Februar 2013 von redaktionguh  
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Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
Römer 5, Vers 8

Als wir noch Sünder waren! Ist da einer, der von sich sagen kann, dass er keiner mehr ist? Ich ziehe meinen Hut vor Paulus, der meinte, kein Sünder mehr zu sein, als er die Worte des Römerbriefes schrieb. Teilen kann ich das nicht. Nun ließe sich dogmatisch schön entfalten, was »Rechtfertigung des Sünders« meint. Meine, unsere menschliche Gegenwart spricht eine andere Sprache als die, die Paulus in seinem Römerbrief spricht: Sünde ist Entfremdung von Gott, Abwesenheit Gottes. Sie ist allgegenwärtig.

Martin Schmelzer, Pfarrer in Weißenfels

Martin Schmelzer, Pfarrer in Weißenfels

Demgegenüber steht Gottes Liebe: vielleicht nur noch als eine Ahnung erfahrbar, als eine Frage nach Gott, die, gestellt, diese Liebe schon wirklich werden lässt. Leben mit einem Bewusstsein für die Liebe Gottes könnte dann heißen: Leben mit der Sehnsucht nach Glück, nach Sinn, nach Geborgenheit und Motivation; Leben in achtsamem Umgang mit den Mitmenschen, den nahen und den fernen; Leben im Bewusstsein, dass diese Welt ein wunderbares Geschenk ist. Das würde heißen, dass sich niemand schämt, Gott wirklich werden zu lassen, indem er »Gott« wörtlich nimmt. Das würde heißen, dass es Alternativen gibt zum schier Unausweich­lichen. Kirchliche Strukturveränderungen, die die jeweilige Gegenwart zur Aufgabe macht, würden nicht vorrangig als Problem gesehen und nach wirtschaftlichen und demografischen Gesichtspunkten beurteilt und gestaltet. Wichtiger wäre dann das Vertrauen auf Gott, der seiner Schöpfung und ja – auch seiner Kirche mit Liebe begegnet.

Wie? Im Leben, im Sterben und in der Auferstehung Jesu von Nazareth. Er hat vorgelebt, was es heißt, Gottes Kind zu sein. Ihm sollen wir auf die Spur kommen, erinnern, was es ausmacht, Christin und Christ zu sein. Sein Leben hat aus den Konjunktiven der Sehnsucht im Leben der christlichen Kirchen Tatsachen werden lassen. Daran brauchen wir uns nicht nur zu erinnern. Wir werden dies vielmehr weitersagen und intensiver leben.

Martin Schmelzer, Pfarrer in Weißenfels

Zivil statt militärisch

19. Februar 2013 von redaktionguh  
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Friedensbildungsprojekt beim Friedenskreis Halle

Krieg ist nicht alternativlos! Ich möchte das Bewusstsein für friedliche und gewaltfreie Konfliktlösungen schärfen.« So umreißt Peter Biermann (33) seine Aufgabe im Rahmen des auf 18 Monate angelegten Projekts »Zivil statt militärisch«. Seit dem 1. Dezember vergangenen Jahres arbeitet der Politikwissenschaftler als Friedensbildungsreferent für die »Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden« beim Friedenskreis Halle. Seine Aufgabe sei es, durch Schilderung eigener Erfahrungen und Eindrücke die »Chancen und Möglichkeiten gewaltfreier Konfliktbewältigung bekannter zu machen«. Diese Erfahrungen bringt Biermann aus einem dreijährigen Aufenthalt in Kolumbien mit. Als zivile Friedensfachkraft hat er zwischen 2007 und 2010 in Südamerika gearbeitet. Zwei Jahre für die Peace Brigades International (PBI) und ein Jahr im Regionalbüro der Diakonie- Katastrophenhilfe.

Peter Biermann hat als zivile Friedensfachkraft drei Jahre in Kolumbien gearbeitet. Foto: Thorsten Keßler

Peter Biermann hat als zivile Friedensfachkraft drei Jahre in Kolumbien gearbeitet. Foto: Thorsten Keßler

Kolumbien gehört zu den »vergessenen Konflikten«. In dem südamerikanischen Land währt seit mittlerweile fast 50 Jahren ein schwer zu durchschauender Konflikt. Beteiligt sind die Regierung, linksgerichtete Guerilla-Gruppen und rechtsgerichtete paramilitärische Einheiten. Eine weitere Rolle kommt den Drogenkartellen zu, die allerdings keiner der drei Parteien zuzuordnen sind. Als internationale Beobachter begleiten und beschützen die PBI-Mitarbeiter in Kolumbien seit 1994 Menschen und Organisationen, die sich trotz Bedrohungen für den Frieden einsetzen und gewaltfreien Widerstand leisten. Die Friedensfachkräfte sind als Entwicklungshelfer spezialisiert auf den Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung. Sowohl in der Prävention als auch in den »heißen Phasen« von Konflikten und der Nachsorge.

»Der Mut der Menschen, sich trotz physischer Drohungen für Menschenrechte und den Frieden einzusetzen«, habe ihm bei seinem ersten Aufenthalt imponiert, beschreibt er seine Beweggründe für das dreijährige Engagement in Kolumbien. Der Friedensbildungsreferent kritisiert, dass bei Diskussionen über Konfliktbewältigung – wie auch jetzt aktuell in Mali – meist nur noch die Frage »Militäreinsatz oder nicht« zur Debatte stehe. Zivile Konfliktbearbeitung ist anstrengender und weitsichtiger. »Sie benutzt langfristig angelegte Instrumente und beginnt, lange bevor Konflikte eskalieren.« Das alles Schülerinnen und Schülern ab der Klassenstufe neun sowie den Multiplikatoren in den Kirchengemeinden zu vermitteln, gehört zu den Zielen des Bildungsprojektes »Zivil statt militärisch«. Getragen wird das Projekt von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (EVLKH). Zwischen Aurich und Zeitz liegt also das Einsatzgebiet des gebürtigen Berliners.

Thorsten Keßler

In einem Vortrag am 21. Februar in Halle stellt Peter Biermann seine Arbeit und die Situation in Kolumbien vor (Diakoniewerk, Mutterhaus, Lafontainestr. 15, 15 Uhr).

»Ideen gibt es viele«

19. Februar 2013 von redaktionguh  
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Vorgestellt: Die Kirchengemeinde in Elxleben geht beherzt an die Sanierung ihres Gotteshauses

Für kleine Dörfer ist es nicht leicht, die Bausummen für den Erhalt der Kirchen ­aufzubringen. Doch die 230 Mitglieder zählende evangelische Kirchengemeinde Elxleben läßt sich nicht entmutigen.

Notwendiges erkennen, Mögliches abwägen und dann beherzt handeln – das scheinen seit Generationen typisch Elxlebener Wesenszüge zu sein. Bereits um 800 wurde das Dorf erstmalig erwähnt. Waidanbau und dessen Verarbeitung brachten am Kreuzungspunkt zweier alter Handelsstraßen (Erfurt–Stadtilm und Arnstadt–Weimar) Bewegung und Wohlstand. Zu den modernen Verkehrsadern A4 und A71 sind es nur wenige Kilometer, ortsansässige Handwerksbetriebe und junge Firmen profitieren davon genauso wie die Pendler in die nahe gelegenen Städte Erfurt oder Arnstadt.

Sie hoffen, dass die neue »Spendenkirche« sich füllt: Pfarrerin Sylvia Behm-Hoyer und Michael Munsche, Vorsitzender des »Fördervereins St. Peter und Paul Elxleben«. Fotos: Thomas Schäfer

Sie hoffen, dass die neue »Spendenkirche« sich füllt: Pfarrerin Sylvia Behm-Hoyer und Michael Munsche, Vorsitzender des »Fördervereins St. Peter und Paul Elxleben«. Fotos: Thomas Schäfer

Bis 1920 gehörte der Ort zum ­Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, heute ist er Teil des Ilmkreises und in der kirchlichen Struktur eines von zwölf Dörfern des Kirchengemeindeverbandes Elxleben-Witzleben (Kirchenkreis Arnstadt-Ilmenau).

Wer nach Elxleben kommt, ist beeindruckt von den stattlichen alten Gehöften, neuen Einfamilienhäusern und der riesigen Kirche. Pfarrer Oertel habe sie 1722 an der Stelle der alten binnen eines Jahres erbauen lassen, dafür keinen Baumeister benötigt und persönlich den Altar gespendet, vermerkt der Ortsgeistliche selbstbewusst in der Chronik. Drei Jahre später folgte dann der Turm. Mit seinen 44 Metern Höhe ist er weithin sichtbar. 1751 wird die Kirche mit einer großen Volckland-Orgel ausgestattet. Die beiden Pauken neben der Orgel bezeugen Kirchenmusik mit Anspruch – einst und heute.

Die Elxlebener haben ihre Kirche gepflegt, genutzt und mit Reparaturen dafür gesorgt, dass der Barockbau samt Orgel 300 Jahre im Originalzustand überdauerte. Doch nun werden mehr und mehr größere Probleme sichtbar. Das zweischalig ausgeführte Bruchsteinmauerwerk driftet auseinander, von der großen Turmhaube lösen sich Schieferplatten und die Restaurierung der wertvollen Orgel erfolgte 1995, sparte das prachtvolle Prospekt aber aus. Das Sanierungskonzept von 2008 nennt für die Bauarbeiten ein Kostenvolumen von 500000 Euro. Das Holztragwerk des Kirchendaches sei von hervorragender Qualität, aber an den Außenmauern seien statische Maßnahmen in den nächsten Jahren dringend erforderlich, wird eingeschätzt.

Die Bausumme ist für ein Dorf mit etwa 600 Einwohnern – übrigens eine konstante Zahl seit Jahrhunderten – gewaltig. Doch die 230 Mitglieder zählende evangelische Kirchengemeinde Elxleben ließ sich nicht entmutigen, sondern bedachte gemeinsam mit Pfarrerin Sylvia Behm-Hoyer Lösungswege. Schriftlich wurde jeder Elxlebener Haushalt für den 15. Oktober 2012 zu einer Versammlung eingeladen, in deren Rahmen sich der »Förderverein St. Peter und Paul Elxleben« gründete. Inzwischen gehören ihm bereits 30 Mitglieder an. »Der Elan ist groß und die Mischung so wie das Dorf«, freut sich Michael Munsche, Mitglied im Gemeindekirchenrat und Vorsitzender des Fördervereins.

»Ich bin sehr dankbar, dass Menschen neben ihrem Alltag noch ehrenamtlich solche Aufgaben übernehmen«, würdigt Pfarrerin Sylvia Behm-Hoyer diesen Einsatz. Auf den vielen kleinen Dörfern sei dies ein Potenzial, das Kirche verlässlich trägt, echte Wertschätzung aber zu wenig erhalte. »Leuchtturmförderung und Eventangebote schaffen keine Kontinuität, von der eine Landeskirche lebt«, merkt sie kritisch an.

»Wir sind leider keine Lutherkirche«, pflichtet Michael Munsche dieser Einschätzung bei. Deshalb werde es nur in kleinen Schritten vorwärtsgehen. Der erste Bauabschnitt mit Sanierung der Mauerkrone und Anbringen einer Dachrinne soll 2015 realisiert werden. Bis dahin will man 80000 Euro aus Fördermitteln und ­Eigenanteil zusammentragen.

Kreativität und Zusammenhalt sind Garanten für das Gelingen. Im November erst gab ein amerikanischer Orgelprofessor spontan ein Benefizkonzert, als er von den Sorgen der Gemeinde hörte, der Frauenkreis erzielte mit Handarbeiten in der Adventszeit 800 Euro und auf dem Weihnachtsmarkt am Forsthaus Willersrode stellte der Förderverein sich öffentlich vor. Im Frühjahr wird es eine Buchlesung geben, ein Orgelkonzert am Peter- und Paulstag und ein Sommerfest. »Ideen gibt es viele«, sagt der 52-Jährige. »Wir werden sehen, was möglich ist.« Neben der Vereinsarbeit gebe es schließlich auch noch mit ­einem aktiven Kirchenchor (25 Mitglieder), einem Posaunenchor samt Nachwuchsarbeit, einem Seniorenkreis, einem ehrenamtlich geleiteten Minikreis (Mütter mit Kleinkindern) oder Angeboten wie »Martini in der Kirche« oder »Lebendiger Advents­kalender« ein buntes kirchengemeindliches Leben, auf das sich die Menschen verlassen.

Uta Schäfer

Und das sind die nächsten Höhepunkte im Pfarrhaus Elxleben: Weltgebetstag für Kinder (2. März, 10 Uhr) und Lange Nacht der Hausmusik (22. März, 19.30 Uhr).

Ein Beruf in der Zerreißprobe

18. Februar 2013 von redaktionguh  
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Für die Arbeit der Gemeindepädagogen ist eine gute Kommunikation wichtig

Lachende Kinder, die mit fröhlichen Gemeindepädagogen unsere Gemeinderäume erobern, sind ein ausgesprochen gern gesehenes Beispiel, wie die Kirche ihren Bildungsauftrag wahrnimmt. So manche berufstätige Eltern sehen das eher mit einem Seufzer: »Ist ja toll, was die so alles auf die Beine stellen – Bibelolympiade für die Kleinen, Konfirmanden-Projekte mit echtem Erlebniswert, mitreißende Jugendkirche, Familienfreizeiten, sogar Tanzen, Kochen, Diskutieren für Mütter und Väter sowie Seniorenarbeit wird angeboten – aber immer müssen wir die Kinder fahren.« Doch wer auf dem Land lebt, kommt um die Fahrerei nicht herum. Zu gern hätten Eltern die Veranstaltungen im eigenen Ort.

Ein voller Dienstauftrag – also auch 100 Prozent Bezahlung – bringt volle Leistung vor Ort, könnte man denken. Das wird dem Arbeitsfeld eines Gemeindepädagogen von heute jedoch nicht mehr gerecht. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Region, nicht auf einzelne Gemeinden. Dies erhöht zwar die Möglichkeiten, innovative Projekte gemeinsam mit Kantoren, Pfarrern und Ehrenamtlichen zu ­entwickeln. Erhöht jedoch auch die Gefahr des Unverständnisses der örtlichen Gemeindekirchenräte und weckt den Unmut von Pfarrern, die nun zusätzlich Fahrdienste für Kinder stellen sollen.

Spaß bei der Bibelolympiade im Kirchenkreis Südharz braucht eine gute Team-Vorbereitung. Foto: Kirchenkreis Südharz

Spaß bei der Bibelolympiade im Kirchenkreis Südharz braucht eine gute Team-Vorbereitung. Foto: Kirchenkreis Südharz

»Manchmal denken die Betroffenen zu wenig an die Kinder. Erwachsene befinden, dass dies oder jenes so nicht gehen kann«, ärgert sich Marit Krafcick, Referentin für die Arbeit mit Kindern und Familien des Kirchenkreises Südharz. Erlebnisse in großer Runde mit tollem Programm seien nun einmal nur zentral zu verwirklichen. Da müssten halt alle an einem Strang ziehen. Leider erhält sie dabei nicht immer die erhoffte Unterstützung. Traurig berichtet sie von Pfarrern, die ihre Pfründe verteidigen und glauben, über die Arbeit der Gemeindepädagogen bestimmen zu können. Doch Pfarrer und Gemeindepädagogen sollten sich auf Augenhöhe begegnen. Denn die Fachaufsicht über die Pädagogen obliegt den Referenten der Kirchenkreise und die Dienstaufsicht dem jeweiligen Superintendenten, nicht den Ortspfarrern.

Um eine selbstständige Arbeit zu gewährleisten, wird für jeden pädagogischen Mitarbeiter eine ausführliche Dienstanweisung erstellt. »Sie schützt mich vor den Ansprüchen Einzelner«, betont Marcus Bornschein, Jugendmitarbeiter der Region Eichsfeld des Kirchenkreises Mühlhausen. »Ohne sie sowie die echte Wertschätzung meiner Arbeit im Kirchenkreis und die Unterstützung durch Kollegen wäre die Arbeit in der Region, inmitten der verschiedenartigen Ansprüche, nur schwer möglich«, ist er überzeugt.

Wie viele seiner Kollegen wählte er seinen Beruf aus tiefster, über lange Jahre gewachsener Überzeugung. Ja, auch mit ihm müsse die Fachaufsicht manchmal in die Sitzungen der Gemeindekirchenräte gehen, um die Struktur seiner Arbeit zu erklären. Doch dies sieht er positiv, es stärkt ihm den Rücken. »Wünschenswert zur Bewältigung solcher Situationen wäre nur, dass sich die Ausbildung stärker auf die kommunikative Kompetenz der Pädagogen konzentriert«, fordert Marit Krafcick.

»Unser Beruf ist wunderbar. Wir können auf kreative Art Appetit machen auf den christlichen Glauben, das ist eine so schöne Herausforderung«, berichtet Ingrid Piontek begeistert, früher selbst Gemeindepä­dagogin, heute Dozentin am Pädagogisch-Theologischen Institut in Drübeck. »Es ist ein Beruf, der einem viel Freiraum lässt, seine eigenen Begabungen einzubringen«, betont sie. Diese Talente könne man jedoch nur sinnvoll einsetzen, wenn die Anstellung es ermöglicht, neue Arbeitsansätze auszuprobieren und weiterzuentwickeln.

»Das Berufsbild ist generationsübergreifend. Wenn sich der persönliche Schwerpunkt zum Beispiel zur Seniorenarbeit verlagert, liegt es am Kirchenkreis, das sinnvoll einzubinden. Die Vorgesetzten sollten alle Ressourcen wohlwollend im Blick behalten. So etwas motiviert die Mitarbeiter auch eher, neue Projekte zu erarbeiten.« Mehr Flexibilität wäre, perspektivisch gesehen, ein Lösungsansatz für Kirchenkreis, Kirchenälteste und Pfarrer, die Gemeinde und immer wieder auch für Gemeindepädagogen.

Regina Englert

Die Ausbildung zum Gemeindepädagogen ist auf vielfältige Weise möglich, vom Hochschulstudium bis zur berufsbegleitenden Ausbildung.

www.gemeindepädagogik.de
www.pti-mitteldeutschland.de


Der Doktor auf dem Prüfstand

18. Februar 2013 von redaktionguh  
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Im Journalismus ist es Usus, dass der Doktortitel nur angegeben wird, wenn sich die Autoren als Fachmänner und -frauen, als Experten des Themas ausweisen, über das sie gerade schreiben. Der akademische Grad zeigt an, dass sich jemand mit einem wissenschaftlichen Fach auseinandergesetzt, dieses um neue Erkenntnisse bereichert hat. Dass viele Doktorarbeiten diesem Anspruch nicht gerecht werden, ist bekannt, nicht erst, seitdem der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan der Doktortitel entzogen wurde.

Wenn jemandem eine einmal verliehene Promotion aberkannt werden muss, wirft das in erster Linie ein schlechtes Licht auf die Universität und den Doktorvater, den Professor, der die Arbeit betreut hat. Wer weiß, möglicherweise ist mancher Doktor froh, dass er nicht Politiker geworden ist und keine Sorge haben muss, in politische Ränkespiele verwickelt zu werden.

Die Promotion von Politikern hat offenbar ein viel höheres Gewicht als die von Ärzten, Bauingenieuren und Mathematikern. Wenn jedoch durch die beiden Politiker, die innerhalb von zwei Jahren über ihren Doktorarbeiten zu Fall gekommen sind, die Qualität derselben auf den Prüfstand kämen, wäre das nur gut. Wichtig wäre auch, dass dem akademischen Grad der Stellenwert eingeräumt wird, der ihm zukommt. Er bescheinigt dem Träger, der Trägerin die Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten. Das verdient Respekt, ist jedoch noch lange kein Grund, jemanden zu glorifizieren. Das aber tut die Gesellschaft, denn wie ist es anders zu erklären, dass man den Titel sogar kaufen kann und manche Menschen alles dafür tun, um ihn zu erlangen. Dabei gibt es unter den Medizinern ohne Doktor gute Ärzte. Und ein promovierter Theologe ist nicht unbedingt ein guter Prediger und Seelsorger.

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