Einladung ins Paradies

23. Juli 2013 von redaktionguh  
Abgelegt unter Titelseite

Vorgemerkt: Vom 21. bis 22. September ist Mitteldeutscher Kirchentag in Jena


In neun Wochen öffnet Jena seine Tore für den zweiten Kirchentag der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).

Sind wir schon mit einem Fuß im Paradies? Der zweite Mitteldeutsche Kirchentag will Spuren zum Weg ins Paradies aufzeigen und über Hindernisse diskutieren. Das Kirchentagsthema bezieht sich auf den Park mit Namen »Paradies« in Jena. In der Thüringer Stadt wird am 21. und 22. September das bunte Christentreffen der EKM seine Stände aufschlagen. Fünf Zentren mit interessanten Themen, Bibelarbeiten, ein Markt der Möglichkeiten und anderen Angeboten laden Menschen aus der EKM von Salzwedel bis Sonneberg, von Lauchhammer bis Gerstungen ein. Das Thema »Mit einem Fuß im Paradies« wolle darauf aufmerksam machen, dass es auch gerechter gehen kann in dieser Welt, sagt Wolfgang Musigmann, Vorsitzender des Kirchentags-Landesausschusses der EKM. »Wir wollen den Vorhang ein Stück öffnen, um zu sehen, wie schön es im Paradies sein könnte. Vor allem liegt uns daran, eine schöne und vielfältige Seite der Kirche zu zeigen und alle einzuladen, die gern für die Kirche und das Reich Gottes einen guten Weg einschlagen wollen.« Die Absage an Gewalt, Schöpfungsbewahrung, Gerechtigkeit und der freundliche Umgang miteinander seien solche Wege zum Paradies. Vor allem aber sei es Sinn eines Kirchentags, miteinander ein Glaubensfest zu feiern. Die Christen aus der jungen EKM werden in Jena Gelegenheit haben, sich besser kennenzulernen. »Der Kirchentag soll identitätsstiftend für unsere neue Kirche sein«, so Musigmann.

Ein fröhliches Fest feierten auch die Kinder zum ersten EKM-Kirchentag 2009 in Weimar. In diesem Jahr wird nach Jena eingeladen. – Foto: Maik Schuck

Ein fröhliches Fest feierten auch die Kinder zum ersten EKM-Kirchentag 2009 in Weimar. In diesem Jahr wird nach Jena eingeladen. – Foto: Maik Schuck

In der schönen Universitätsstadt an der Saale muss man nicht weit gehen, um von einem Veranstaltungsort zum anderen zu gelangen. »Es wird Spaß machen, Kirche zu erleben. Das ist für alle ein Grund zu kommen«, ist sich Musigmann sicher.

Die Zentren bieten wichtigen Themen Raum. Neu und deshalb besonders zu erwähnen sei das Zentrum vier »Geschwister der Schöpfung«. Hier wird es um unser Verhältnis zu den Mitgeschöpfen gehen. »Da liegt ganz viel im Argen«, sagt Musigmann. »Ich finde, dass viel zu wenig über diesen Konflikt zwischen Menschen und Tieren nachgedacht wird, über Massentierhaltung, Tierversuche in der Kosmetikindustrie und so weiter.«

Wolfgang Musigmann hofft, dass auch viele Nichtchristen neugierig werden. In der EKM und natürlich auch in Jena leben viele ohne Religion. Auch diese große Gruppe anzusprechen sei ein wichtiges Anliegen. So werden sich auf dem Markt der Möglichkeiten ein Stand der Attac-Gruppe Erfurt und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen präsentieren. Da sei es in Ansätzen erreicht, Menschen zum Mitmachen zu gewinnen, die nicht unbedingt einen kirchlichen Hintergrund haben.

Titel-29-2013-LogoDass der Kirchentagsausschuss mit der katholischen Gemeinde zusammenarbeite, sei selbstverständlich. So können Räume der Katholiken genutzt werden, zudem werden sich die christlichen Konfessionen gemeinsam in die »Nacht der Kirchen« einbringen. In der Friedenskirche wird am Sonntagmittag die Interkulturelle Woche Jenas eröffnet, an der auch Mitglieder der jüdischen Gemeinde teilnehmen. Der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, ist zum Gespräch auf das »Rote Sofa« der Kirchenzeitung eingeladen, wo am Sonntag mit Prominenten diskutiert wird.

Zudem werden das Gustav-Adolf-Werk sein Jahresfest feiern, die Gehörlosenseelsorge zum Gemeindetag, die Ausländerseelsorge zum Osteuropatag einladen und die Stiftungen der EKM tagen.

Dietlind Steinhöfel

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