Die Tore und die Herzen öffnen für den König der Welt

30. November 2013 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

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Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.
Sacharja 9, Vers 9

Ein neues Kirchenjahr beginnt. Es beginnt mit diesen wunderbaren Worten voller Hoffnung und Erwartung. Und das ist doch gut, wenn am Anfang von etwas Neuem die Erwartung steht. Wenn wir nicht sagen müssen: Was soll es schon bringen, das Neue? Was soll sich schon ändern am Lauf unseres Lebens, am Lauf unserer Kirche, am Lauf unserer Welt? Sondern wenn wir sagen können: Als christliche Gemeinde sind wir auf dem Weg. Als Christen erwarten wir immer noch etwas von der Zukunft. Allerdings nicht irgendetwas oder irgendwen, sondern unseren König Jesus Christus.

Magdalena Seifert, Pfarrerin im Kirchspiel Bad Frankenhausen

Magdalena Seifert, Pfarrerin im Kirchspiel Bad Frankenhausen

Was das für ein König ist, davon erzählt uns die Bibel. Er ist gerecht und er ist ein Helfer – so hören wir es im Bibelwort für die nun beginnende Woche. Er nennt die selig, die Frieden stiften und die barmherzig sind.

Das sind sehr genaue Vorstellungen davon, wie unsere Welt gemeint ist und unser Leben. Zugleich lassen uns diese Worte aber auch spüren, was an so vielen Stellen noch fehlt – Gerechtigkeit für alle, Aufmerksamkeit füreinander und Barmherzigkeit. Nicht von ungefähr nennt Sacharja den König einen Gerechten und einen Helfer. Denn Sacharja erinnert sich. Und macht seinem Namen damit alle Ehre. Denn Sacharja bedeutet: »Gott hat sich erinnert.«

Das hat der Prophet vor Augen: Wie Gott sich immer wieder erinnert hat an seine Menschen. Wie Gott auch immer wieder geholfen hat. Wie er Propheten auserwählte, die sein Wort verkündigt und Wege gezeigt haben für ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden.

Und was Gott zuvor getan hat, das tut er auch uns. Darum sollen wir wissen: Unsere Erwartungen, sie laufen nicht ins Leere. Sie finden ihr Beispiel und ihre Erfüllung in dem, der kommt. Der uns entgegenkommt. Dem Sohn Jesus Christus, dem König der Welt.

Und darum lasst uns die Tore weit machen und die Türen in der Welt hoch und unsere Herzen offen, dass der König der Ehre einziehe.

Magdalena Seifert

Vorausschauend haushalten

27. November 2013 von redaktionguh  
Abgelegt unter Sachsen-Anhalt (Archiv)

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Anhaltische Landessynode diskutierte bei ihrer Tagung in Zerbst auch finanzielle Fragen

Die vierte Tagung im vierten Kirchenkreis in dieser Legislaturperiode. Die Landessynode Anhalts, bislang überwiegend in Dessau tagend, ist seit zwei Jahren unterwegs. »Wir wollen eine Synode sein, die die Nähe der Gemeinden sucht«, begründete Präses Andreas Schindler die Entscheidung, für die Tagungen andere Städte der Landeskirche auszuwählen. Das stieß nicht immer auf Zustimmung, denn das Reisen ist in der Regel teurer als das Verharren an einem vertrauten Ort. Hinzu kommt Mehrarbeit. »Zu den ersten negativen Erfahrungen gehört es, dass die gesuchte Gemeindenähe nicht immer auf Interesse stößt.« Man wolle, so Schindler zur Eröffnung der Synodaltagung vom 14. bis 16. November in Zerbst, die kritischen Stimmen ernst nehmen und sich darüber verständigen, »ob wir den eingeschlagenen Weg in dieser Legislatur so weitergehen wollen.«

Blick in die Aula des staatlichen Gymnasiums Francisceum in Zerbst, wo die ­Synode in der vergangenen Woche tagte. Die Geschichte der Schule geht auf ein in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbautes Franziskanerkloster zurück. Von 1582 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts diente es als anhaltische Landesuniversität (Gymnasium illustre) mit angeschlossener Lateinschule. Ab 1803 ­befand sich hier die Zerbster Stadtschule, in der Mitte des 19. Jahrhunderts ­begann der Ausbau zum Gymnasium. Fotos (2): Karsten Wiedener

Blick in die Aula des staatlichen Gymnasiums Francisceum in Zerbst, wo die ­Synode in der vergangenen Woche tagte. Die Geschichte der Schule geht auf ein in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbautes Franziskanerkloster zurück. Von 1582 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts diente es als anhaltische Landesuniversität (Gymnasium illustre) mit angeschlossener Lateinschule. Ab 1803 ­befand sich hier die Zerbster Stadtschule, in der Mitte des 19. Jahrhunderts ­begann der Ausbau zum Gymnasium. Fotos (2): Karsten Wiedener

Eine kritische Debatte löste am Sonnabend die beabsichtigte Zahlung eines Strukturbeitrages der Kirchen in Sachsen-Anhalt zum Reformationsjubiläum 2017 an das Land Sachsen-Anhalt aus (siehe GuH Nummer 46, Seite 1). Die gefundene Lösung sei »unter allen schlechten Möglichkeiten die am wenigsten schlechte«, so Kirchenpräsident Joachim Liebig. Anhalt ist mit rund 60000 Euro pro Jahr beteiligt. Weitere Zahlungen schloss Liebig aus. Als »befristete Geste der Kirche in Richtung Staat« bezeichnete der Beauftragte der Kirchen bei Landtag und Landesregierung, Albrecht Steinhäuser, den Strukturbeitrag.

Die Synode beschloss die Einsetzung einer Arbeitsgruppe für das Reformationsjubiläum 2017. Auf Vorschlag des Kirchenpräsidenten sollen hier die Potenziale haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeitender gezielt in die Planung und Umsetzung der mit dem Reformationsjubiläum verbundenen Aktivitäten eingebracht werden. Andreas Janßen, Leiter der Arbeitsstelle »Kirche und Tourismus«, wird die Arbeitsgruppe leiten. Vorsitzender des Beirates ist der frühere Finanzdezernent Anhalts, Oberkirchenrat i. R. Wolfgang Philipps.

Am Sonnabend beschloss die Synode den Haushaltsplan für 2014. Er sieht Einnahmen und Ausgaben von rund 15,1 Millionen Euro vor und liegt geringfügig unter dem Ergebnis von 2012 (15,73 Millionen) und etwa 2,5 Prozent (370000 Euro) über dem Ansatz von 2013. Ursache sind die höheren Einnahmen bei Kirchensteuern, Staatsleistungen und dem Finanzausgleich innerhalb der Kirchen der EKD. Zugleich sind im Etat die spürbaren Steigerungen der Personalkosten berücksichtigt. Finanzdezernent Rainer Rausch mahnte an, dass die derzeitigen günstigen Umstände nicht dazu verführen dürften, langfristig die Haushaltsbelastungen zu erhöhen. Die Personalentwicklung müsse an der Finanz- und Mitgliederentwicklung ausgerichtet bleiben. »Mit einer vorausschauenden Haushaltführung kann es gelingen, in Zukunft die harten Schnitte der Vergangenheit zu vermeiden.«

Angela Stoye

Segnender Christ-König

26. November 2013 von redaktionguh  
Abgelegt unter Thüringen (Archiv)

Figur aus Carrara-Marmor wird am Ewigkeitssonntag in Ettersburg aufgerichtet

Ein neuer Christ-König des Weimarer Bildhauers Walter Sachs wird am Ewigkeitssonntag in der Schlosskirche von Ettersburg (Kirchenkreis Weimar) in Dienst genommen. Weil das Kruzifix auf dem spätgotischen Flügelalter (um 1490) des Meckfelder Meisters vor langer Zeit verloren gegangen war, befand sich dort ersatzweise nur ein schlichtes Bretterkreuz. Dieses wird nun durch eine Christusfigur aus weißem Carrara-Marmor ersetzt.

Christusfigur von Walter Sachs. Foto: privat

Christusfigur von Walter Sachs. Foto: privat

Bei Gesprächen mit dem Theologen Thomas Seidel sei ihm bewusst geworden, dass Christus seit dem 13. Jahrhundert auf den Altären »sehr häufig und sehr drastisch als Leidender dargestellt ist«, berichtet der Künstler. »Es hat den Anschein, als wäre in vielen Kirchen das ganze Jahr über Karfreitag.« Im Mittelalter sei jedoch der siegreiche Christus, der Christ-König, das sakralkünstlerische und spirituelle Zentrum des Kirchenraumes gewesen. Deshalb habe er sich entschlossen, einen segnenden Christus zu gestalten, der vor dem hölzernen Kreuz-Symbol fast schwebend dargestellt ist: »Das Kreuz ist vergoldet und die Maserung des Holzes noch sichtbar. Vor diesen Goldgrund, der das Kreuz als himmlisches Symbol zeigt, tritt Christus in seiner irdischen Gestalt. Die Dornenkrone, sein Martyrium, ist angedeutet. Sterben und Leben, Tod und Auferstehung, gehen ineinander über.«

(mkz)

Einweihungsgottesdienst: 24. 11., 16 Uhr, Schlosskirche Ettersburg, mit dem Gregorianischen Singkreis

Einladen statt abwarten

25. November 2013 von redaktionguh  
Abgelegt unter Mitteldeutschland

Anhalt ermöglicht »Gestufte Verbindlichkeit« und regt Gebetsinitiative an

Die Frage, wie Menschen, die der Kirche fernstehen oder ausgetreten sind, überhaupt oder wieder angesprochen werden können, zog sich wie ein roter Faden durch die Tagung der Landessynode Anhalts vom 14. bis 16. November in Zerbst. Bereits am Freitag beschloss das Kirchenparlament ein Konzept der »gestuften Verbindlichkeit«, das auch interessierte Nichtchristen stärker an die Kirche binden soll. Viele Menschen würden sich für die Kirche einsetzen, ohne selbst Mitglied zu sein, heißt es in dem Beschluss. Sie hätten oft ein Bedürfnis nach verbindlicher kirchlicher Begleitung. In mehreren Schritten sollen Nichtchristen daher mehr über das Leben in Kirche und Gemeinde informiert und durch Freundeskreise eingebunden werden. Ziel der »gestuften Verbindlichkeit« sind letztlich die Taufe und die Vollmitgliedschaft. Das Konzept soll in Kirchengemeinden, aber auch in der Diakonie oder anderen Einrichtungen erprobt werden. »Eine evangelische Kindertagesstätte oder evangelische Grundschule ist eine der wenigen Situationen, in denen uns Menschen aus eigenem Antrieb als Kirche nahekommen«, heißt es in dem Papier.

Kirchenpräsident Joachim Liebig auf der Landessynode Anhalts in Zerbst. Foto: Presse Anhalt

Kirchenpräsident Joachim Liebig auf der Landessynode Anhalts in Zerbst. Foto: Presse Anhalt

Mit dem Projekt »Anhalt betet« regt die Synode an, dass wieder mehr geistliches Leben in die anhaltischen Kirchen einziehen soll. Denn eine große Zahl wird bisweilen nur zu besonderen Anlässen genutzt. Im Zuge von »Anhalt betet« soll sich wöchentlich in allen 214 Kirchen eine Gruppe von Menschen zum Gebet zusammenfinden. Der theologische Ausschuss der Synode entwarf dazu eine einfache Grundform, deren erste Fassung den Synodalen vorlag. Zum Ablauf gehören eine Lesung aus Psalm 84 »Wie lieb sind mir deine Wohnungen …« und eine Lesung des Gleichnisses vom Sämann (Matthäus 13,1-9). Darauf folgen die Bitte um Gottes Geleit, Segen und abschließend das Vaterunser. Pfarrer Mathias Kipp, Vorsitzender des Theologischen Ausschusses, berichtete von einer schon bestehenden Gebetsinitiative in Sandersleben. Eine Ehrenamtliche aus seiner Gemeinde habe einfach mit regelmäßigen Gebeten in der Kirche begonnen. »Mittlerweile sind es fünf, die jeden Mittwoch beten.«

Nach dem Willen der Synode soll sich das Projekt »Anhalt betet« über zwei Jahre erstrecken. Wichtig ist den Synodalen die Zusammenkunft der Betenden immer zu einem festen Zeitpunkt in der Woche, unwichtig hingegen die Kirchenmitgliedschaft. »Anhalt betet«, so Kirchenpräsident Joachim Liebig, »soll kein Ersatz für die Gottesdienste sein.« Menschen sollten angeregt werden, sich für zehn Minuten zu versammeln, zu besinnen und in Dialog mit Gott zu treten. »Lassen Sie uns jetzt Erfahrungen damit sammeln!« Voraussichtlich Weihnachten wird die überarbeitete Vorlage den Gemeinden zur Verfügung stehen.

In seinem Bericht vor der Synode hatte Joachim Liebig die Arbeit der Frauen und Männer in den Gemeinden, Diensten und Werken »unter den nicht immer ganz einfachen Bedingungen hier in Mitteldeutschland« gewürdigt. Die Landeskirche Anhalts nehme damit eine Entwicklung vorweg, die in anderen Regionen Deutschland möglicherweise erst am Anfang sei. »Von zentraler Bedeutung wird es zukünftig sein, nicht nur abwartend bereitzustehen, sondern freundliche einladend das Evangelium zu sagen und – soweit es geht – auch zu verkörpern.«

Angela Stoye

Nie wieder wegschauen

25. November 2013 von redaktionguh  
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Es ist unfassbar. Es ist entsetzlich und macht sprachlos. In Leipzig hatten vorige Woche Unbekannte auf dem Gelände, auf dem eine Moschee gebaut werden soll, blutige Schweineköpfe auf Holzpflöcke gesteckt und aufgestellt. Und es gibt nicht wenige, die heimlich und sogar öffentlich Beifall klatschen. Das ist kein Dumme-Jungen-Streich. Das ist ein Affront gegen Religionsfreiheit und verletzt religiöse Gefühle in hohem Maße.

Vor einigen Wochen hatte die Leipziger Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde, die rund 70 Mitglieder zählt und als gemäßigt gilt, das Modell ihrer Moschee vorgestellt. Seitdem gibt es Proteste. Nun ist es in einer Demokratie legitim, seine Meinung öffentlich kundzutun.

Doch zwei Dinge laufen hier entgegen allen demokratischen Regeln. Erstens haben sofort Neonazis den Protest an sich gerissen und missbrauchen den Unwillen mancher Bürgerinnen und Bürger für ihre rassistischen Ziele. Zum anderen sind die Grenzen des Protestes überschritten, wenn jemand im vollen Bewusstsein eine Religion diffamiert. Die Schweinekopf-Attacke ist ein Schlag unter die Gürtellinie, gilt doch das Schwein auch bei Muslimen als unreines Tier.

Das kann uns Christen nicht kaltlassen, zumal der Pfarrer der evangelischen Thomaskirche, Christian Wolff, beschimpft und beleidigt wird. Er wirbt um Zustimmung für die Moschee in Leipzig-Gohlis. Wenn wir zulassen, dass jemand seinen Glauben nicht leben kann – und dazu gehören eben auch entsprechende Häuser –, sind wir alle betroffen, ob Muslime, Juden, Christen …

Wohin die Schändung von Gebäuden und Grundstücken einer Religionsgemeinschaft führen kann, haben unsere Väter und Mütter 1938 und danach erlebt. Nie wieder dürfen Christen wegschauen oder sich gar beteiligen. Hass gegen eine Religion zu schüren, kann zum Bumerang werden.

Dietlind Steinhöfel

Mehr nach den Lichtern schauen

23. November 2013 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.
Lukas 12, Vers 35

Wann war eigentlich die Steuererklärung dran? Ach, noch ein paar Monate … Entspannung, aber dann im April Hektik. Da waren doch zwischenzeitlich die Lichter ausgegangen, Zeit und Quittungen vertan. Jetzt bloß nicht den Termin verpassen!

Das Evangelium spricht eine eigene Sprache: bereit sein, wach und aufmerksam, zu bestimmter Stunde, zur zweiten oder dritten Nachtwache. Solche Aufmerksamkeit im Glauben gilt dem Kommen Gottes, erinnert mich an die Schnittpunkte, an denen sich meine und seine Wege kreuzen. Auch im Evangelium wird von bewusst erlebter Zeit gesprochen, besonders von der, die vor uns liegt: Gottes Zeit mit uns und unsere Zeit mit ihm.

Johannes-Martin Weiss, Pfarrer in Rudolstadt

Johannes-Martin Weiss, Pfarrer in Rudolstadt

Die Knechte im Evangelium haben sich ganz bewusst Zeit genommen, wollen hellwach sein, wenn ihr Herr kommt. Nicht genau wissen, wann er kommt, aber wissen, dass er kommt, und auf diese Ankunft vorbereitet sein. An solchem Warten haben die Wartenden Freude, erfahren später, dass ihre erwartungswache Haltung belohnt wird, denn der Herr wird für sie da sein. Dieses Bewusstsein stärkt das Vertrauen, weckt Liebe und Güte und lässt den Horizont der göttlichen Barmherzigkeit erahnen, gibt ihrem Glauben eine positive Spannung.

Sich immer wieder neu zu sensibilisieren ist überlebenswichtig für unseren Glauben, die Sache Jesu. Mir stellt sich die Frage: Wie wach bin ich? Und ob meine Erwartungshaltung der biblischen entspricht? Manchmal – zu selten – befällt mich die Sorge, im täglichen Getriebe müde zu werden, ja einzuschlafen. Wie bei der Steuererklärung zu beruhigt in Erwartungslosigkeit eingerichtet zu sein. Ich will wieder mehr nach meinen »Lichtern« schauen.

Diesen Termin aber haben wir täglich. Aufmerksam, achtsam und wach mit uns selbst und der Welt um uns herum umgehen. Zeit ausnutzen und erwartungsvoll die Schnittpunkte suchen, an denen seine und meine Wege sich kreuzen, nicht nur für die Ewigkeit.

Johannes-Martin Weiss, Pfarrer in Rudolstadt

Leben mit offenem Blick

23. November 2013 von redaktionguh  
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Kirchenjahr: Der Ewigkeitssonntag führt Leid und Tränen vor Augen, aber auch Hoffnung

Am letzten Sonntag im Kirchenjahr denken wir an unsere Verstorbenen, der Blick soll jedoch genauso auf das Heute und Hier gerichtet bleiben.

Der Ewige« ist Name und Anrede Gottes. Einer der vielen Namen und Attribute des Schöpfers, des Vaters Jesu Christi, des Erbarmers. Es handelt sich um einen ganz besonderen Namen Gottes. Diese Anrede ist ein Bekenntnis: Wer an Gott seine Hoffnung hängt, dem Ewigen vertraut und mit dem Herrn an der Seite durch das Leben geht, der tritt zugleich ein für ein Leben mit dem Blick in die Ewigkeit. Die Beziehung zu Gott, begonnen an einem Punkt, an verschiedenen Punkten im Leben eines einzelnen Menschen, hat ihre Richtung gerade nicht allein im Leben, sondern hat da nur ihren Anfang. Jesus Christus wurde gekreuzigt und begraben. Er blieb nicht im Zustand des Todes, nicht in einem »Reich des Todes«. Er wurde aus dem Reich des Todes auferweckt, er ist an der Seite seines himmlischen Vaters und lebt nun in Gottes Gegenwart in einer alle Zeiten überdauernden Gemeinschaft mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist.

Trauer und Leid sind an kein Lebensalter gebunden, aber auch die Hoffnung nicht. Foto: Halfpoint/Fotolia.com

Trauer und Leid sind an kein Lebensalter gebunden, aber auch die Hoffnung nicht. Foto: Halfpoint/Fotolia.com

Diesen Weg Jesu Christi haben wir im Blick, die ihm nachfolgen, die seinem himmlischen Vater vertrauen. Auf dem Weg in die Gemeinschaft der Liebe mit dem dreieinigen Gott, auf dem Weg in ein neues Leben, das nicht mehr vom Tod unterbrochen werden kann, wissen wir auch unsere Verstorbenen.

Es ist Gottes Heiliger Geist, der es ermöglicht, dass wir nicht als die leiblichen Personen, die wir waren, aber als die vom Geist Gottes inspirierten, glaubenden Menschen in dieser, alle Zeitvorstellungen überdauernden Gemeinschaft mit Gott bleiben. Ewiges Leben haben wir nicht in einer zerbrechlichen, menschlichen Gestalt, sondern als die unverwechselbaren Geschöpfe Gottes, geprägt von allen Erfahrungen unseres Lebens.

Auf die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott gehen wir mit unserem, im Hier und Jetzt begonnenen Glaubensleben zu. Wir leben mit einem offenen Blick »hin in die Ewigkeit«. Unsere ewiglich geprägte Seele lebt jedoch in dieser Zeit, in der Zeit, die von Gewalt, von Gebrochenheit, von unfassbarem Leiden geprägt. Ist es nicht fast schwerer, diesen Zustand zu ertragen, wenn wir das »himmlische Jerusalem« vor Augen haben, einen Ort ohne Leid und Tränen? Einen ungetrübt freundlichen und freudigen Hoffnungsort? Ja, einerseits ist dies schwerer. Wenn wir keine positiven Bilder in uns haben, dann sind die negativen vielleicht nicht so erschreckend. Sie werden hingenommen, werden alltäglich.

Ebenso weist uns die Gegenwart Jesu Christi, des lebendigen Sohnes Gottes, die Blickrichtung. Ja, es gibt Leid und Tod. In keinem menschlichen Leben ist solche Erfahrung ausgeklammert. Und es bleiben der Schmerz, die Erfahrungen von Abschied und Verlust. Doch mit unseren Erfahrungen sind wir im Leben und im Sterben nicht allein. Durch alle Erfahrungen hindurch bietet Gott, der vor allen Zeiten war und das Leben schuf, uns die Hand. Nimmt uns, seine geliebten Kinder, in seine Obhut. Verspricht wie Mutter und Vater Geleit und Schutz. Und ein Zuhause am Ende unseres irdischen Lebens, in dem wir frei von aller Bedrückung in ewiger Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, unserem Herrn Jesus Christus und dem Heiligen Geist leben können.

Weil wir von der Wirklichkeit des Kommenden wissen, an sie glauben, darum nehmen wir schonungslos wahr, was in unserer jetzigen Welt ist – und treten im Namen Gottes, der allem Leid ein Ende setzen wird, schon jetzt ein für das Leben. Machen aufmerksam auf Flüchtlingselend, Menschenhandel, Vernachlässigung von Kindern. Von der Hoffnung auf ein Leben in Gottes Ewigkeit scheint ein Licht auf all das Elend unserer Zeit.

Johann Schneider

Zum Autor: Der promovierte Theologe ist Regionalbischof des Propstsprengels Halle-Wittenberg.

Geburtstagsfeier mit Luthers

20. November 2013 von redaktionguh  
Abgelegt unter Sachsen-Anhalt (Archiv)

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Eisleben war Gastgeberin für Menschen mit dem Familiennamen des Reformators

Ich bin Luther.« Diese Begrüßung war am Wochenende in Eisleben oft zu hören. Doch der geborene Reformator Martin Luther ist nicht etwa vom Sockel des Denkmals auf dem Marktplatz seiner Geburtsstadt gestiegen und zu neuem Leben erwacht. Diesen Ausspruch haben vielmehr 21 Frauen, Männer und ein Kind für sich in Anspruch genommen, die alle den Familiennamen Luther tragen und am Wochenende gemeinsam in der Stadt in Sachsen-Anhalt den 530. Geburtstag des Reformators feierten.

Zu der Jubiläumsfeier hatte die ­Eislebener Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD) eingeladen. Ihr Fazit: »Wir sind mit dem Zuspruch auf unsere Einladung zufrieden.« Luthers seien aus Bayern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Berlin angereist. Immerhin hatten Recherchen der Stadtverwaltung ergeben, dass aktuell allein in Deutschland rund 1800 Luthers wohnen. Weltweit dürften noch etwa 2000 weitere hinzukommen.

Die Party am Wochenende war zudem ein Vorgeschmack auf das Reformationsjubiläum 2017. Dann sollen nämlich nach dem Willen der Kommunalpolitikerin mehrere Hundert Luthers in die Stadt kommen. Immerhin gebe es in Eisleben neben dem sanierten und erweiterten Geburts- und dem Sterbehaus sowie der Taufkirche Luthers viel Geschichtsträchtiges rund um den Reformator zu sehen. Im Juni 2014 werde zudem Luthers Elternhaus mit Neubau im unweit von Eisleben gelegenen Ort Mansfeld wieder eröffnet, kündigt sie an.

Zur Feier des 530. Geburtstages von Martin Luther gehörte auch eine Festtafel mit Stollen. Foto: Jürgen Lukaschek

Zur Feier des 530. Geburtstages von Martin Luther gehörte auch eine Festtafel mit Stollen. Foto: Jürgen Lukaschek

Schon jetzt ging es beim Eisleber Treffen familiär zwischen den Gästen zu. »Hallo Luthers«, sagte einer der Namenträger im Vorbeigehen zu Marie-Luise und ihrem Vater Hans-Günter Luther. Es sei das erste Treffen dieser Art, an der seine Familie aus Freyburg an der Unstrut teilnehme, erzählte Hans-Günter. Die 25-jährige Tochter fügte mit etwas Stolz hinzu, »wir sind mit dem berühmten Luther verwandt«. Ihre Familie stamme von Martins jüngerem Bruder Jakob (1490 bis 1571) ab. Seit zwei Wochen sei es auch amtlich. Ihre Verwandtschaft sei in einer Analyse der Lutheriden-Vereinigung Zeitz nachgewiesen worden, so Marie-Luise. Die Ahnentafel habe sie leider zu Hause liegen gelassen, fügte sie fast entschuldigend hinzu.

Klare Worte fand bei einem Empfang für die Namensträger der renommierte deutsche Namensforscher Jürgen Udolph. Die Geschichte des Namens Luther, räumte der Professor aus Leipzig ein, sei »echt kompliziert«. Es gebe viele Vermutungen, doch »was ist Wahrheit und Legende«, fragte er. Wer heute Luther heißt, könne nicht immer eindeutig mit dem Namen des Reformators verbunden werden, so der Wissenschaftler. Er rät jedem, Ahnenforschung zu betreiben, woher sein Name kommt. »Nicht jeder ist mit Luther verwandt«, betonte Udolph.

Ob nun verwandt oder nicht – jeder Namenträger, der zu Luthers Geburtstag nach Eisleben gekommen war, erhielt eine persönliche Namensurkunde mit fünf Absätzen zur Namensdeutung. Auch der zehnjährige Christian Luther aus Halle, er war der jüngste Teilnehmer.

Norbert Claus (epd)

Lust und Frust des Landlebens

20. November 2013 von redaktionguh  
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Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Familienfragen über Möglichkeiten zur Unterstützung

Von Eltern-Taxi, hohen Energiekosten auch aufgrund der vielen Fahrerei, wenigen und dünn besuchten Gottesdiensten, davon kann Regina Englert ein Lied singen. Seit elf Jahren wohnt die einstige Großstädterin mit ihrer Familie im nordthüringischen Niedergebra (Kirchenkreis Südharz). In dem Dorf mit 120 Einwohnern gehört noch ein Drittel der Kirche an. Als die Kinder klein waren, fanden sie das Dorf ideal. »Sie sind mit Freunden allein in Wald und Flur unterwegs gewesen, und wir mussten uns keine Sorgen machen«, sagt die Kirchenälteste und Journalistin. Nun wohnen die Freunde aus dem Gymnasium weit weg, der Schulweg ist lang. Es gibt einen Autobahnzubringer, aber kaum Fahrradwege. »Unsere Jungs würden momentan lieber in der Stadt wohnen, um am sozialen Leben besser teilnehmen zu können«, sagt sie.

Kinder haben auf dem Land viel Freiheit. Doch Schule, Kindergarten, Hobbys erfordern von den Familien oft einen hohen logistischen und zeitlichen Aufwand. Foto: Digitalpress/Fotolia.com

Kinder haben auf dem Land viel Freiheit. Doch Schule, Kindergarten, Hobbys erfordern von den Familien oft einen hohen logistischen und zeitlichen Aufwand. Foto: Digitalpress/Fotolia.com

Stichworte wie demografischer Wandel und damit einhergehend Überalterung des ländlichen Raums, große Pfarrbereiche, fehlende Infrastruktur – das sind Probleme, die am Montag in Erfurt besprochen wurden. Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Familienfragen (eaf) Thüringen hatte ihre Mitglieder zum Fachgespräch über »Familien im ländlichen Raum« nach Erfurt eingeladen. In den Impulsreferaten wurden auf der einen Seite die sehr unterschiedlichen Gegebenheiten auf dem Land deutlich, auf der anderen berichteten Referenten und Teilnehmer von interessanten Projekten. Johannes Beleites von der Evangelischen Akademie Thüringen lebt selbst in einem Dorf und unterstrich, dass es für Kinder der ideale Lebensraum ist. Familien brauchten jedoch ein schnelles Internet und gute Verkehrsanbindung, zudem müsse das Leben auf dem Lande mehr wertgeschätzt werden.

Die Defizite sind auch in der Versorgung der älteren Bewohner zu sehen, denen oft nur ein Umzug ins Heim bleibt, weil sie nicht mehr selbst kochen können und der Weg für »Essen auf Rädern« mitunter zu lang sei, brachte Martin Gebhardt von der Diakonie Weimar Bad Lobenstein ein, der über das Älterwerden auf dem Lande sprach. Er plädierte für familiäre bzw. familienersetzende Netzwerke: Mittagessen-Nachbarschaften, Hol- und Bringe-Dienste, gemeindenahe Pflege und anderes.

Netzwerke schaffen und Partner suchen

Ein Modell, wie es einst in einer funktionierenden Dorfgemeinschaft selbstverständlich war, könnte viele Probleme lösen. Aber, so erörterte Tamara Wedel vom Seniorenbüro in Schmalkalden, sei die Kommunikation längst nicht mehr entsprechend. Neu Zugezogene gehörten nicht automatisch zur Dorfgemeinschaft. Austausch anzustoßen sei zum Beispiel eine Möglichkeit. Dazu sollten Räume genutzt werden, die vorhanden sind: kirchliche Gemeindehäuser, Vereinsräume und ähnliches. »Wir müssen auf die Familien zugehen«, sagte Wedel. Man sollte ältere Menschen ermutigen, sich ins Dorfleben einzubringen. Als Beispiele nannte sie »Leihgroßeltern« oder Rentner übernehmen Fahrdienste usw.

Die Rahmenbedingungen müssten durch die Politik geschaffen werden, wurde deutlich. Zudem seien Fantasie und Menschen gefragt, die etwas in die Hand nehmen. Vernetzung sei notwendig und ein Blick in Kommunen, die interessante Modelle praktizieren. Wichtig sei in jedem Falle, dass die Familien selbst in die Prozesse einbezogen werden und bei Projekten mitentscheiden. Genauso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Vereinen vor Ort. Nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten sei geboten.

Die Politik nehme sich des Themas Familie gern in Wahlkampfzeiten an, aber im konkreten Fall ziehe sie sich heraus, beklagte Gundula Bomm, Vorsitzende der eaf Thüringen.

Dass das Leben auch in sehr kleinen Dörfern funktionieren kann, weil es Menschen gibt, die die Freiräume des Dorfes zu nutzen wissen, bestätigt auch Regina Englert: »Wir können das umsetzen, von dem wir denken, dass es der Gemeinde gut tut: Pilgerfest, Floriansgottesdienst, Konzerte, Lesungen, Senioren-Café oder offene Kirche.« Da ist meist die ganze Familie dabei – vom Kirche-Aufschließen bis zum Glockenläuten.

Dietlind Steinhöfel

Gewappnet für die Zukunft

19. November 2013 von redaktionguh  
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Der Kirchenkreis Eisenberg gliedert sich in fünf Schwerpunktregionen

In einem Ort lag die Wahlbeteiligung sogar bei 100 Prozent«, sagt Superintendent Arnd Kuschmierz rückblickend auf die Gemeindekirchenratswahlen im Kirchenkreis Eisenberg. Dort, wo Briefwahlunterlagen verteilt wurden, sei eine deutlich höhere Beteiligung als bei der letzten Wahl zu verzeichnen gewesen. Insgesamt habe sie bei 32 Prozent gelegen.

Seit zehn Jahren fungiert er als geistlicher Vorsteher eines neu strukturierten Kirchengebietes, das aus vier Kirchenkreisen zusammengewachsen ist. Sein Büro hat der 51-jährige Theologe in einem 1599 erbauten Renaissancegebäude mit kunstvoll gestaltetem Erker, das seit 1728 als Amtssitz der Superintendentur Eisenberg dient. Es befindet sich am Markt 11 – direkt gegenüber der Stadtkirche St. Peter. Hier bietet sich Gelegenheit, mit ihm und Oberpfarrer Ulrich Katzmann, Kreiskantor Every Zabel und Bauberater Ulrich Sittner über Entwicklungen und die Situation im Kirchenkreis ins Gespräch zu kommen.

»Wenn man den Kirchenkreis Eisenberg – touristisch – eingrenzen will«, so Arnd Kuschmierz, »dann liegt er zwischen den Dornburger Schlössern im Norden und der Leuchtenburg im Süden.« Dazwischen prägen die ausgedehnten Wälder des Thüringer Holzlandes die Landschaft. Im Westen befindet sich die Universitätsstadt Jena. Am Hermsdorfer Kreuz treffen sich die Autobahn A4 (Frankfurt/Main-Dresden) und A9 (München-Berlin).

In seiner Ausdehnung ist der Kirchenkreis in etwa identisch mit dem Saale-Holzland-Kreis. Er umfasst 104 Kirchengemeinden mit insgesamt 18150 Gemeindegliedern. Das sind 10000 weniger als 1998. Damit beträgt die Kirchenzugehörigkeit etwa 24 Prozent. »Nach wie vor machen uns Überalterung und Abwanderung zu schaffen«, erklärt der Superintendent. Deshalb habe man sich in den letzten Jahren bemüht, trotz unvermeidlicher Stellenkürzungen auch für die Zukunft tragfähige Strukturen zu entwickeln. Um einen optimalen Weg zu finden, sei nach Gesprächen in den Kirchengemeinden und Befragungen der Gemeindekirchenräte auf der Kreissynode ein Modell von fünf Regionen entwickelt worden, die verstärkt zusammenarbeiten sollen: Camburg, Eisenberg, Mitte (zwischen Hermsdorf und Bürgel), Stadtroda und Kahla.

Zu den neuen Strukturen gehören drei Kirchengemeindeverbände als Verwaltungsgemeinschaft mit gemeinsamem Gemeindekirchenrat, die sich zum Teil noch im Aufbau befinden, ist weiter von Arnd Kuschmierz zu erfahren.

Der Kirchenkreis erhält sein Gepräge durch Pfarrstellen auf dem Land mit drei bis 15 Kirchengemeinden und Pfarrstellen in Kleinstädten mit zwei bis sechs zu versorgenden Dörfern. Die Zahl der Gemeindeglieder pro Pfarrstelle beträgt im Durchschnitt 800 bis 1000.

Das Gemeindeleben in den Orten ist reichhaltig. Neben den großen Gottesdiensten und Gemeindefesten treffen sich viele Gruppen regelmäßig. Dabei haben die Angebote Familien, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren im Blick. Neben den »klassischen Formen« werden durch projektbezogene Zusammenarbeit von Gruppen in zunehmendem Maße auch neue Wege beschritten.

20 Pfarrerinnen und Pfarrer sind momentan auf 16,75 Stellen tätig. Es gibt fünf hauptamtliche Kantoren, in der Gemeindepädagogik stehen fünfeinhalb Vollbeschäftigteneinheiten (VbE) für sieben Stellen zur Verfügung, außerdem gibt es eine halbe Schulpfarr- und zwei halbe Klinikseelsorgestellen. Mit 23 Lektoren und zwei Prädikanten konnte ein flächendeckendes Netzwerk aufgebaut werden. Für frischen Wind sorgen sechs Junge Gemeinden, auch mit Delegierten im Gemeindekirchenrat. Auf der »Zukunftskonferenz Kirche Regional« wurde 2005/2006 die Idee geboren, den Verein »Täglich-Brot-Insel« mit Tafelangeboten in Kahla und Stadtroda zu gründen, der seither Bedürftigen hilft.

In diesem 1599 erbauten Renaissancegebäude am Markt befindet sich seit 1728 der Amtssitz der Superintendentur Eisenberg. Foto: Kirchenkreis

In diesem 1599 erbauten Renaissancegebäude am Markt befindet sich seit 1728 der Amtssitz der Superintendentur Eisenberg. Foto: Kirchenkreis

Einen hohen Stellenwert in der Verkündigung nimmt die Kirchenmusik ein, die über Jahrzehnte auf hohem Niveau in Eisenberg, Hermsdorf, Kahla, Stadtroda und Camburg gewachsen ist und nun von einer jungen Kantorengeneration in die Zukunft geführt wird. Neben fünf Kantoreien in den genannten Städten gibt es 12 Kirchenchöre, sechs Kinder- und Jugendchöre, drei Gospelchöre, acht Posaunenchöre und vier Instrumentalkreise! Der aus Haiti stammende Kantor Mondi Benoit setzt seit drei Jahren mit seinen Gospel- und Jazztagen neue Akzente in Stadtroda und lockt neue Zuhörer an.

Der Kirchenkreis verfügt über 133 Kirchen und 34 Pfarrhäuser, von denen 18 als Amtssitze dienen, die anderen sind vermietet. Die Erhaltung der Gebäude und Koordination aller Bauaufgaben liegt in den Händen von Ulrich Sittner, der ständig unterwegs ist, um in Zusammenarbeit mit dem Kreiskirchenamt und den Verantwortlichen vor Ort auftretende Probleme zu bewältigen. Nach Arbeiten an den Kirchen von Reinstädt (Turm) und Kleinbucha (Fassade, Tragwerk, Dach) und der Eisenberger Stadtkirche (Schieferneueindeckung) stehen 2014 im Vorfeld des Reformationsjubiläums Baumaßnahmen in Kahla und Orlamünde bevor. Die barocke Schlosskirche in Eisenberg, die sich nicht in Eigentum der Kirche befindet, wird seit ihrer Wiedereinweihung 1992 regelmäßig genutzt.

Nach einer Einschätzung der aktuellen Situation befragt, verweist Superintendent Arnd Kuschmierz »auf die Mitverantwortung der Kirchengemeinden für das ›geistliche Leben‹, auch wenn sie den Pfarrer/die Pfarrerin nicht ersetzen können und sollen«. Dabei gelte das Motto: »Wo Christen leben, ist auch Gemeinde!«

Michael von Hintzenstern

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