Erstaunlich

10. Januar 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kommentar

Noch ist das neue Jahr jung und vielleicht für den einen oder anderen Wunsch offen. So wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass Sie 2016 recht oft Gelegenheit haben, zu staunen. Ja, zu staunen, worüber auch immer! Es mag nicht jeder Tag und jede Situation dazu angetan sein, dass einem der Mund offen stehen bleibt. Aber gibt es nicht in Gottes schöner Welt jede Menge Staunenswertes? Ein Sonnenaufgang. Weiß glitzernde, von Reif zugedeckte Sträucher am Wegesrand. Die Schönheit und die Perfektion der Schöpfung – finde ich – ist allemal ein Grund zum Innehalten und zum Staunen.

Darüber hinaus bietet die Kunst ein weites Feld zum Schauen und Staunen. Vor die Werke der alten Meister tritt so mancher Besucher mit Ehrfurcht und Staunen. Die Maler vergangener Zeiten griffen in die Bibel wie in eine große Schatzkiste, holten Geschichten hervor und schufen daraus großartige Bilder. Das ist allgemein bekannt und nicht weiter sensationell.

Dass aber in unserer vermeintlich gottlosen Zeit die Erzählungen der Bibel, die christliche Ikonografie noch immer viele zeitgenössische Künstler inspirieren, ist durchaus erstaunlich. In der Ausstellung »Vom Allmächtigen zum Leibhaftigen«, die aktuell im Kunsthaus Apolda Avantgarde zu sehen ist, wird man sich davon ein Bild machen können. Für die Kuratoren dieser Schau war es ein Aha-Erlebnis zu sehen, wie viele moderne Künstler die christliche Ikonografie als einen großen Fundus betrachten.

Diese Künstler sind nicht unbedingt christlich und sie gehören auch keiner anderen Religion an. Aber sie greifen auf religiöse Motive zurück, um die menschliche Suche nach einer spirituellen Heimat auszudrücken. Dass dieses Bedürfnis ungebrochen vorhanden ist und den Kern religiöser Malerei bildet – das ist erstaunlich!

Sabine Kuschel

Bookmark and Share
Möchten Sie ein Exemplar der gedruckten Zeitung in den Händen halten? Gern senden wir Ihnen ein kostenloses Probeheft. Einfach und unverbindlich hier bestellen. (Link)

Für diesen Artikel ist der Bereich für Lesermeinungen geschlossen.