Dem Frohsinn eine Chance

8. Februar 2016 von redaktionguh  
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Zu Fasching, Fastnacht oder Karneval herrscht an manchen Orten Ausnahmezustand. Diesmal in doppelter Hinsicht. In Köln sichern 2 000 Polizisten das närrische Treiben. Da bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Angesichts der Nachrichtenlage fällt es schwer, unbeschwert fröhlich zu sein. Kriege, Folter, Leid. Millionen Menschen auf der Flucht. Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein. Unsere Gesellschaft ist gespalten, zwischen »Wir schaffen das!« und »Uns reicht’s!«.

Glaubt man der Statistik des Harvard-Wissenschaftlers Steven Pinker, ist die Stimmung schlechter als die Lage. Die Gewalt sei im Laufe der Geschichte immer weiter zurückgegangen, hat er festgestellt. Die Menschen würden immer friedlicher. Es gebe heute weniger Kriege, weniger Morde, weniger Folter, weniger Hinrichtungen, weniger Vergewaltigungen, weniger häusliche Gewalt. Er nennt mehrere Gründe für die neue Friedfertigkeit, beispielsweise die Demokratisierung oder den freien Handel. Mit Leichen mache man keine Geschäfte, so der Psychologe.

Als Ursache für unsere subjektive Sicht hat er die Medien ausgemacht. »Wenn man die Welt in den Nachrichten sieht, erscheint es doch immer so, als würde alles nur noch schlimmer. Aber das ist eine Illusion!« Fakten kontra Empfindungen. Und nun? Einhaken und schunkeln, Bützje (Küsschen) und Kamelle verteilen? Oder den Karneval 2016 absagen. »Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde«, heißt es beim Schöngeist König Salomon im Alten Testament. Lachen ist erwiesenermaßen gesund, macht schön und glücklich. Der Realität für ein paar Stunden entfliehen, ausgelassen sein, sei jedem gegönnt. Im Übrigen ist am Aschermittwoch eh alles vorbei.

Willi Wild

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Reaktionen unserer Leser

1 Lesermeinung zu “Dem Frohsinn eine Chance”
  1. Leser sagt:

    Lieber Herr Wild!
    “Die Menschen würden immer friedlicher. Es gebe heute weniger Kriege, weniger Morde, weniger Folter, weniger Hinrichtungen, weniger Vergewaltigungen, weniger häusliche Gewalt. Er nennt mehrere Gründe für die neue Friedfertigkeit, beispielsweise die Demokratisierung oder den freien Handel.”
    Der Mann muß außerhalb unserer Welt leben!
    Spätestens seit “Köln” muß doch wohl jedem klar sein, daß uns das Überrennen der Moslems weniger Demokratie und Friedfertigkeit, dafür aber mehr Vergewaltigungen beschert!

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