Europa im Salzland

8. Februar 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Anhalt

Bernburg bereitet sich auf Reformationsjubiläum vor

Zwar ist bis Mai 2017 noch über ein Jahr Zeit. Aber in Bernburg laufen die Vorbereitungen für ein Ereignis zum Reformationsjubiläum. Am 18. Mai 2017 ist die Saalestadt eine Station des Europäischen Stationenweges, der ab November dieses Jahres ein Band von Stadt zu Stadt hin zum Reformationsjubiläum knüpfen will. Im Mai 2017 kommt der Weg in Mitteldeutschland an und mündet in Wittenberg in die Weltausstellung Reformation. Städte in den Niederlanden und in Ungarn, in Slowenien und Irland werden ebenso einbezogen wie Rom, Augsburg, Worms und die Wartburg bei Eisenach. 36 Stunden macht ein Truck in der jeweiligen Stadt Station. Zudem laden regionale und ökumenische Partner zu einem Fest mit zahlreichen Angeboten ein, bei denen die Reformation in der jeweiligen Stadt im Mittelpunkt steht.

Bernburg und seine Kirchengemeinden waren mehrfach Gastgeber für große Ereignisse: 1996 für das »Anhaltische Gemeindefest« und 2004 für den Anhaltischen Kirchentag, von dem dieses Foto stammt. Zudem war Bernburg 1996 Gastgeber für den ersten Sachsen-Anhalt-Tag. Foto: Engelbert Pülicher

Bernburg und seine Kirchengemeinden waren mehrfach Gastgeber für große Ereignisse: 1996 für das »Anhaltische Gemeindefest« und 2004 für den Anhaltischen Kirchentag, von dem dieses Foto stammt. Zudem war Bernburg 1996 Gastgeber für den ersten Sachsen-Anhalt-Tag. Foto: Engelbert Pülicher

In Bernburg beteiligen sich neben der Landeskirche Anhalts und dem Kirchenkreis Bernburg auch die Stadt und Teile des Salzlandkreises an der Ausgestaltung der 36 Stunden des Stationenweges. Bernburg ist neben Wittenberg nicht nur die einzige Stadt in Anhalt, die beim Stationenweg mit dabei ist, sondern auch die einzige (neben dem Ziel Wittenberg) in
Sachsen-Anhalt. Seit dem Sommer vorigen Jahres tagen zwei Arbeitskreise, die das Ereignis vorbereiten: der des Kirchenkreises und der der Stadt, in dem Vertreter unter anderem des Museums, der Hochschule oder des Salzlandkreises mitwirken. Beide haben sich unabhängig voneinander gegründet. Der Bernburger Kreisoberpfarrer Karl-Heinz Schmidt arbeitet in beiden Kreisen mit. Der Theologe sieht die Einbeziehung Bernburgs als Chance. »In der heißen Phase des Jubiläums macht Bernburg den Anfang«, sagt er. »Daraus kann man etwas machen.« Denn gerade eine Woche später folgen die »Kirchentage auf dem Weg« vom 25. bis 27. Mai in Dessau-Roßlau, Erfurt, Halle/Eisleben, Jena/Weimar, Leipzig und Magdeburg sowie der Deutsche Evangelische Kirchentag vom 24. bis 28. Mai in Berlin und der Lutherstadt Wittenberg.

In Bernburg wird der Stationenweg Teil des Stadtfestes sein, das vom 17. bis 19. Mai 2017 ausgerichtet wird. Zwar liegen Programmdetails noch nicht vor, aber inhaltlich wird es um das »Salz der Erde« gehen. Das verweist auf den Salzbergbau als eine Tradition, zum anderen auf die Säkularisierung. In der Region sind ungefähr knapp ein Fünftel der Einwohner Christen, die sich in evangelischen, katholischen oder freikirchlichen Gemeinden versammeln. Da sollen die Ereignisse zur Reformationszeit und die Rolle der Fürsten ebenso eine Rolle spielen wie die Aufklärung, die Industrialisierung, die Diktaturen im 20. Jahrhundert und die Jahre seit 1989. »Sehr wichtig ist es uns, einen persönlichen Bezug der Menschen heute zur Reformation herzustellen«, sagt Karl-Heinz Schmidt. So sollen »Reformationsgeschichten« erzählt werden: persönliche Antworten darauf, was einen Menschen von heute mit dem historischen Ereignis Reformation verbindet, welche Orte und Ereignisse in Bernburg jemand mit der Reformation verbindet oder welche lebensverändernden »Schlüsselmomente« jemand erlebt hat. Wichtig sei, das Programm in Bernburg so zu gestalten, dass es sich inhaltlich von denen der Kirchentage auf dem Weg in Sachsen-Anhalt unterscheidet.

Anhalt-2-06-2016Kurz vor Weihnachten bekam Bernburg den Titel »Reformationsstadt Europas« verliehen. Kreisoberpfarrer Schmidt hatte die Bewerbung dazu angeregt. Den geschützten Titel vergibt die Gemeinschaft Evangelischer Kirche (GEKE) in Europa seit 2014 aus Anlass des bevorstehenden Reformationsjubiläums. Die erste Stadt mit diesem Titel war Emden. Im Dezember erhielten neben Bernburg auch Cesky Tešín als erste tschechische Stadt, St Andrews in Schottland, La Rochelle in Frankreich, Tallin (Estland) sowie Bern (Schweiz) und Zwickau den Titel. Damit gibt es inzwischen 50 Städte in 13 Ländern mit diesem Titel. Die Initiative der GEKE will nach eigenen Angaben »das erlebnisreiche Zusammenspiel von Kunst, Kultur und Spiritualität« unterstützen sowie »Geschichtsabenteuer und Tourismus in den Städten der Reformation« fördern.

Angela Stoye

www.reformation-cities.org

www.r2017.org

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