Der Teufel klingt ziemlich schräg

13. Februar 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

1. Johannes 3, Vers 8 b

Der Teufel hat in der Musik sein eigenes Intervall, den Tritonus. Isoliert klingt er ziemlich schräg, irgendwie nicht richtig, obwohl er genau in der Mitte eines Tons und seiner Oktave liegt. Zu finden und ganz bewusst eingesetzt bei Bach über Beethoven, Mendelssohn Bartholdy, Wagner bis zu Jimi Hendrix und den Simpsons. Die übermäßige Quarte, die harmonisch problematisch ist und nach Auflösung schreit, gehört ihm.

 Sabine Wegner, Pfarrerin in Hohenstein-Liebenrode

Sabine Wegner, Pfarrerin in Hohenstein-Liebenrode

So verlockend er auch daherkommt, irgendetwas ist nicht richtig, beim Diábolos, dem »Durcheinanderwerfer«, selbst wenn sein Intervall eine Frage der geschickten Gewöhnung ist. Jesus hat der Versuchung in der Wüste widerstanden, den Missklang herausgehört. Er hatte dazu ein gutes Stimmgerät. Er argumentiert mit der Schrift, richtet sie auf.

Auch für uns gilt: »Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert« (Micha 6,8). Vor allem, so betont es auch der Schreiber des
1. Johannesbriefes, und zeitübergreifend gilt das Recht für die Schwächeren und aufmerksames Leben vor Gott. Das mochte der Teufel noch nie. Aber wie sehr wir uns auch anstrengen würden, dem Gesetz Gottes, das unser Maßstab bleibt, zu genügen, – und das fängt bekanntlich schon bei bösen Gedanken, begehrlichen Blicken und verweigerter Feindesliebe an, – es würde uns nicht gelingen, in unserer globalen Welt schon gar nicht. Der Teufel hätte feines Spiel mit uns, der Heilsweg bliebe uns verschlossen, wenn nicht, ja wenn nicht Jesus Christus mit seinem feinen Gehör und seiner Gerechtigkeit für uns eingetreten wäre, dem Teufel zu einer zugigen Wohnung und dem Cherub zu neuen Arbeitsbedingungen verholfen hätte.

Wir sind frei, als Gottes geliebte Kinder seinen Willen zu befolgen und in Hoffnung, dass er uns nicht in Versuchung führen möge. Dieses dürfen wir in der Passionszeit bedenken, beten, feiern und mit uns selbst und anderen versöhnt leben. Allerdings, der Tritonus schreit noch immer nach Auflösung. Möge Gott helfen – »Jehoschua« – Gott hilft.

Sabine Wegner, Pfarrerin in Hohenstein-Liebenrode

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