Türen auf, nur Mut!

14. Februar 2016 von redaktionguh  
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Es ist mittlerweile fast eineinhalb Jahrzehnte her, und jeder von uns hat sicher seine ganz eigene Erinnerung an den 11. September 2001. Mir hat sich dieser Tag fest ins Gedächtnis eingebrannt: Es war der erste Schultag unserer Tochter, ein Tag, auf den wir uns alle gefreut hatten. Dann verbreitete sich die Nachricht vom Terroranschlag in New York wie ein Lauffeuer. Einer der ersten Gedanken in meiner Fassungslosigkeit und verzweifelten Suche nach Beistand war, die Kinder zu nehmen und gemeinsam zum Gebet in die Kirche zu gehen. Es war ein ganz tiefes Bedürfnis, eine Sehnsucht.

Die Kirche war zu, alle Türen verschlossen. Auch ein Amerikaner mit seinen Söhnen stand davor. Sein Bruder war fast wöchentlich auf den entführten Flug gebucht, wie er aufgewühlt erzählte. Wir liefen zum Pfarrer, der ahnungslos die Türe öffnete. Ohne viele Worte gab er uns den Schlüssel zur Kirche; kurze Zeit später kam er nach und mit ihm auch andere auf ihrer Suche nach der tröstlichen Gemeinschaft mit Gott.

An eben diese Situation musste ich angesichts des auf der Synode gefassten Beschlusses zur Öffnung der Kirchen denken. Sicher, der 11. September 2001 war ein globaler Ausnahmezustand, aber jeder kennt doch Momente, in denen er Gott in seinem Haus nahe sein möchte. Und nicht vor verschlossenen Türen stehen.

Vor diesem Hintergrund müssten offene Kirchen eigentlich selbstverständlich sein. Gotteshäuser laden Menschen zum Glauben ein. Und zum Staunen. Aber sie sind keine Museen mit festgelegten Öffnungszeiten.

Wagen wir als Christen die Öffnung – einen Versuch ist es allemal wert.

Adrienne Uebbing

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