Bunter Schmuck für den Altar

15. Februar 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Anhalt

In der Bernburger Martinskirche teilen sich fünf Frauen die Sorge um frische Blumen

Blumen spielen nicht nur für Verliebte am Valentinstag eine Rolle. In Kirchen erinnern Blumen an die wunderbare Schöpfung Gottes und ihre Vergänglichkeit. So sind Blumen auf dem Altar nicht nur Schmuck, sondern auch Botschaft. Das Handbuch für Küsterinnen und Küster widmete einst diesem Thema sogar ein eigenes Kapitel. Darin ging es um das Auswählen der Vasen ebenso wie die Frage, welche Blumen zu welchem Sonntag im Kirchenjahr passen: Osterglocken und Narzissen zu Ostern, Goldregen und Ginster zu Himmelfahrt oder frische Birkenzweige zu Pfingsten. Blumen im Topf sollten nicht verwendet werden.

Zwei von den fünf Frauen, die die Martinskirche mit Blumen schmücken:  Isolde Bode (li.) und Ingeborg Aschmann. Foto: Petra Franke

Zwei von den fünf Frauen, die die Martinskirche mit Blumen schmücken: Isolde Bode (li.) und Ingeborg Aschmann. Foto: Petra Franke

Ob diese und andere Überlegungen heute noch eine Rolle in den Kirchen hierzulande spielen, sei dahingestellt. Hier kommt es vor allem darauf an, dass sich überhaupt jemand darum kümmert. So widmet sich in der Martinsgemeinde in Bernburg seit rund drei Jahren ein Team, eine Blumengruppe, dem Blütenschmuck. Zuvor war es eine einzelne Frau, die diesen Dienst versah. Momentan besteht die Gruppe aus fünf Frauen, die sich »in bewundernswerter Weise darum kümmern, dass die Kirche immer mit Blumen geschmückt ist«, lobt Pfarrer Lambrecht Kuhn. Im Gemeindebrief schrieb er kürzlich: »Diese Arbeit wird nur selten gewürdigt. Selbstverständlich ist sie nicht!«

Isolde Bode und Ingeborg Aschmann gehören zu denen, die sich um alles kümmern, was mit dem Blumenschmuck zu tun hat. Dazu gehört auch, alte Sträuße wegzuräumen, das Wasser in den Vasen zu erneuern, Vasen zu säubern, alte Pflanzen auf den Kompost zu tragen. »Ja, es gehört mehr dazu, als nur die Sträuße aufzustellen. Wir verbringen doch einige Zeit mit diesem Dienst«, sagen sie. Aber es sei ihr Beitrag für die Gemeinde. Sie fühlten sich zu diesem Dienst berufen, weil sie Blumen liebten und es ihnen liege, entsprechende Pflanzen zu besorgen und zu arrangieren. Dazu gehen die Frauen nicht nur beim Floristen einkaufen, sondern bringen auch Pflanzen aus ihren eigenen Gärten und auch aus der freien Natur mit. Was sie »anlache«, das nähmen sie mit. In der Hauptsache spenden sie die Blumen, obwohl es die Möglichkeit gibt, die Kosten im Gemeindebüro abzurechnen. Das sei eben ihr Beitrag zum Gottesdienst.

Normalerweise arbeitet jede Frau aus der Blumengruppe für sich allein, nachdem sie sich in einen Plan eingetragen hat, in dem alle Gottesdienste und Besonderes, wie Taufen oder Hochzeiten, vermerkt sind. Dabei versuchen sie, sich an den jeweiligen Festtagen und an den liturgischen Farben zu orientieren, aber das ist kein Gesetz.

Der Gemeinde liegt daran, dass sich an dieser Stelle niemand übernimmt. In erster Linie soll dieser Dienst Freude bereiten, nicht zuletzt auch den »Macherinnen« selber. Darum werden aktuell weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter gesucht, um diesen schönen, aber auch intensiven Dienst auf noch mehr Schultern zu verteilen.

Blumen in der Kirche waren der Autorin dieses Textes immer schon ein besonderer Blickfang und ein besonderer ästhetischer Genuss. Im Hinblick auf die Mühe, die dahinter steckt, wird sie sie zukünftig mit noch mehr Respekt betrachten.

Petra Franke

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