Petry Heil

22. Februar 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kommentar

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat mit ihrer Forderung nach dem Schusswaffengebrauch zur Abwehr von Flüchtlingen an Deutschlands Grenzen den Mund sehr voll genommen.

Was geht in ihrem Kopf nur vor? Plötzlich ruft eine evangelische Pfarrfrau und vierfache Mutter zu den Waffen. Das ist zutiefst unchristlich. Solche politische Raserei erinnert an die Deutschen Christen der Nazi-Zeit. Die »Alternative für Deutschland« (AfD) hat sich in kürzester Zeit von einer nationalkonservativen Partei der Eurokritiker zu einer rechtspopulistischen und von dieser zu einer offen rechtsradikalen Partei gewandelt. Der altgediente Industriekapitän Hans-Olaf Henkel schämt sich nun öffentlich: »Wir haben ein richtiges Monster erschaffen.« Oh ja, das haben sie. Gleichwohl besteht die leise Hoffnung, dass auch dieser Spuk vorübergeht. In den vergangenen Jahren sind immer wieder politische Eintagsfliegen aufgestiegen, um alsbald wieder in der Versenkung zu verschwinden. Es waren oder sind Parteien, die sich auf ein einziges Thema fokussieren, für alle anderen Fragen des menschlichen Zusammenlebens aber keine Ideen und Antworten haben. Sobald der Sprung in die Parlamente gelingt, erlahmt ihr Schwung in der politischen Alltagsarbeit. Innere Querelen lassen Basis und Überbau alsbald zerbröseln.

Vorsicht ist dennoch geboten. »Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch«, schrieb Bertolt Brecht 1957. Beinahe 60 Jahre später ist er es noch immer. Was ein für allemal überwunden geglaubt schien, hat unter der Oberfläche der deutschen Seele offenbar nur geschlummert. Zwölf Prozent der Stimmberechtigten würden eine Partei wählen, deren Vorsitzende an der Grenze auf Flüchtlinge schießen lassen will. Das ist unfassbar!

Von Wolfgang Weissgerber

Bookmark and Share
Möchten Sie ein Exemplar der gedruckten Zeitung in den Händen halten? Gern senden wir Ihnen ein kostenloses Probeheft. Einfach und unverbindlich hier bestellen. (Link)

Reaktionen unserer Leser

62 Lesermeinungen zu “Petry Heil”
  1. Matthias Wohlfarth sagt:

    Im letzten Jahr habe ich mehrfach vergeblich angeboten, eine christliche Flücht-lingsfamilie oder auch eine muslimische alleinreisende Frau oder Mutter mit Kindern vorübergehend in unser Haus aufzunehmen. Beides sind auch in deutschen Asylheimen bedrohte Gruppen. Christliche Familien, so bekam ich die Auskunft, kommen so gut, wie keine hier an.

    Es gibt Vieles zur gegenwärtigen Lage zu sagen. Die Wahrheit dringt immer mehr durch das Leck der Titanik.

    14 Gründe, warum die unkritische kirchliche Unterstützung der Asylpolitik von Frau Merkel christlich, moralisch und rechtlich hinterfragt werden muß:

    1. Weil die größte Gruppe – die Armuts- und Wirtschaftsflüchtlinge – sich betrogen fühlen muß. Sie realisiert nach ein paar Wochen in deutschen Turn-hallen und Containern desillusioniert, daß sie 5-10 Tausend Dollar, die die Familie mit Hoffnung auf Rendite für die Reise zusammengelegt hat, in den Sand gesetzt hat. Das sind die mehr als 700.000 jungen Männer, die nach bisherigen Erkenntnissen nur zu 10% Chancen auf absehbare berufliche Integration und Asylstatus haben, aber im Jahr 2015 70%-80% der Asylbewerber stellten. Sie sind zu ca. 80 % sunnitische Moslems, die verleitet worden sind, ihre Heimat und Kultur für ein trügerisches „Welcome“ zu verlassen. Das Welcome befördert die Entwurzelung und die unvermeidlichen Nachfolgeprobleme. Also ein trügerisches Welcome mit gefährlicher Magnetwirkung.

    2. Weil mit dem Geld, welches in Deutschland für diese Menschen zur Beherbergung, Versorgung, Betreuung und Rückführung benötigt wird, in Jordanien Libanon und Irak ein Vielfaches an Gutem für echte Kriegsflüchtlinge und verfolgte Christen getan werden und man sie nahe ihrer Heimat und Kultur unterstützen könnte. Die Asylmilliarden fehlen schmerzhaft bei der Hilfe vor Ort. Unverantwortlich! Barmherzig wäre es, den Flüchtlingen, die in Deutsch-land keinerlei Chance auf eine eigenständige Existenz haben, dort zu helfen, wo sie eine zumindest geringe Chance auf eine solche haben.

    3. Weil die kleine Gruppe der schwer Verfolgten – insbesondere die Christen – in den durch diese Politik überfüllten Heimen nicht würdig und sicher leben kann. Sie wird nicht selten erneut von der muslemischen Mehrheit in den Heimen bedroht und diskriminiert, so wie es auch schon in den UN-Lagern in den Krisengebieten selbst geschieht. In Greiz wurde einem Christen fast der Hals durchtrennt, weil er Christ ist. Sozialarbeiter und Staatsanwälte spielen diese islamisch motivierte Haßkriminalität in unerträglicher Weise herunter, Amtskirchen treten leise. Die islamische Christenverfolgung ist in den deutschen Asylheimen angekommen und die Wortführer der staatsnahen großen Kirchen machen sich an diesen von ihnen meist beschwiegenen Zustän-den mitschuldig. Sie lassen den angemessenen öffentlichen Aufschrei des Herzens angesichts des epochalen Genozids an den orientalischen Christen seit Jahren vermissen, was schon an das Versagen der Kirchen im Dritten Reich erinnert. Helfen wir den Falschen?

    4. Weil besonders die jungen Männer eine Aufgabe und Verantwortung in ihren verlassenen Ländern und bei Ihren Familien hätten. Jedenfalls haben Regierungsvertreter einiger dieser Länder diesen Exodus junger Leute schon beklagt. Oder braucht unsere Diakonie die Ärzte vom Balkan oder aus dem Irak dringender, als diese Länder?
    5. Weil diese Politik das Milliardengeschäft der Schlepper und Menschenhändler außerordentlich fördert und das Geld, welches den Schleppern bezahlt wird, den armen Ländern fehlt. Wissen wir, was wir tun?
    6. Weil auch Kriminelle, Islamisten und nachweislich eine gefährliche Anzahl Dschihadisten – unter den nur zu einem geringen Teil an der Grenze registrier-ten Migranten sind, was zu einem hohen Sicherheitsrisiko geführt hat. Und weil in den Massenunterkünften und der Umgebung die sexuelle Gewalt, Drogen-handel, religiöse und ethnische Konflikte zu nicht beherrscht werden. Laut Informationen des MDR musste die Polizei in Thüringen im vergangenen Jahr fast täglich zu Einsätzen in Asylbewerberunterkünften ausrücken und der Anteil von Straftätern mit islamischen Hintergrund in Europa ist jetzt schon erschrekkend hoch. Wer Asylmißbrauch fördert, schadet dem Anliegen von Asyl.

    7. Weil die ethnischen und religiösen Konflikte der muslimischen Länder nach Deutschland importiert werden und wir in ganz Westeuropa schon jetzt unbe-herrschbare Probleme mit islamisch geprägten Parallelgesellschaften und Des-integration haben. Die europäischen IS – Kämpfer kommen nachweislich aus solchen Brennpunkten. Gewalt und Desintegration nimmt gefährlich zu.

    8. Weil der fortwährende und vielfache von Verfassungsrichtern benannte Rechtsbruch, sowie die Selbstermächtigung einer Kanzlerin und ihrer Helfer weder christlich noch ethisch rechtfertigbar ist, geschweige denn rechtsstaat-lich und demokratisch. Rechtsbruch als Staatshandeln ist unchristlich.

    9. Weil für die Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe jährlich nicht selbstlos die Poltiker, Sozialdienstleister und Kirchen aufkommen. Nein, die Kosten bekommen die Steuerzahler aufgebürdet, die heute schon zu 80 % diese Hybris der selbstgerechten und selbstdarstellerischen „Wir schaffen das“ – Politik von Frau Merkel und ihren Helfern ablehnen. Ist das nicht scheinheilig und undemokratisch?

    10. Weil der biblische Begriff des „Fremdlings“ für eine undifferenzierte Be-fürwortung millionenfacher Einwanderung von fast durchgängig muslimischen Migranten überdehnt und uminterpretiert wird. Hier werden zu einem hohen Anteil islamisch – kulturell bedingt verfassungswidrige und den inneren Frieden gefährdende Einstellungen gegenüber Frauen, Juden, Christen und „Ungläubigen“ mitgebracht, was in den hiesigen Moscheen meist noch bestärkt, statt abgebaut wird. Nachweislich kommt nur ein geringer Teil aus direkter Verfolgung oder Lebensgefahr. Hier wird der biblische Begriff des Fremdlings mißverstanden oder mißbraucht.

    11. Weil die EKD mit der Problematik des Islam nicht ehrlich, biblisch und christlich umgeht. Denn wir importieren keinen weichgespülten utopischen Euro-Wunsch-Islam, sondern den realen Islam, der nach Abdel Hamed Samad und Tilmann Nagel die Grundlage für den Islamismus mit seinen antichristli-chen und inhumanen Zügen bildet und der das christliche Bekenntnis zu der Gottessohnschaft und dem Kreuzestod Jesu als Gotteslästerung ansieht. Konvertiten werden auch in Deutschland schon mit dem Tod bedroht und leben nicht selten unter Polizeischutz. Kirchliche Unehrlichkeit und Verschlei-erung in Bezug auf die theologische Problematik und die Gewalt im Islam ist unchristlich und unverantwortlich gegen die Opfer.

    12. Weil man mit der Überforderung der Kommunen und mit der Überfor-derung der Toleranz der Bürger die grundsätzlich vorhandene Bereitschaft, zu helfen, zerstört und die Gesellschaft und auch die Christen in Gutmenschen und in Dunkelmenschen spaltet. Kirchen werden verdunkelt, Kritiker werden zu Unmenschen erklärt denen man das Gespräch verweigert. Richtet nicht, auf daß Ihr nicht gerichtet werdet!

    13. Weil der unrechtmäßige, fast größenwahnsinnige „humanitäre“ Alleingang Frau Merkels Europas Völker spaltet und Deutschland isoliert. Staaten, die muslimische Flüchtlinge zurückweisen, haben auch gute und gewichtige Gründe, werden aber von deutschen Bessermenschen angeschwärzt, obwohl deren fragwürdige Humanität eher Unheil stiftet und wirksamere dringendere Hilfe behindert.

    14. Weil in einer Zeit, in der sich angesichts von massiven Islamproblemen und problematischer massenhafter muslimischer Einwanderung in Europa viele Menschen positiv und neu auf eine christliche Kultur des Abendlandes besinnen, es gerade die großen Kirchen sind, die diese Menschen nicht abholen, sondern Probleme mit dem Islam staatsnah verschleiern und links grüne Steine, statt Brot verteilen. Wieder einmal versagen die großen Kirchen dramatisch und verlieren dramatisch an Vertrauen im Volk. Sie warnen vor christlicher Mission unter Muslimen, sie definieren sich im Lutherjahr so sehr wie noch nie über ihre gut gemeinten Werke und suchen Anerkennung im gesellschaftlich-politischen Mainstream und bei der Staatsmacht scheinbar mehr, als bei Gott. Das macht solche Kirche unglaubwürdig.

  2. Leser sagt:

    Ja, Ihr Lieben, da schaun wir ma, was die AfD noch alles bewirken kann. Nur mit Gegenhetze werden die anderen Parteien wohl nicht mehr viel weiter kommen!
    Wie auch aus der Zusammenstellung von Matthias Wohlfarth sehr gut hervorgeht, ist es dringend notwendig, daß da wenistens einmal Jemand anfängt, da Alternativen aufzuzeigen und hoffentlich auch durchzusetzen!

  3. Leser sagt:

    Alle Hetze hat nichts geholfen!!!

  4. Matthias Weinert sagt:

    In der Idea fand ich auch diesen Artikel:
    http://www.idea.de/gesellschaft/detail/nach-anschlag-auf-fth-giessen-linkes-bekennerschreiben-aufgetaucht-93947.htm

    Ob wohl die Angst vor solchen “Besuchern” unsere Kirchenführer so bibelferne Kanzelpolitik machen lässt? Man wählt da das kleinste Übel: Lieber friedliche Christen aus den Gemeinden vergraulen als gewalttätige Faschisten zum Feind haben.

    Ich glaube, dass der Staat nicht mehr das Gewaltmonopol hat, schadet unserem Ansehen im Deutschland gleichfalls, Herr Steinmeier.

  5. Leser sagt:

    Nein Herr Weinert, es ist andersherum, bibelferne und antibiblische Kanzelpolitik, machen diese Typen darum, weil sie als linksgrünliberale Politiker zwischendurch mal “Kirchenführer” spielen. Da bringen sie den ganzen Unsinn mit, den sie von den heutigen Parteien kennen und unterstützen (deshalb?)solche Linksfaschisten in “Bunten Bündnissen”! Ja, so schafft sich “Kirche” ab!

  6. Zitierer sagt:

    “Einfach mal das Parteiprogramm der AfD lesen. Unser Land wäre in kürzester Zeit auf Orient – Niveau. Wirtschaftlich, politisch, rechtlich und in puncto Lebensqualität. Man könnte fast meinen die Führungsriege wäre irgendwo 100 Jahre eingefroren gewesen. In großen Teilen völliger Nonsens. Die großen Verlierer wären die AfD-Wähler. Das Schaf geht eben immer allein zum Schlachter.”

    Aber solange dadurch überall die Grünen in Regierungsverantwortung kommen, soll es mir doch ganz recht sein.

  7. Leser sagt:

    Ach Du liebe grüne Sockenpuppe! Es ist wie immer bei Ihnen (siehe anderes Forum!), einfach daher reden und unterstellen, ohne jegliche stichhaltigen Argumente.
    P.S. Haben Sie eigentlich endlich mal überhaupt das gelesen, was Sie niedermachen?

  8. Teetrinker sagt:

    Nuja, wenn die AfD nichts zu sagen hat, kommen wir schneller als uns lieb ist zum “Orient-Niveau”. Die Zeichen mehren sich.
    In der AfD-Führungsriege gibt es signifikant mehr Leute mit abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung als bei den Grünen. Insofern liegt auf der Hand, wer die größeren Realitätsbezüge hat.

  9. Leser sagt:

    Zitierer trinken wohl eher (grünen) Saft!

Ihre Lesermeinung zu diesem Artikel

Nutzen Sie gravatar, wenn Sie Ihr Bild mit der Meinung veröffentlichen wollen!