Leben im Umbruch: Schau nach vorn!

27. Februar 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Lukas 9, Vers 62

Der Boden hinter dir ist gezeichnet. Die Erde liegt offen da. Manchmal hat die Pflugschar schwarze, fruchtbare Erde nach oben gebracht. Manchmal scharfkantige Steine. Das Feld liegt wie verwundet, doch du weißt, dass die Krume aufgebrochen werden muss, damit auf der Brache Wachsen möglich wird. Damit es Leben geben kann, sind Risse, Furchen, Brüche nötig. Das Untere muss nach oben gekehrt, die Härten des Bodens durchbrochen werden. Du weißt: es muss in die Tiefe gehen. Fällt der Samen auf ungepflügtes Land – er wird nicht aufgehen.

Stefan Körner, Vikar in Gera

Stefan Körner, Vikar in Gera

Und du musst weiter. Immer weiter. Die Furche, die gezogen ist, ist gezogen. Der Pflug duldet keine Korrektur. Es geht nicht, einfach umzukehren. Was getan ist, ist getan. Es gab Meter, da warst du ungenau und ungeduldig. Es gab Meter, da warst du lieblos. Und es gab Meter, da hast du mit dem Blick zurück gepflügt. Man sieht es den Furchen an. Vieles sieht nicht so aus, wie es sein sollte. Und es wird doch – möge der Himmel Segen dazu geben – Frucht bringen. Es ist dieses Vertrauen, dass dir so oft fehlt. Wo deine Gedanken an der gebrochenen Krume hängen, an den Steinen oder den schiefen Bahnen deines Pflugs. Die Erinnerung schiebt sich vor deine Augen, dein Blick wird unklar für das, was ist, und das, was kommt. Du trauerst und bedauerst die Unachtsamkeit der vergangenen Meter und wirst dabei unachtsam. Du stimmst ein Lamento an über das Schiefe und eilig durch den Boden Gezogene und ziehst wieder schief und eilig. Du klagst über die Fehler hinter deinem Rücken und fehlst bei jedem neuen Schritt.

Und du musst weiter. Immer weiter. Die Furche, die gezogen ist, ist gezogen. Du wirst es nicht mehr ändern können. Sieh dich nicht um. Vertraue dem, was hinter dir liegt, denn es gibt deinem Pflug die Richtung vor. Dieses Wissen muss reichen. Du weißt, dass du gut bist, wenn du aufrecht in den Zeiten stehst: Dem vertrauend, was hinter dir liegt. Das mutig in den Blick nehmend, was kommt. Und ganz da zu sein, wo du hingehörst – ins Jetzt.

Stefan Körner, Vikar in Gera

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