Mitmachen ist angesagt

6. März 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kommentar

Eigentlich eine Binsenweisheit – die Gestaltung unseres Gemeinwesens gelingt nicht ohne Beteiligung. Eine Weisheit allerdings, die in Erinnerung gerufen werden muss. Insbesondere im Vorfeld von Wahlen.

In Sachsen-Anhalt wird ein neuer Landtag gewählt. Wie er sich zusammensetzt, das hängt nicht nur von der Frage ab, wer wo sein Kreuzchen macht, sondern auch davon, wer sich in Bewegung setzt zur Wahl. Gerade die Hälfte der Wahlberechtigten war das bei der letzten Wahl. Warum? Weil die Menschen zufrieden sind? Das wäre die eher zynische Deutung. Wahrscheinlicher ist, dass die Gestaltung des Lebens eine immer komplexere Aufgabe ist. Und damit schwerer durchschaubar.

Manche entwickeln dann das Gefühl, in Wirklichkeit doch nichts verändern zu können. Andere suchen nach einfachen Antworten auf schwierige Fragen. Und schließlich gibt es noch die, die einfach Schuldige suchen. Deren Zahl ist größer geworden in den vergangenen Monaten. Aber das Leben verträgt keine einfachen Antworten auf schwierige Fragen. Es fordert die Mühe, sich Gedanken zu machen über sich und die Welt. Und es braucht Menschen, die sich dieser Herausforderung stellen. Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Menschen, die sich manchmal übel beschimpfen lassen müssen dafür. Menschen mit Stärken und Schwächen, denen wir als Christen Gebet und Begleitung schuldig sind.

Und es braucht Menschen, die nicht einfach alles laufen lassen, wie es halt läuft; die nachfragen, sich eine Meinung bilden, und diese dokumentieren am Tage der Wahl.
Demokratie braucht Beteiligung. Eine Binsenweisheit. Eigentlich.

Albrecht Steinhäuser

Der Autor ist Beauftragter der evangelischen Kirchen in Sachsen-Anhalt bei Landtag und Landesregierung.

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Reaktionen unserer Leser

2 Lesermeinungen zu “Mitmachen ist angesagt”
  1. Gert Flessing sagt:

    Lieber Herr Steinhäuser, augenscheinlich ist das, was Sie geschrieben haben, auf fruchtbaren Boden gefallen.
    Menschen, die sich aus dem demokratischen Leben zurück gezogen hatten, sind wieder zur Wahlurne geschritten. Sie haben augenscheinlich eine Hoffnung gehabt.
    Es fanden sich auch Menschen, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen.
    wiederum haben Sie Recht. Die müssen sich nun übel beschimpfen lassen, denn: “Nein, das haben wir so nicht gewollt. Warum denn die AfD? Was haben die, was wir nicht haben?”
    Man rid ihnen vorwerfen, dass sie zu einfache Antworten auf schwierige Fragen geben. Mag sein, das es so ist. ABER sie geben überhaupt Antworten. Genau das, was bei den “Volksparteien” nur noch sporadisch und dann oft nicht eben, für das Volk, verständlich und einleuchtend.
    Ja, ich weiß. Auch die AfD wird, im politischen Alltag, ihre Strahlkraft verlieren und sich verschleißen.
    Es sei denn, die anderen Parteien helfen fleißig mit, indem sie, durch Ignoranz, ein Märtyrerschild polieren helfen.
    Gert Flessing

  2. Leser sagt:

    Ja, endlich gibt es wieder Menschen, die bereit sind, sich einzusetzen und und Alternativen aufzuzeigen! Wie man sehen kann, haben Parteien und “Kirchenführer” auch jetzt (nach den Wahlen) noch nichts dazu gelernt. Es wird weiterhin gehetzt und diffamiert, was das Zeug hält. Gestern abend ist mir erschreckend aufgefallen, daß sich in den Medien auch noch nicht viel geändert hat. Man kann sich keine Talkshow (NDR, SWR….) mehr ansehen. Überall gibt es spätestens nach ein paar Minuten einen “Beitrag” gegen AfD oder Pegida, der immer noch voll (uninformierter?) primitiver Hetze!.
    Haja, vielleicht soll das alles ja nur Wahlwerbung für dei Entscheidungen im Herbst sein.