»Die Themenkirchen sind ein absoluter Zugewinn«

8. März 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Anhalt

Tourismus: Auch die Landeskirche Anhalts wirbt auf großen und kleineren Reisemessen um Besucher

Ob in Gernrode, Köthen oder in Wörlitz: Touristen sehen sich gerne Kirchen an. Doch auch kleine Dorfkirchen sind einen Besuch wert. Angela Stoye sprach mit dem Verantwortlichen für Kirche, Kultur und Tourismus in Anhalt, Andreas Janßen, darüber, was die Landeskirche tun kann, um Besucher auch dorthin zu locken.

Alles strömt vom 9. bis 13. März zur Internationalen Tourismusbörse (ITB) nach Berlin. Anhalt auch?
Janßen:
Aus Kosten- und anderen Gründen nur indirekt. Anhalt ist seit diesem Jahr Mitglied im Verein »Welterbe Region Anhalt-Dessau-Wittenberg«, der seinen Sitz in Wittenberg hat, und deshalb auch auf der weltgrößten Reisemesse mit dabei ist. Dort werden wir unter anderem unseren »Kirchentag auf dem Weg« vom 25. bis 27. Mai 2017 in Dessau-Roßlau vorstellen. Überhaupt spielen bei der Landespräsentation von Sachsen-Anhalt das Reformationsjubiläum und die Sonderausstellung »Große Pläne« vom 4. Mai 2016 bis 6. Januar 2017 im Vorfeld des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums 2019 eine tragende Rolle.

Sie sprachen von anderen Gründen …
Janßen:
Ja. Die ITB ist eine Börse, an der große Reiseveranstalter ihre jährlichen Kontingente einkaufen. Aber die Landeskirche Anhalts verkauft keine Reisen. Mit unseren Informationen über interessante kirchliche Reiseziele sprechen wir eher Individualtouristen, wie Wochenend- und Tagesausflügler, an. Für Publikum ist die Internationale Tourismusbörse nur an den beiden letzten Tagen geöffnet, und die Konkurrenz ist riesengroß. Mit dem Verein »WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg« ist Anhalt auf der ITB gut vertreten.

Andreas Janßen, Verantwortlicher für Kirche, Kultur und Tourismus in der Landes- kirche Anhalt

Andreas Janßen, Verantwortlicher für Kirche, Kultur und Tourismus in der Landes- kirche Anhalt

Welche Wege geht die Landeskirche, um Touristen zu gewinnen?
Janßen:
Wir suchen Partner und kleinere Veranstalter. Zum Beispiel waren die Stadt Köthen, vertreten durch die Köthen Kultur Marketing GmbH (KKM), und die Landeskirche Anhalts erstmals Ende Januar mit einem Gemeinschaftsstand bei der Reisemesse in Dresden vertreten. Die Messe hat sich neu aufgestellt und ist damit attraktiver für Vertreter des regionalen Tourismus geworden. Zudem hat sich die Partnerschaft mit der KKM seit Jahren bewährt. Wir hatten viele interessierte Besucher am Stand und mussten entsprechend Fragen beantworten: zu Johann Sebastian Bach, zu Samuel Hahnemann und zur Homöopathie, zum Radtourismus, zum Reformationsjubiläum 2017 und den Kirchen in Anhalt.

Was gibt es für Erfahrungen?
Janßen:
Mit der Stiftung »Entschlossene Kirchen« im Kirchenkreis Zerbst haben wir einen Anziehungspunkt. Die Themenkirchen – die Osterkirche in Trüben und die Weihnachtskirche in Polenzko – sind ein absoluter Zugewinn. So kommen nicht nur kirchliche Reisegruppen mit Anhalt-Interesse, sondern auch andere. Berliner planen zum Beispiel bei ihren Tagestouren gerne auch eine Kirchenbesichtigung mit ein – nicht nur in Dessau und Wörlitz, sondern auch im Fläming. Außerdem hat sich Anhalt seit 2012 mit seinen Überseecontainern, in denen eine Ausstellung über die Landeskirche steckt, mehrfach bei großen Ereignissen präsentiert: beim Kirchentag in Hamburg etwa oder im vergangenen Jahr beim Sachsen-Anhalt-Tag in Köthen. In diesem Jahr sind wir beim 2. Deutschen Evangelischen Posaunentag vom 3. bis 5. Juni in Dresden vertreten. Auch das hilft, Menschen für Anhalt und seine Kirchen zu interessieren und sie in die Region zu locken. Und davon profitieren alle hier.

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