Harmonischer Zusammenklang

8. März 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kultur vor Ort

Das »Zentrum für Kirchenmusik« in Erfurt wurde vor zehn Jahren gegründet

Ein altes Sprichwort sagt: »Gut Ding will Weile haben!« Daran musste ich denken, als ich Landeskirchenmusikdirektor (LKMD) Dietrich Ehrenwerth mit dem Schild des »Zentrums für Kirchenmusik« im Kreise seiner Mitarbeiter vor dem Treppenaufgang des Erfurter Predigerklosters stehen sah. Es soll hier anlässlich seines zehnjährigen Bestehens montiert werden.

»Der offizielle Start war am 6. März 2006«, erinnert sich der LKMD. Die Kirchenmusik nahm hiermit eine »Vorreiterrolle« im Vereinigungsprozess der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche ein, der über eine Kooperation und eine Föderation der beiden Teilkirchen im Laufe eines Jahrzehntes zur Gründung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am 1. Januar 2009 führte.

Gruppenbild mit Schild: Landesposaunenwart Matthias Schmeiß, Landessingwart Mathias Gauer, Sekretärin Marion Körner, Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth und Bibliothekar Dr. Sebastian Nickel (v. l. n. r.) Foto: Jens-Ulrich Koch

Gruppenbild mit Schild: Landesposaunenwart Matthias Schmeiß, Landessingwart Mathias Gauer, Sekretärin Marion Körner, Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth und Bibliothekar Dr. Sebastian Nickel (v. l. n. r.) Foto: Jens-Ulrich Koch

Dem Landeskirchenmusikdirektor, der als Kantor an der Augustiner- und Predigerkirche tätig ist, war nicht entgangen, dass es nach Auflösung der Erfurter Kirchlichen Werkstätten in der Nachwendezeit einen Leerstand im Predigerkloster gab und die Predigergemeinde nach einem neuen Mieter Ausschau hielt. Die Posaunenwerke der beiden Teilkirchen waren auf der Suche nach einer gemeinsamen Geschäftsstelle. So gab es viele Gründe, ab 2001 über ein schrittweises Zusammengehen einzelner kirchenmusikalischer Arbeitsbereiche und eine Grundsanierung der Räumlichkeiten nachzudenken, in der Denkmalpflege und praktische Nutzung harmonieren. Ein langwieriger Diskussionsprozess war zu absolvieren. »Doch auf einmal ging alles ganz schnell«, beschreibt Dietrich Ehrenwerth die Situation, nachdem die Synode »grünes Licht« erteilt hatte.

Seither befindet sich die Kirchenmusik in der EKM »unter einem Dach«. »Ein Glücksumstand«, bestätigen in einem Gespräch auch Landesposaunenwart (LPW) Matthias Schmeiß, Landessingwart Mathias Gauer, Musikbibliothekar Dr. Sebastian Nickel und Sekretärin Marion Körner. Geschäftsführer Dr. Jürgen Dubslaff, bei dem alle Fäden gewissermaßen zusammenlaufen, befindet sich gerade auf Malta.

Alle loben das »unkomplizierte Miteinander« und die guten Arbeitsbedingungen. Matthias Schmeiß spricht von »Flur-Diplomatie« und verweist auf das angenehme Nebeneinander von Tagungs- und Büroräumen. Mathias Gauer begrüßt alle 14 Tage beim C-Kurs am Samstag 14 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Die Suche nach Nachwuchskräften zur Betreuung der 850 Kirchenchöre sei eine wichtige Aufgabe, betont der Landessingwart. An jedem ersten Donnerstag des Monats betreut LPW Schmeiß hier vormittags eine Bläsergruppe, die sich aus Rentnern, Krankenschwestern, Schichtarbeitern und Kollegen zusammensetzt.

Viele verbinden ihre Weiterbildung und Probenarbeit mit einem Besuch in der Musikbibliothek, in der etwa 11 000 Titel zusammen mit vorhandenem Aufführungsmaterial ausgeliehen werden können. Sebastian Nickel verweist darauf, dass der Katalog auf der Homepage des Zentrums für Kirchenmusik einsehbar ist.

Wichtig in allen Disziplinen sei der »Service-Gedanke«, betont der Landeskirchenmusikdirektor. »Wir wollen die Arbeit befördern und erleichtern!«

Michael von Hintzenstern

www.kirchenmusik-ekm.de

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