Konzern würde Alarm schlagen

20. März 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kirche vor Ort

Studentenpfarrer Andreas Fincke über Austrittszahlen und Kirchenkritik

»Klein, frech, einflussreich« – so ist der Vortrag überschrieben, den Andreas Fincke am Montag, 21. März, 20 Uhr in der Paulusgemeinde zu Halle halten wird. Seit Jahren beschäftigt sich der promovierte Studentenpfarrer und Beauftragte für die Evangelische Erwachsenenbildung in Erfurt mit kirchenkritischen Organisationen. Katja Schmidtke sprach mit ihm darüber.

Herr Fincke, wer sind eigentlich diese Kirchenkritiker?
Fincke:
Eine bunte Mischung. Erstmals entstand um 1880 mit den Freidenkern in der deutschen Geistesgeschichte eine Gruppe, die das Heil der Menschen darin sah, sich von jeglicher Form von Religiosität zu entfernen. Heute sind die klassischen Freidenker jedoch weitgehend unbedeutend. Es sind andere Gruppen entstanden, die einen gewissen politischen Einfluss haben.

Welche Gruppen sind das?
Fincke:
Zwei nennenswerte. Die Giordano-Bruno-Stiftung versteht sich als Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung, sie versucht eine Ethik ohne religiöse Maximen zu entwerfen und profiliert sich stark kirchenkritisch. Die zweite wichtige Bewegung ist der Humanistische Verbund Deutschlands. Er will für all die religionslosen Menschen in unserem Land eine ethische und moralische Heimstatt bieten. Für den Humanistischen Verbund ist es Schnee von gestern, die Kirchen zu bekämpfen. Er sagt: sie sind bereits unbedeutend und daher kommt es darauf an, ein Verband für die Konfessionslosen zu sein.

Wie groß ist der politische Einfluss dieser Organisationen?
Fincke:
Einerseits ist der Einfluss gering, weil diese Gruppen relativ wenige Mitglieder haben, deutschlandweit insgesamt rund 20 000 Menschen. Andererseits haben ihre Themen einen starken Einfluss. Viele Menschen haben sich von den Kirchen entfernt und finden zum Beispiel eine weitgehende Liberalisierung der Sterbehilfe gut oder die Abschaffung der Kirchensteuer oder eine Neuausrichtung des Religionsunterrichts. Dieser Rückhalt im Zeitgeist der Bevölkerung ist der entscheidende Punkt und stärkt, zumindest indirekt, die Atheisten und Kirchenkritiker.

Andreas Fincke, Studentenpfarrer und Beauftragter für die Evangelische Erwachsenenbildung in Erfurt

Andreas Fincke, Studentenpfarrer und Beauftragter für die Evangelische Erwachsenenbildung in Erfurt

Wie reagieren die Kirchen auf die Kritik?
Fincke:
Bedauerlicherweise viel zu wenig. Möglicherweise nimmt man die Kirchenkritiker aufgrund ihrer geringen Mitgliederzahlen nicht wichtig. Zum Zweiten ist deren Kritik natürlich unangenehm, zumal es seitens der Kirchen keine schnellen Antworten gibt. Und eine dritte Erklärung könnte sein, dass es in der kirchenkritischen Szene Hardliner gibt, die den Kirchen derart polemisch und unreflektiert vors Schienbein treten, dass es keinen Spaß macht, mit denen zu diskutieren. So kommt es, dass sich beide Kirchen zu wenig mit den Kritikern beschäftigen.

Gibt es in der Kritik an der katholischen und evangelischen Kirche Unterschiede?
Fincke:
Generell eignet sich die katholische Kirche besser als Projektionsfläche von Kritik und Satire. Das liegt an ihrem Amtsverständnis, am Zentralismus, auch an der äußeren Sichtbarkeit. Die evangelische Kirche wird weniger angegriffen, wobei Spötter sagen: Ihr seid ja längst ein Sozialverband und keine Religionsgemeinschaft mehr. Aktuell bereitet sich die Szene übrigens auf das Reformationsjubiläum vor. Man druckt Flugblätter mit Luthers judenfeindlichen Äußerungen, die er ja leider auch gemacht hat …

… und mit denen sich die evangelische Kirche kritisch auseinandersetzt.
Fincke:
Ja, für uns ist Luther kein Heiliger. Aber die Kirchenkritiker wollen aus seinem Antisemitismus eine Polemik machen gegen die Kirche und den Staat, der sich ja am Reformationsjubiläum beteiligt. Natürlich greift man solche Dinge auf, und das ist in einer offenen Gesellschaft auch in Ordnung.

Aber?
Fincke:
Was wir brauchen, ist der Diskurs. Wir müssen uns mit der Kirchenkritik auseinandersetzen, wir können es nicht aussitzen. Mitteldeutschland ist der Kulturraum mit der weltweit höchsten Konfessionslosigkeit. Wir müssen überlegen, wie wir auf diese Menschen zugehen, auf die, die keine aggressiven Kirchenhasser sind, sondern die kühl am Rande stehen. Die Schnittstelle ist zum Beispiel die Jugendweihe.

Dort hat die Kirche doch Angebote gemacht mit Segensfeiern.
Fincke:
Ich finde die Feiern zur Lebenswende gut, da ist einigen Leuten wirklich etwas Gutes eingefallen. Aber wir müssen weitermachen: Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass 80 Prozent aller deutschen Jugendlichen nie einen Gottesdienst besucht haben. Wenn das so ist, und unsere kirchliche Jugendarbeit nur noch Kinder von Pastoren, Kantoren und Religionslehrern erreicht, müssen wir uns doch fragen, wie wir das Segment erweitern. Das ist übrigens auch unser Auftrag. In Matthäus 28 heißt es: »Geht hin in alle Welt«. Das heißt eben nicht: Geht hin zu denen, die euch sowieso schon freundlich gesonnen sind.

Wie kann die Kirche es besser machen?
Fincke:
Ich erlebe bei meinen Vorträgen oft, dass die Menschen nachher sagen: »Ist alles gut und schön, aber lieber Herr Fincke, Sie haben auch keine Ideen.« Aber so geht es nicht. Man muss doch rufen dürfen: Es brennt! Was mich umtreibt, ist, dass wir in der EKD im letzten Jahr die höchsten Austrittszahlen seit der Wiedervereinigung hatten. Das ist dramatisch! Jeder Konzern würde Alarm schlagen, wenn die Kunden in Scharen davonlaufen. Die Not ist viel größer als unsere Reaktion darauf.

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Reaktionen unserer Leser

7 Lesermeinungen zu “Konzern würde Alarm schlagen”
  1. Matthias Schollmeyer sagt:

    DIE TRETENDEN (Dramolett)
    Schwierige Zeiten. Die Leute treten ein – und wieder aus. Nicht immer dieselben – aber viele. So oder so. Also entschied das Kollegium der Landeskirche, eine Austrittsstelle einzurichten. Und eine Eintrittsstelle ebenso. Es ging alles ganz fix. Die kleine Stadt W. – bekannt als geistige Mitte Deutschlands, ward für die Erprobung ausersehen. Man wählte eine Immobilie, die der Kirche seit Jahrhunderten gehörte. Solides Gebäude mit Nord- und Südeingang, oben großes Satteldach, Turm drauf. Damit es nicht zu leicht würde mit dem Wiedereintritt, kam für die Austretenden nur die Südseite in Frage. Da schien die Sonne den ganzen Tag drauf. Die Eintretenden hätten das kühle Nordportal zu nehmen.
    Wegen des ohnehin anstehenden Personalrückbaus im Kirchenamt wurden zwei langbewährte Mitarbeitenden freigelenkt. Einen verdienten Juristen, gewaschen mit den Wassern der Konstruktion und Umgehung aller möglichen Spitzfindigkeiten, setzte man an den Tisch mit den Eintrittsformularen. Eine mitfünfziger Sozialpädagogin mit Erlaubnis zur freien Wortverkündigung und vielen Zertifikaten an den Austrittstisch. Zeit ging – Zeit kam.

    Wir setzen nun die Tarnkappe (es gibt sie!) auf, und wir schmuggeln uns unsichtbar in das Austrittszimmer. Zusammen mit Kerstin Schulze-Müller, 65 Jahre jung. Sie will austreten, wir nicht – aber wir treten mit jetzt ihr ein. Wir wollen einfach wissen, was eine 65jährige Frau mit Doppelnaman dazu treibt, der einen heiligen christlichen Kirche den Rücken zu kehren. Eigentlich macht man das ja nicht. Ich meine, unerkannt dabei sein und ausspionieren. Aber jetzt können wir nicht mehr weg. Die Tür ist zu und die Tarnkappe nehmen wir lieber auch nicht ab.

    Kirchenrätin (KR): Guten Tag, Frau …
    Frau (F): Schulze-Müller. Kerstin Schulze-Müller.
    KR: Frau Schulze-Müller. Herzlich willkommen bei uns in der Kirchenaustrittstelle. Sie wollen sicher aus der Kirche austreten. Wie können wir Ihnen helfen?
    F: Ja, – was muss ich denn tun, um auszutreten. Wie geht das?
    KR: Wir haben die Kirchenaustrittsstelle extra zu dem Zweck geschaffen, Christen und Christinnen bei diesem wichtigen Schritt in ein neues Leben kompetent zu begleiten.
    F: Ja – und? Wie nun?
    KR: Sehen Sie, hier haben wir ein von Fachleuten erstelltes Formular. Wenn Sie das bitte ausfüllen mögen. Wir erledigen dann den Rest und übersenden Ihr Austrittsgesuch an die für Sie zuständige Einwohnermeldestelle, bzw. das Amtsgericht.
    F: Erst mal was Anderes – kostet das was? Und wenn ja – wieviel.
    KR: Nein, – wenn sie über unsere Austrittsstelle Ihren Austritt regeln, dann übernehmen wir die Kosten von 60 Euro für Sie, die es sonst kosten würde, wenn Sie sofort den Weg zu der entsprechenden staatlichen Stelle wählen würden.
    F: Ach so ist das.
    KR: Ja, Frau Müller-Schulze.
    F: Das ist gut – Ich war ja auch lange genug drin.
    KR: Wie meinen?
    F: In Ihrer Kirche. Sind Sie denn eigentlich in der Kirche
    KR: Ich bin Glied der Evangelischen Kirchengemeinde hier in W.
    F: Wie lange denn schon? Ich seit meiner Geburt vor 65 Jahren. Da wird es jetzt höchste Zeit für mich mit dem Austreten, nicht wahr?
    KR: Ich bin gern Glied der Kirche, – auch seit meiner Geburt.
    F: Hier riecht es aber komisch …
    KR: Riecht?
    F: Stinkt … Ja. Oh Gott, oh Gott. Da bin ich ja wohl in Hundekacke getreten. Überall liegen draußen diese Haufen rum.
    KR: Oh – ich sehe. Sie Ärmste. Ich habe zwei Katzen.
    F: Sterilisiert?
    KR: Kastriert.
    F: Auch gut.
    KR: Hier das Formular. Sehen Sie, es sind ganz einfache und völlig unverfängliche Fragen. Name, Adresse, persönliche Bestätigung mit eigener Unterschrift. Und ein paar Fragen nach dem Grund.
    F: Grund? Was für ein Grund?
    KR: Es gibt verschiedene Gründe, warum Christinnen und Christen es vorziehen, zeitweilig oder für immer ohne ihre ehemaligen Kirche eigene Wege zu gehen.
    F: Ach – hier ist ja die Liste mit ein paar Gründen. Mal sehen … Finanzielle Engpässe. Glaubenszweifel, Differenzen mit dem anderskonfessionellen Partner / der anderskonfessionellen Partnerin, Austritt erfolgt im Zusammenhang eines aktuellen therapeutischen Prozesses, Übernahme einer anderen Glaubensrichtung, andere Gründe … Stimmt irgendwie alles ein bisschen.
    KR: So ist es bei den meisten Christinnen und Christen, die uns hier aufsuchen. Was trifft denn am ehesten zu? Wo fühlen Sie sich besonders eingeladen, Ihr Kreuzchen zu setzen?
    F: Bei Andere Gründe.
    KR: Da haben Sie sicher Recht. Dieses Kästchen nehmen dann auch die meisten unserer Besucherinnen und Besucher.
    F: Es ist soviel aufgelaufen inzwischen. Und nun will ich wirklich einmal diesen Schritt machen. Es fing schon an in der Kindheit. Da mussten wir sonntags immer in die Kirche. Kein Sonntag war frei. Dort war es immer kalt und roch komisch. Es war auch düster und dunkel dort, gar nicht so schön freundlich wie bei Ihnen hier in …
    KR: … in der Kirchenaustrittsstelle?
    F: Genau. Wir bekamen so Bildchen, die mussten wir ausmalen bis zum nächsten Sonntag. Aber den Jesus durfte man nicht ausmalen. Der blieb farblos. Dann war Konfirmation. Da sollten wir uns bunt anziehen. Aber meine Mutter hatte schon ein schwarzes Kleid gekauft. Sehr teuer. Sehr ärgerlich. Ich sah fürchterlich aus, wie bei meiner eigenen Beerdigung. Und dann das Ganze mit den Kreuzzügen und den Hexenverbrennungen. Da möchte ich ja moralisch gar nix zu tun haben mit. Jetzt wieder so was Ähnliches. Da lassen die Christen die vielen Moslems rein. Und sind immer so konservativ. Ich habe bei NABU eine Wolfspatenschaft übernommen – und das kostet viel! Ich meine beides. Kirche und Wolf geht nicht zusammen. Die armen Tiere. Ich trete deshalb aus. Soll ich es so schreiben?
    KR: Das ist sehr bewegend zuzuhören. Ich bin ganz bei Ihnen. Hier ist eine Spalte, da können Sie das alles vermerken.
    F: Ach nein – es reicht mir, wen ich es Ihnen erzählt habe. Ich kreuze „Andere Gründe“ an.
    KR: Schauen Sie Frau Müller-Schulze …
    F: Schulze-Müller ..
    KR: Pardon, Frau Schulze-Müller, hier ist noch eine Spalte mit zwei Fragen, die wir Sie zu bedenken bitten: „Gibt es etwas, wofür Sie Ihrer ehemaligen Kirche danken wollen?“ Und „Gibt es etwas, was Sie Ihrer ehemaligen Religionsgemeinschaft nie verzeihen werden?“
    F: Na, – das sind ja Fragen. Ich habe der Kirche gar nichts zu danken. Außer, dass sie mit dafür verantwortlich ist, was aus mir geworden bin. Deshalb trete ich ja auch aus. Ich trete sozusagen aus mir selbst heraus, sagt meine Therapeutin. Danken … ne, wirklich nicht. Die Kirche hat mich auf meinem Weg eigentlich immer aufgehalten. D a s habe ich i h r zu verdanken. Meine Therapeutin sagt, um Frieden zu finden, muss man manchmal auch alte Brücken abbrechen. Alte Kontrakte aufkündigen – um Neues zu wagen. Jetzt ist es soweit. Hier und heute.
    KR: Schön, – dass wir Ihnen dabei helfen dürfen.
    F: Ja, – das wird auch Zeit. Wenn es mehr Leute bei der Kirche gäbe wie Sie, müsste man ja gar nicht austreten.
    KR: Gut, dass wir darüber gesprochen haben. Hier erhalten Sie von uns die 60 Euro – damit gehen Sie zu Ihrem Einwohnermeldeamt oder dem für Sie zuständigen Amtsgericht und treten aus. Oder sollen wir für Sie den Brief mit Ihrem Austrittsgesuch absenden und die Kosten übernehmen?
    F: Nö – das kriege ich schon selber hin.
    KR: Unten am Eingang ist noch von ganz, ganz früher ein Fußabkratzer. da können Sie, Frau Schulze Müller, ihr kleines Missgeschick ausradieren.
    F: „ …? …“
    KR: (deutet auf den linken Fuß der Frau Schulze-Müller) Stichwort Hund.
    F: (lacht) Ach so. Die Hundekacke. Danke. Frau …
    KR: Kirchenrätin …

    … den Namen der Kirchenrätin verstehen wir nicht, denn er geht im sonoren Donner der zuschlagenden Tür unter. Wir sind nämlich (immer noch unter der Tarnkappe) mit der Ausgetretenen aus der Tür geschlüpft und folgen ihr nach draußen auf den Platz. Frau Schule Müller steht ein wenig unschlüssig herum, betritt dann das kleine Café gegenüber der Austrittsstelle. Durch die große Schaufensterscheibe sehen wir, wie sie sich setzt. Der Ober kommt. Der Ober geht. Aha – sie hat also etwas bestellt. Nehmen wir mal so an … Wir setzen die Tarnkappe kurz ab. Überqueren die Straße, um die Nordseite des Gebäudes zu betreten. Dabei achten wir auf die Hundehaufen, die auch hier auf ihre Opfer lauern. Wir müssen eine Treppe hinauf. Dort steht eine Bank auf dem Flur. Sicherheitshalber setzen wir die Tarnkappe wieder auf. Niemand kommt, keiner geht. Es ist still. Hinter der Tür kein Geräusch. Aber ein Schild aus Messing. „Kirchen(wieder)eintrittsstelle“.
    Unten im Treppenhaus rappelt es. Jemand schleppt sich die Treppe herauf. Ein Mann im durchschnittlichen Rentenalter. Er scheint Atemprobleme zu haben. Wir räumen die bank. Der Mann setzt sich. Er wischt sich den Schweiß von der Glatze. Dann erhebt er sich, geht zur Tür, klopft, lauscht, öffnet die Tür und wir wutschen mit hinein. Die Tür fällt mit leisem Donner ins Schloss. Das sind Türen hier, kann ich euch sagen … Wir sehen uns einem Tisch gegenüber. Genauso, wie bei der Kirchenrätin, deren Namen wir nicht wissen. Hier aber steht ein Schild auf dem Tisch. Irgendwas mit Dr. Jaho … Wir können es nicht erkennen, denn die Sonne wird von dem Nachbargebäude, das aus Glas und Spiegeln errichtet worden ist, direkt auf das Plexiglasschild geworfen. Es ist wirklich nicht erkennbar. Es schillert in allen Farben und schmerzt geradezu in den Augen. So etwas … Der Mann ist sicher der Kirchenjurist. Er hat einen grauen Anzug an und sieht aus wie einer jener Menschen, die ihr ganzes Leben lang eine bestimmte Aufgabe treu, verlässlich und kompetent versehen wollten, versehen haben und darin große Befriedigung finden durften. Dem Besucher wird ein Sessel angeboten. Er setzt sich. Mir wird nichts angeboten, man kann mich ja auch nicht sehen. Ich muss also wieder stehen. Es bleibt dabei, das Schild schillert. Ich kann den Namen nicht erkennen.

    Der Mann (M): Ich möchte in die Kirche eintreten.
    Der Kirchenjurist (KJ): Sie möchten in die Kirche eintreten.
    M: Ja, wie ich schon sagte.
    KJ: Nun, – das ist sehr erfreulich. Wir werden sehen, ob dieser Schritt schnell getan werden kann, oder ob es hierzu noch gewisser Klärungen bedarf.
    M: Ich wollte einfach wieder eintreten.
    KR: Sehen Sie, Herr … ?
    M: Maier. Heinz Maier, Herr Dr. Magirius.
    Ha, – jetzt wissen wir den Namen. Den Vornamen nicht. Dr. Magirius also. Kirchenjurist. Nie gehört …
    KR: Sehen Sie, Herr Maier, in die Kirche kann man wieder eintreten, wenn man schon einmal ausgetreten war. Oder, das ist der andere Weg, wenn man noch nie in der Kirche gewesen ist, kann man am Taufunterricht teilnehmen, sich taufen lassen und dann ist man sozusagen in der Kirche drin – oder wie es im kirchlichen Sprachgebrauch (in einer gewissen Sonderbarkeit – das gebe ich zu) heißt: Glied der Gemeinde bzw. Gemeindeglied …
    M: Sie meinen Mitglied?
    KJ: Nein, – eben nicht. Man ist Glied.
    M: Mann ist Glied …
    KJ: Ganz recht. Man ist Glied.
    M: Und Frauen?
    KJ: Wie meinen?
    M: Was sind Frauen dann?
    KJ: Frauen sind auch Glieder der Gemeinde.
    M: Ich möchte nur Mitglied werden. Also wieder werden. Ich bin ja getauft. Ich habe meinen Konfirmationsschein mitgebracht. Hier ist er (legt den Schein auf den Tisch. Die reflektierte Sonne leuchtet einen Jesus an, der inmitten einer Schafherde steht und ein schwarzes Schaf an seine Brust drückt.)
    KJ: Sehr schön. Die alten Urkunden. Herrlich. Hier steht auch Ihr Taufdatum. Der 5.Juni 1948. Tag des Heiligen Bonifatius.
    M: Der mit den deutschen Eichen.
    KJ: Sind Sie denn irgendwann ausgetreten?
    M: Nicht das ich wüsste. Irgendwann war es aus. Man durfte ja nicht mehr in der DDR, Sie wissen schon.
    KJ: Ja, die Zeiten in der Ewigkeit.
    M: Aber jetzt will ich wieder dazugehören. Ich bin nicht mehr der Jüngste, wissen Sie und es wird Zeit, dass man wieder weiß, wo man wirklich hingehört. Wo doch jetzt die vielen Moslems kommen.
    KJ: Die Moslems?
    M: Klar, mit ihrem Islam. Wir sind doch aber gute deutsche Christen hier in Europa.
    KJ: Und wir haben Formulare entwickelt. Dort hinein werden wir, wenn sie mögen, Ihren Namen einschreiben und dann müssen Sie mit diesem Formular zu Ihrem Pfarramt gehen und sich dort vorstellen. Dann entscheidet der Gemeindekirchenrat über Ihr Wiedereintrittsersuchen. Aber das geht immer glatt durch. Wo wohnen Sie denn? Hier in W.?
    M: Ja, in der Thomas Müntzer Straße 58
    KJ: Da gehören Sie ja zur Sankt Sowieso Gemeinde, genauso wie ich. Wir haben eine nette Pfarrerin. Die freut sich, wenn Sie kommen.
    M: Meinen Sie?
    KJ: Klar. Nur Mut. Wenn Sie nicht ausgetreten sind, dann sind Sie ja eigentlich immer Glied unserer Kirche geblieben. Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Es sei denn, – aber das geht schon in Ordnung …
    M: In Ordnung – und es sei denn?
    KJ: Es ist alles in Ordnung.
    M: Was kommen denn da nun für Kosten auf mich zu?
    KJ: Sie werden zum Gemeindebeitrag oder Kirchgeld veranlagt, das sind gegenwärtig mindestens zwei Euro pro Monat. Wenn Sie Vermögen haben, wird dieses Vermögen vom Staat im Rahmen der gültigen Gesetze versteuert – und die Kirche bekommt auch einen kleinen Teil, welcher auf der Basis der vom Fiskus eingezogenen Prozente errechnet wird.
    M: Ich habe kein Vermögen, nur 690 Euro Rente.
    KJ: Da haben Sie ja nichts zu befürchten. Ihrem Eintritt steht überhaupt nichts entgegen. Freuen Sie sich, das Sie zur Kirche zurückgefunden haben. Wir sind zwar nur eine kleine Schar. Aber – es wird Ihnen bei uns gefallen. Es ist schon gut, irgendwohin zu gehören. Ich sehe das auch so. Sehen Sie, ich habe meine kleine Kraft seit vielen Jahrzehnten in den Dienst dieser alten Organisation Kirche gestellt. Und – habe es nie bereut. Leider – viele trauen sich nicht hierher, – oder finden nie den Eingang zu meinem Büro. Nordseite … Wie gesagt, Frau Pfarrerin aus der Gemeinde Sankt Sowieso wird Sie gern begrüßen. Hier gebe ich Ihnen Ihr Antragsformular auf Wiedereintritt in die Kirche mit meinem Eingangsstempel von heute zurück. Die Frau Pfarrerin sieht dadurch, dass wir beide alle Formalitäten geklärt haben und muss nicht extra mit Ihnen über die vergangenen Dinge ins Gespräch kommen, – es sei denn, Sie wollen es selber noch einmal thematisieren.
    M: Treten denn viele ein?
    KJ: Die Vielen und die Wenigen – das ist ein relativer Begriff. Wir freuen uns über jeden. Und über jede. Empfehlen Sie uns doch weiter.
    M: Mach ich. Alles Gute.
    KJ: Gern. Auf Wiedersehen.

    Der Mann geht, wir mit. Draußen zieht es. Wir wechseln schnell wieder auf die andere Seite der Straße. Das Café. Der Mann betritt das Café. Wir, unter der Tarnkappe, mit. Der Mann setzt sich an den Tisch der Kerstin Schulze-Müller und stellt sich vor:
    M: Maier, ist der Platz noch frei?
    F: Schulze-Müller. Ja. Bittesehr.
    M: Ach, – mir ist jetzt viel wohler.
    F: Wohler?
    M: Ja. Habe das mit der Kirche seit eben endlich vom Tisch.
    F: Was? Ich auch, – war gerade in dieser Stelle, wo man das erledigen kann.
    M: So ein Zufall. Ich auch. War ein sehr freundlicher Mann dort.
    F: Bei mir war´s ne Frau.
    M: Na, die wechseln sich auch ab. Ist ja sicher kein leichter Job.
    F: Klar, – die vielen gefrusteten Leute.
    M: Ja – erst ist der Frust. Aber dann gehts einem besser.
    F: Sie sagen es.
    M: Wenn ich könnte, dann würde ich Sie einladen. Aber ich bin Rentner und habe es nicht so dicke.
    F: Nicht so dicke?
    M: Im Portemonnaie.
    F: Ach so. Na – ich auch nicht. Aber ich habe heute bei denen drüben grade 60 Euro bekommen. Da lass ich einen springen. Einen Kaffee oder ein Eis? Ich habe mein Eis schon weg.
    M: Was haben Sie bekommen? Dort bei der Kirchenstelle? 60 Euro? Ich habe nichts bekommen.
    F: Dann schicken die Ihren Antrag gleich selber weiter. In diesem Falle bekommt man kein Geld. So haben sie es mir erklärt.
    M: Ne, – ich soll selber noch in das Amt gehen! Da sitzt wieder eine andere Frau. Ne, ne … Ich muss da selber hin. Und habe nix bekommen …
    F: Na so was, – mir haben Sie die 60 Euro gegeben und gesagt ich soll selber hingehen. Wenn nicht, bekäme ich auch das Geld nicht. Aber das krieg ich selber noch hin, habe ich der Frau gesagt.
    M: Ob ich noch mal hingehe und mir das Geld einfordere?
    F: Lieber nicht. Sonst machen die das rückgängig oder so (winkt ab).
    M: Aber man muss schon irgendwohin gehören, meinen Sie nicht?
    F: Sag ich doch. Deshalb bin ich heute hingegangen und habe klaren Tisch gemacht.
    M: Ich auch. Nur, dass ich keine Euro bekommen habe.
    F: Weinen Sie nicht. Ich gebe Ihnen ja einen aus. Herr Ober!
    Ober (O): Ja bitte. Was wünschen die Herrschaften?
    F: Einen Schwarzwälderkirscheisbecher für den Herrn hier, der seine Rechnung heute mit der Kirche beglichen hat.
    O: Nord- oder Süd?
    M: Einfach Schwarzwälder.
    F: Aber mit nem Schuss Kirsch!
    O: Sehr wohl …
    F: Heut ist ein guter Tag.
    M: Gott sei Dank
    F: So sagte man immer …
    M: Genau.

  2. Peter Uhrmacher sagt:

    Hmm, – sonderbar.
    In diesem kleinen Mysterienspiel kommt nun ebenfalls der Islam vor. Wann werden wir uns endlich von diesem Thema lösen? Der Islam wird hier in seiner ambivalenten Wirkung deutlich. Denn sowohl auf den Herrn Maier, der seinetwegen in die Kirche eintreten will, hat er Einfluss – als auch auf Frau Kerstin Schulze-Müller, die seinetwegen der Kirche den Rücken kehrt und austritt. Das ist sonderbar. Beide (Maier und Schulze-Müller) mögen diese Religion nicht, aber kommen zu unterschiedlichen Entscheidungen, die aber ihrerseits aus selbigem “Nicht-Mögens” resultieren. Wie paradox. Das Fremde scheint gar nicht seiner eigenen Art wegen abgelehnt zu werden, sondern wirkt als Katalysator, der es den Beteiligten erlaubt, e i g e n e n Ängsten zu frönen.

    Das hätte ich nicht gedacht …

  3. Alexios Garotman sagt:

    Ein Mysterienspiel – wie wahr. Wunderbar. Wo wird es einmal aufgeführt werden? Das Ganze spielt wahrscheinlich in Weimar, – in der Nähe von Herders Peter&Paul. Die nette Pfarrerin und die zwei Kirchenbeamten werfen ein freundliches Licht auf die dortige Gemeinde. Da sind im Weinberg des Herrn, entgegen manchem Unkenruf, wirklich kompetente Leute am Werk. Genial ist das kleine Café mit dem anonym bleibenden Ober, der sozusagen das „Sakrament des Eisbechers“ reicht. Allein schon die genderkundige Kirchenbeamtin, deren Namen wir nicht erfahren, da er durch das aus der Antike bekannte Motiv zustimmenden Donnerns übertönt und ins größere Ganze aufgenommen wird, spricht Bände. Der freundliche Kirchenjurist scheint Gott selbst zu sein, denn das Plexiglasschildchen, das im reflektierten Sonnenlicht schimmert, aber nicht erkennbar wird, erinnert an Moses feurigen Dornbusch. Wie auch der Name mit den theophoren Partikeln „Jaho …“ an die große Zauberformel des Tetragramms gemahnt.
    Die nach Deutschland, bzw. Europa zuwandernden Fremden bewirken bei den TRETENDEN einen labilen Zustand der Unsicherheit, es deuten sich letzte Entscheidungen an – die eschatologische Dimension ist unverkennbar. Herab gebrochen auf das Niveau von Frau Schulze-Müller und Herrn Maier wirkt das natürlich grotesk. Aber die beiden können einem ans Herz rühren. Da sitzen sie, alt geworden – und wollen Dinge wieder zurecht bringen. Die eine will endlich zu leben anfangen, weil sie schlechte Erfahrungen mit der Kirche gemacht zu haben glaubt, der andere will zur Kirche zurück. Er scheint zu bereuen, dass er in der grauen DDR-Zeit zu leicht das Zeugnis des HERRN verraten hat. Im Nordzimmer sitzt der liebe Gott und nimmt Gläubige wieder auf, die sich mit Atemnot zu ihm herauf quälen. “Brüder, überm Sternenzelt, irgendwo da oben muss es doch ein Geländer geben, an dem wir uns festhalten können.“ Ja, so ist es auch. Der HERR „Jaho“ gibt allerdings kein Geld, wie die zertifizierte Sozialpädagogin mit Verkündigungsbefähigung auf der Südseite des geheimnisvollen Gebäudes, das die Kirche der beiden Apostel selber zu sein scheint, tut. Dort, im Südzimmer wird ebenfalls zugehört, da ist frau mitfühlend sofort d´accord, und die kleine Peinlichkeit mit dem Hundekot stellt sehr treffend dar, wie realistisch doch unser menschliches Leben abzulaufen pflegt. Da will man grade den großen Befreiungsschlag landen und aus der Kirche austreten, aber man schleppt sogleich eine gehörige Portion Kot mit sich herum, wie der Teufel immer stinkt und Schwefel am Huf hat. Ein bisschen gehässig ist das schon, – oder nicht? Aber aus Scheiße (Pardon) soll ja Gold werden. Das ist das Opus alienum, um das es geht, das Geheimnis der Wandlung, die Alchemisten haben es zeitlebens versucht. Und ist es nicht auch oft genug gelungen, dass Gott auf krummsten Zeilen Parallelen auszog, die sich nicht einmal in der Ewigkeit treffen, so gerade waren die? Genau!
    Nun aber zum Wesentlichen. Die beiden TRETENDEN treffen in dem Café aufeinander und denken beide, der jeweils andere hätte den selben Tritt getan, wie man/frau selbst. Es ist großartig, wie sie von unterschiedlichen Dingen reden und dabei meinen, sie würden das Gleiche meinen. Meistens ist es ja umgedreht. Die Leute reden dasselbe, aber denken, sie würden Unterschiedliches sagen. Der entscheidende Punkt kommt, als die ausgetretene Frau vom Austrittsgeld dem Eingetretenen das Sakrament des kühlenden Eises spendiert. Wobei klar ist, dass Kerstin Schulze-Müller nun nicht mehr austreten kann, da sie das notwendige Geld für die Gebühr, die das Amtsgericht erheben wird, nicht mehr in Gänze zur Verfügung hat (hier leuchtet das Jesuanische Gleichnis vom verlorenen Groschen aus Lukas 15 auf), oder aber selber etwas dazulegen muss, um wirklich der Kirche, in deren Sinn sie eben handelt, auf immer die kalte Schulter zu zeigen. Der Ober scheint eine Art Engel zu sein. Er weiß, was geschieht. Er fragt nach Süd oder Nord? An dieser Stelle könnten Frau und Mann noch einmal merken, dass sie sich unterschiedlich entschieden haben. Der eine trat aus, die andere trat ein. Aber der Kirschgeist legt sich über diese Frage und hebt sie ins Spirituelle – in den spiritus fructus cerasi empor.

    Der Titel DIE TRETENDEN erinnert natürlich an Elfriede Jelineks DIE SCHUTZBEFOHLENEN bzw. DIE UNERWARTETEN. Und über die ist man gleich bei Euripides. Danke Herr Schollmeyer!

  4. G. Ritter sagt:

    Ach, – wie ist das schön und romantisch … Aus Heinz Maier und Kerstin Schulze-Müller, da kann ja noch alles draus werden. In einem kleinen Café in Hernals: Unbedingt anhören: https://youtu.be/UeNtnTWzZv0 Mit der unvergesslichen und hochzuvehrenden Greta Keller, die sicher aber katholisch gewesen ist – wegen Wien. Aber die Austritts- pardon! EINTRITTSGESCHICHTE könnte prinzipiell überall spielen. Die Katholiken treten ja ebenfalls aus der Kirche aus. Ob sie auch eintreten? Zum Austreten haben die ja wenigstens einen Grund!
    Aber was schön ist, der Herr Heinz Maier tritt in die Kirche ein – und sofort bekommt er ein Geld. Ist das nicht eigentlich eine Art Gottesbeweis, – der Beweis Gottes aus den Verkettungen der Zufälle?
    Ich würde sagen, diese Geschichte muss unbedingt weitergeschrieben werden. Etwa so: Die Beiden heiraten nach einer gewissen Zeit. Erst als es darum geht, ob es eine kirchliche Trauung werden soll, wird das leidige Thema „Wie hältst du´s mit der Religion?“ erneut virulent. Aber schließlich, die Glocken läuten und die Hochzeitsreise geht nach Wien, wo die beiden in Hernals, in jenem sagenhaften Café (vis a vi zu einem recht unscheinbar versteckten moslemischen Betraum) die wunderbare Menerva Hammad im Gespräch mit dem Gitarristen Susu Bilibi beobachten, wie die sich gerade zum Abschied umarmen, nachdem sie Eis gegessen hatten. Da lassen sie ihre Xenophobie fahren und engagieren sich nach ihrer Rückkehr ins Thüringische bei einem Integrationsprojekt für Menschen mit Migrationshintergrund. Singen lernen – oder was in der Art.
Es muss so geschrieben sein, dass die beiden bis zu ihrem seligen Heimgang nicht bemerken, dass Kerstin Maier (so heißt sie jetzt nämlich) nicht der Kirche zuzählt – wohingegen Heinz Maier ihr angehört. Trotz gemeinsamer Steuererklärung kriegt das Paar nicht mit, ob der/die jeweils andere in der Kirche drin ist oder ob nicht. Darauf kommt es ja auch nicht an – sondern es geht da draußen um viel Wichtigeres. Das wäre übrigens der Plot des Dramoletts DIE TRETENDEN.
    Ab und zu geht der Herr Dr. Jaho Magirius durch die Szene. Er trägt in der Hand eine Aktentasche, in der nichts drin zu sein scheint, nur einige Wiedereintrittsformulare. Die Endfünfziger Kirchenrätin taucht auch wieder auf. Sie ist auf einem Plakat zu sehen, das neben dem Wiener Betraum für Bauchtanzkurse wirbt. Es muss dabei deutlich werden, wie diese ganze verrückte Welt ein überschaubares liebliches Universum ist, in dem die Dinge durchaus zu regeln wären. Durch uns selbst, quasi deus non daretur!

  5. Gert Flessing sagt:

    “Kirchenkritiker”, welch ein Begriff. Müssten nicht jene Menschen, die Jesus in die Mitte ihres Lebens rücken, die ernsthaftesten Kirchenkritiker sein?
    Was uns als Kirchenkritiker ansonsten begegnet ist eine recht krude Mischung von merkwürdigen “Philosophen” ala Schmidt Salomon, mit einem überheblichen Grinsen im Gesicht und Politikern, die sich mit dem Ruf nach der Aufhebung von Staatsleistungen und Kirchensteuer, profilieren wollen.
    Das aber sind Menschen, die der Kirche nicht schaden können.
    Schaden kann sich die Kirche nur selbst. Sie tut es, wo sie sich so gibt, als wäre sie ein weltlicher Verein unter anderen und hätte nichts weiter zu bieten, als eine hübsch aufpolierte Ethik, die ich natürlich auch bei den Humanisten finde.
    Um das zu haben braucht der Mensch die Kirche nicht.
    Aber wollen denn alle Menschen solche fein polierten, astreinen, gendergerechten und allgemeinplätzigen Sprüche?
    Wie ist das, mit dem Trost, im Leben und im Sterben?
    Gert Flessing

  6. Leser sagt:

    Lieber Gert Flessing,
    woe Recht Du hast! Ja, jeder Mensch, der Jesus in die Mitte seines wirklich Lebens rücken will, bekommt immer größere Probleme mit der heutigen (evangelischen) “Kirche”. Sie und ihre “Bischöfe”, Botschafter/innnen, Beauftragte, Synoden,…äußern sich fast nur noch zu allen möglichen und unmöglichen Themen. Meistens den eindeutigen biblischen Aussagen entgegengesetzt!
    Für ihre eigentliche Aufgabe, Frohe Botschaft, Trost im Leben und Sterben, bleibt da kaum noch Raum!

  7. Leser sagt:

    Wie meinen?