Hamstern ist angesagt

28. August 2016 von redaktionguh  
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Eine Meldung verbreitete sich dieser Tage wie ein Lauffeuer: »Die Bevölkerung wird angehalten, einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen vorzuhalten«, heißt es im neuen Konzept der Bundesregierung für die zivile Verteidigung. Ein Aufruf zu Hamsterkäufen? Was wissen »die da oben«, was wir nicht wissen? Kritiker unterstellten bewusste Angstmache, und im Internet ließen die Spötter nicht lange auf sich warten: »Wie viele Hamster muss ich kaufen, und wie bereitet man sie zu?«, fragte ein Witzbold.

Doch Spaß beiseite: Was da gerade diskutiert wird, ist keineswegs neu. Nach dem Ende des Kalten Krieges ist die dringende Empfehlung im Zivilschutzgesetz lediglich in Vergessenheit geraten. Warum also dieser Wirbel um das Thema? Vielleicht, weil wir so daran gewöhnt sind, nahezu rund um die Uhr (und auch am Sonntag!) alles mehr oder weniger Lebensnotwendige erwerben zu können. Einen großen Stromausfall – verursacht beispielsweise durch extreme Wetterlagen – können und wollen wir uns gar nicht vorstellen: Kein Wasser kommt dann aus dem Hahn, Geräte, Internet und Handynetz funktionieren nicht, ebenso wenig Ampeln und Supermarktkassen; die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Es ist also nur ein Gebot der Vernunft, in gewissem Maße Vorsorge zu treffen. Diesem Zweck dient das Notfall-Konzept. Und das tat es auch bisher schon, nicht mehr und nicht weniger.

Lassen wir uns nicht verunsichern, folgen wir einfach unserem gesunden Menschenverstand. Und vielleicht kommt ja der eine oder andere auch auf die Idee, das in den letzten Jahren so oft an den Bäumen verrottende Obst mal wieder einzukochen – nicht nur der vermeintlich bevorstehenden schlechten Zeiten wegen …

Adrienne Uebbing

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