Lieber nicht ganz so quer

21. November 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kirche vor Ort

Viele Gotteshäuser, wenige Mitglieder in den Gemeinden: Da gilt es umzudenken. Oder auch einmal querzudenken. Dazu ermutigt ein Projekt der Internationalen Bauausstellung Thüringen.

Das Missverhältnis ist beachtlich: Während die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gut 20 Prozent aller Kirchengebäude der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in ihrem Bereich zählt, sind in ihren Gemeinden gerade einmal vier Prozent der deutschen Protestanten Mitglieder. Zu wenige Gläubige, um sich der beinahe ausnahmslos denkmalgeschützten rund 4 000 Kirchen anzunehmen, sie mit Gemeindeleben zu füllen und sie instand zu halten. »Was macht man – aufgeben, umnutzen?«, fragte Kira Soltani Schirazi daher bei einem Workshop in Meiningen.

Vielleicht einmal querdenken. Die junge Architektin aus Berlin gehört zu einem Projektteam, das genau das tut – umdenken, neu denken und auch einmal querdenken. »STADTLAND: Kirche – Querdenker für Thüringen 2017« heißt das Projekt, das 500 Jahre Reformation zum Anlass nimmt, um auf die Zukunft der Kirchen im Freistaat zu blicken. Als Projektträger kooperieren die EKM und die IBA, die Internationale Bauausstellung Thüringen. Den ganzen Sommer über wurden in den Thüringer Gemeinden Ideen gesammelt, so auch in Meiningen.
Wie sich die Nutzung einer Kirche wandeln lässt, dafür hatte Kira Soltani Schirazi einige Beispiele, vor allem aus dem Ausland, mitgebracht. Bilder von Kirchen, die nun Bibliotheken sind oder Schwimmbäder oder Skaterhallen. Bilder, die einige ihrer Zuhörer zum Staunen, andere eher zum Schmunzeln brachten, die aber auch manchen im Workshop in Sorge versetzten.

Kirchen sollen Kirchen bleiben – das gilt nicht nur für die Meininger Stadtkirche Unsere lieben Frauen, sondern auch für die drei weiteren Stadtteilkirchen. Was nicht ausschließt, sie für andere Nutzungen zu öffnen. Foto: Harald Krille

Kirchen sollen Kirchen bleiben – das gilt nicht nur für die Meininger Stadtkirche Unsere lieben Frauen, sondern auch für die drei weiteren Stadtteilkirchen. Was nicht ausschließt, sie für andere Nutzungen zu öffnen. Foto: Harald Krille

So quer wollte dann doch nicht jeder darüber nachdenken, was zum Beispiel aus den drei Meininger Stadtteilkirchen werden könnte, die es neben der Hauptkirche noch gibt. Während die Architektin ermunterte, ohne Blick auf die Finanzierung – einige besonders gut quergedachte Projekte fördert die IBA – kühn zu überlegen, blieben die in drei Gruppen aufgeteilten »Querdenker« aus der Meininger Kirchengemeinde zurückhaltend.

Die Kirchen sollen Kirchen bleiben, darin waren sich alle einig. Statt einer kompletten Umnutzung kann es somit nur um ein Sowohl-als-auch gehen: sowohl Gottesdienst als auch weitere Nutzungen. Kombinationen könnten also gesucht werden – ausgehend von den Stärken und Besonderheiten der einzelnen Häuser. Und da muss, wie sich in den regen Debatten herausstellte, gar nicht völlig von vorn mit dem Denken begonnen werden.

Tatsächlich wurde bereits oft quergedacht, je nach den Möglichkeiten der Gebäude. Die Heilig-Kreuz-Kirche als Kirchenneubau aus den 1970er-Jahren zum Beispiel, barrierefrei, modern anmutend, flexibel zu bestuhlen und mit Außengelände, hat bereits einigen Projekten, insbesondere mit Kindern und Schülern, Raum gegeben. Warum nicht dort auch einmal den Religionsunterricht abhalten – Schulen gibt es mehrere in fußläufiger Nähe. Im vergangenen Winter war sie probeweise Winterkirche, also zentraler Gottesdienstort in den kalten Monaten. Was Zuspruch fand.

Und in die Zukunft gedacht? Profile für die jeweiligen Kirchen finden, nicht alles überall anbieten, sich konzentrieren. Zugleich aber auch über die Grenze der Gemeinde hinausschauen, Partnerschaften suchen mit Vereinen etwa, gemeinsam etwas tun für den Stadtteil Meiningen Nord. Das ist nicht ganz so kühn wie eine Schwimmbadkirche, aber es will ja auch nicht jeder gleich baden gehen.

Susann Winkel

Leergut – leer und gut
Die IBA Thüringen konzentriert sich auf fünf Arbeitsschwerpunkte. Eine dieser fünf sogenannten Baustellen heißt »Leergut« und bezieht sich auf Leerstand und dessen Chancen. Hier ist das Projekt »Querdenker 2017« angesiedelt. Den ganzen Sommer über wurden dafür Ideen gesammelt – wie bei dem Workshop in Meiningen. Im Mai 2017 werden alle eingereichten Vorschläge in einer Ausstellung in der Kaufmannskirche Erfurt gezeigt. Drei bis fünf besonders spannende und originelle Vorschläge sollen bis zum IBA-Finale im Jahr 2023 als IBA-Projekte baulich umgesetzt werden.

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Reaktionen unserer Leser

32 Lesermeinungen zu “Lieber nicht ganz so quer”
  1. Gert Flessing sagt:

    Unsere Stadtkirche diente schon öfter als “Konzertsaal” auch für sehr weltliche Konzerte und, weil es der größte Bau der Stadt ist, für Bürgerversammlungen.
    Ein Konzert bringt der Kirchgemeinde wesentlich mehr einnahmen, als es die Gottesdienste eines viertel Jahres könnten.
    Gert Flessing

  2. Johannes Lehnert sagt:

    Liebe Leser!
    Unsere Kirche ist der größte umbaute Raum im Stadtviertel. Deshalb finden dort auch manchmal säkulare Veranstaltungen statt, so z.B. ein Informationsabend der Stadt Leipzig über den im Viertel geplanten Moscheebau einer muslimischen Gemeinde. Weil auf eine Besucherfrage nach dem Grund des Moscheebaus der Emir sinngemäß antwortete: “Der Islam ist die wahre Religion. Wir wollen sie nicht nur in Wohnungen oder Hinterhöfen ausüben dürfen!”, werden wir seitdem von Christen als Verräter beschimpft; wir hätten dem Muslim lautstark widersprechen müssen. Sehen Sie das auch so? fragt

    Johannes Lehnert

  3. Peter Uhrmacher sagt:

    Na klar hätten Sie da widersprechen müssen, Mann – wo leben Sie denn!

  4. Britta sagt:

    Bei uns wird die Kirche als größter umbauter Raum der Stadt auch zuweilen für Immatrikulations- oder Exmatrikulationsfeiern der Hochschule vermietet bzw. finden auch zuweilen nichtkirchliche Konzerte dort statt. Dennoch steht ganz oben, daß die Kirche eben ein Gotteshaus ist und sich gewisse Aussagen und Handlungen darin verbieten. Dies muß der Mieter dann auch akzeptieren. Als Haus des dreieinigen Gottes gibt es dort nur eine wahre Religion, dazu muß man stehen! (Psalm 26,8) Man erweist dem HERRN keine Ehre, indem man das Lob eines anderen Gottes bzw. Götzen im Haus des dreieinigen Gottes unwidersprochen zuläßt.

  5. Peter Uhrmacher sagt:

    Wenn es die wahre Religion w ä r e , könnte sie auch in Hinterhöfen abgehalten werden. Denn das Wahre ist gerade im Verborgenen stark.

  6. Johannes Lehnert sagt:

    Liebe Britta,

    nur um klarzustellen: Es wurde ein anderer Gott weder gelobt noch angerufen. Der Emir hat einen einfachen Satz gesagt und damit sich zu seiner Religion bekannt. Ist dadurch die Kirche schon entweiht?
    Wenn Immatrikulationsfeiern in “Unserer lieben Frau” stattfinden, achtet da eigentlich jemand darauf, ob allein Gott, dem Vater Jesu Christi, die Ehre gegeben wird oder vielleicht auch dem Gott Mammon, dem Gott Wachstum, dem Gott Geistesstärke…?
    Und müssen Veranstalter nichtkirchlicher Konzerte vielleicht ihre Texte einreichen, damit nichts gottkritisches gesungen wird?
    Ich denke, dass die Veranstalter die Verantwortung tragen und es vom Hausherrn unangebracht wäre, einem antwortgebenden Andersgläubigen zurechtzuweisen. So sehe ich das jedenfalls.

    Johannes Lehnert

    PS: Damit meine Formulierung “Gott Mamon” nicht komisch wirkt: Luther sagt: Worauf du nun dein Herz hängest und verlässest, das ist eigentlich dein Gott…

  7. Leser sagt:

    Sehe es ähnlich wie meine Vorredner!
    Zumal Sie hier wieder nur “sinngemäß” die Halbwahrheit verkürzt verbreiten!
    Der Berichterstatter des “Sonntags” hat es zumindest etwas anders berichtet:
    “»Der Islam ist die wahre Religion«, meint er in der Kirche. »Doch Allah ist der Gott der Christen und Muslime«” WEnn das so gesagt wurde, waren es zwei Falschaussagen in einem Satz!
    Britta hat vollkommen Recht:”Als Haus des dreieinigen Gottes gibt es dort nur eine wahre Religion, dazu muß man stehen! (Psalm 26,8) Man erweist dem HERRN keine Ehre, indem man das Lob eines anderen Gottes bzw. Götzen im Haus des dreieinigen Gottes unwidersprochen zuläßt.”
    Entweder hätte der “Hausherr” das im Vorfeld ganz klar und deutlich festlegen, ansonsten nicht “vermieten”, oder auf jeden Fall sofort einschreiten und klarstellen müssen, wenn soetwas passiert.
    Wenn wir unsere Gemeindehäuser vermieten , auch schon mal an Moslems für Verlobungsfeiern, wird vorher ganz genau abgesprochen, was dort passieren darf und daß sämtliche christlichen Symbole an ihrem Platz bleiben!
    Nein, bei uns werden keine Kreuze abgenommen!

  8. Gert Flessing sagt:

    Lieber Herr Lehnert, Ihr Lieben,
    eine Kirche ist, zunächst einmal, umbauter und (hoffentlich) durch ein Dach geschützter, großer Raum.
    “Haus Gottes” wird dieser Raum durch die feiernde Gemeinde. Wir, die Gemeinde, sind “Kirche aus (hoffentlich sehr) lebendigen Steinen, auf dem Grundstein auferbaut, den Gott in Christus gelegt hat.
    Das sind wir auch in Wohnzimmern und Hinterhöfen.
    Was nun diesen Emir anbelangt, so hat er einen Missgriff getan und, nun ja, eine gewisse Unhöflichkeit. Indem er von seiner Religion als der “wahren Religion” gesprochen hat, hat er gleichzeitig gesagt: “Ihr, die ihr uns hier empfangt und euch mit unserem Problem, in gutem Sinne, beschäftigt, habt keine wahre Religion.” Ein höflicher Mensch hätte davon gesprochen, das er ja zu einer großen Gemeinschaft gehört und diese Gemeinschaft nicht in Hinterhöfen zusammen kommen möchte.
    Nun nehme ich an, dass ihm dieser Satz, in der Diskussion (die gewiss nicht nur moderat war) spontan gesagt hat. Ich hätte ihn sicherlich nicht, vor versammelter Mannschaft, angekeilt. Aber hinterher hätte ich ihn gefragt, ob er sich der Tragweite des Satzes und des Eindruckes, den er damit erweckt, bewusst ist.
    Gert Flessing

  9. Peter Uhrmacher sagt:

    Hätte dieser gute Mann wenigstens gesagt, dass der Islam eine der ernst zu nehmenden Religionen sei, die versuchen in Richtung auf die sogenannte Wahrheit unterwegs zu sein, hätte er damit gezeigt, dass er einigermaßen auf der Höhe der üblichen Diskussion ist. Aber so – das ist sehr, sehr bedenklich. Wie kann man so verpeilt reden … vielleicht kann er kein Deutsch und hat da irgendwas zusammengeradebrecht.

  10. Britta sagt:

    Nein, lieber Herr Uhrmacher, Amir Abdullah Uwe Wagishauser ist ein Alt-68er und des Deutschen sehr wohl mächtig. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Glaubensbekenntnis zu einem anderen Gott in seinem Hause den Hausherrn und Gott des ersten Gebotes sehr erfreut…

  11. Johannes Lehnert sagt:

    Lieber Herr Flessing,

    ich kann Sie versichern, dass wir nachher und nicht nur an diesem Abend mit dem Emir und dem Imam intensiv über gegenseitige Wahrheitsansprüche diskutiert haben. Zwei unserer Regeln der Begegnung lauten (nach Dr. Eißler, EZW):
    “3. Ich gehe davon aus, dass der Andere (eine) authentische Glaubenserfahrung(en) gemacht hat.
    4. Ich rechne damit, dass der Glaube des Anderen einen Anspruch auf Wahrheit enthält, so wie mein Glaube einen Wahrheitsanspruch äußert.°

    Ihrer Schlussfolgerung, dass ein erhobener Wahrheitsanspruch automatisch die Unwahrheitsansage an den anderen enthält, kann ich so nicht folgen. Wahrheit ist in Bewegung, dialogbereite Ansage an den Andern, was m e i n e Wahrheit ist. Und im Dialog entsteht vielleicht sogar eine Wahrheit, die beiden gemeinsam ist. Und man könnte der vielleicht sogar folgen. Oder zwei Wahrheiten bleiben nebeneinander stehen. Dann muss sich entweder trennen oder den Wahrheitsanspruch des anderen tolerieren.
    Ich habe den Imam gefragt, ob ich in seiner Moschee sagen dürfte: “Das Christentum ist die wahre Religion”? Diese Frage hat er ohne Zögern bejaht. (Nun kann JGH gern behaupten, dass Muslime die Ungläubigen belügen müssten, die Antwort also nicht zähle – um dieses “Argument” schon einmal vorwegzunehmen…) Jedenfalls sah ich in der o.g. Situation keine Notwendigkeit, mich des Mikrofons zu bemächtigen, um den Emir in seine Schranken zu verweisen.

    Mit freundlichem Gruß
    Johannes Lehnert

    PS: Ich muss vielleicht noch hinzufügen, dass uns in Leipzig niemand auf die angebliche Entweihung der Kirche angesprochen hat. Und wenn Herr Naumann(?) das nicht im SONNTAG geschrieben und damit zwei Islamkritikern Pulver geliefert hätte, würde heute niemand mehr auch nur dran denken. d.o.

  12. Johannes Lehnert sagt:

    Liebe Britta,

    Deine Argumentation mit dem 1. Gebot trifft nicht:
    “Du, Israel, sollst keine anderen Götter haben neben mir, denn ICH habe Dich aus der Sklaverei Ägyptens befreit.”
    Und wenn wir als Christenheit die Gebote auch als für uns gültig anerkennen, heißt es immer noch:
    “Du, Christenvolk, sollst keine anderen Götter haben neben mir… ” Meinetwegen auch: “Du Christenmensch sollst keine andern Götter haben neben mir…”

    dann frage ich Dich: Haben wir? Es steht nicht: ” E s soll niemand andere Götter haben neben mir!” und schon gar nicht: “Du sollst niemand dulden, der andere Götter hat!”

    Johannes

  13. Johannes Lehnert sagt:

    Verehrter Herr Uhrmacher,

    es war keine theologische Diskussion, auch kein interreligiöser Dialog. Es war eine städtische Infoveranstaltung über einen geplanten Moscheebau. Inmitten der Diskussion, ob es die Moschee überhaupt brauche, ist der Satz gefallen. Im Nachhinein zu rechthabern, dass der Gefragte hätte sagen müssen: “, dass der Islam eine der ernst zu nehmenden Religionen sei, die versuchen in Richtung auf die sogenannte Wahrheit unterwegs zu sein, ” ist nun wahrlich zuviel verlangt. Es besteht natürlich weiterhin Ihr Recht, es “sehr, sehr bedenklich” zu finden, dass der Satz nicht wie von Ihnen gewünscht, gesagt wurde…

    Mit freundlichem Gruß
    Johannes Lehnert

    PS: Falls ich verpeilt habe, dass sich ein wenig Ironie in Ihrem Text verbirgt, bitte ich um Entschuldigung…

  14. Gert Flessing sagt:

    Lieber Herr Lehnert,
    meine Argumentation kam eben aus der Tatsache, dass es eine städtische Infoveranstaltung war.
    Bei solch einer Veranstaltung gelten andere Regeln, als bei einer Veranstaltung, bei der zwei unterschiedlich religiöse Gruppierungen miteinander reden.
    Bei einer öffentlichen Veranstaltung habe ich es mit einem Klientel zu tun, das z.T. überhaupt nicht religiös ist und dazu noch weitgehend uniformiert.
    Dem sollte man, so denke ich, und so ist es in meinen Hallen üblich, Rechnung tragen.
    Aus dem Grunde habe ich, als es bei uns die Veranstaltung zum Asylheim gab, in Vorgesprächen dafür gesorgt, dass die eigenen Provos ruhig blieben (linke, wie rechte) und dem Zugereisten gesagt, er möge die Klappe halten.
    Gert Flessing

  15. Gert Flessing sagt:

    Lieber Leser, alles gut und schön. Aber in unserem säkularen Staat hat jede Religion das Recht, sich ihr Tempelchen zu bauen. Was dieser Emir auch je war, andere haben auch ihr Päckchen zu tragen.
    Natürlich sollte er in einer öffentlichen Veranstaltung zum Moscheebau (der in unserem land legal ist) Rede und Antwort stehen. Wie geschickt er das macht, steht auf einem anderen Blatt. Wollte seine Gemeinschaft hier einen Bau errichten, würde es ähnliche Gespräche geben. Zu genau den Bedingungen, zu denen so etwas hier abzulaufen pflegt.
    Das hat, ob in der Kirche oder nicht, weniger etwas mit einem Bekenntnis zu tun, als mit Vernunft und Augenmaß.
    Gert Flessing

  16. Britta sagt:

    Lieber Johannes,
    ich weiß nicht, warum Du dieses Thema wieder auf den Tisch gebracht hast, meine Meinung dazu kennst Du. Daraus kann man eigentlich nur schließen, daß Du Dir deiner Sache eben doch nicht so sicher bist und gerne Bestärkung in Deiner Ansicht hättest.
    Auch Deine Deutung des 1. Gebotes hatten wir schon durch, ich finde sie einfach abenteuerlich. Die Israeliten mußten damals alle Kultstätten fremder Götter vernichten, um nicht abtrünnig zu werden. Salomo ist auch über die Duldung fremder Gottheiten in seiner näheren Umgebung gestürzt. Das deutet mir einen anderen Sinn des ersten Gebotes an, als Du ihn postulierst.
    Viele Grüße
    Britta

  17. Britta sagt:

    Johannes Lehnert sagt:
    21. November 2016 um 20:35
    Lieber Johannes:
    Das Thema Ahmadiyya-Amir in der Michaeliskirche mit dessen Glaubensbekenntnis ist gemeint, alles andere ist die Folge der Diskussion.
    Wenn ich die Stätte des Hauses des Herrn lieb habe und den Ort, da seine Ehre wohnt, dann verbitte ich mir “andere Wahrheiten” in der Stätte seines Hauses, am Ort, da SEINE Ehre wohnt.
    Freundliche Grüße
    Britta

  18. redaktionguh sagt:

    Sehr geehrte Diskussionsteilnehmer,
    das Motto dieses Forums lautet “Ihre Lesermeinung zu diesem Artikel” – wir bitten alle Teilnehmer aus gegebenem Anlass, dieser Vorgabe Rechnung zu tragen und sich nicht ständig bei ALLEN Beiträgen fast umgehend in Allgemeinplätzen zum Thema Pro oder Contra Islam zu verlieren.Dazu ist dieses Leserforum nicht der richtige Ort!
    Außerdem weisen wir nochmals – wie schon bei vielen Teilnehmer persönlich geschehen – auf die Einhaltung der Netiquette hin.
    Ihre Redaktion

  19. Gert Flessing sagt:

    Liebe Redaktion,
    in unserem Land stehen wir (leider), vor dem Problem, dass der Islam als ein “Stein des Anstoßes” empfunden wird.
    Besonders auf dem Hintergrund der Schwäche von Kirche und Christentum in unserem Land ist das etwas, was Menschen umtreibt.
    Wir schließen Kirchen. Wir “nutzen Kirchen um”. Wir verkaufen Kirchen oder lassen sie, weil wir schwach sind, verfallen.
    Muslime bauen Moscheen oder wollen Moscheen bauen.
    Da reiben sich Menschen (und eben nicht nur Christen) dran.
    Dabei wird auch unser Umgang mit dem Islam und das, was, positiv gewertet, interreligiöses Gespräch, negativ konnotiert, “Anbiederung” genannt wird, oft als Defensivhaltung verstanden.
    Eine echte Diskussion über das Thema, die (begründeten oder unbegründeten) Sorgen, gibt es auch in der Kirche kaum.
    Leider werden oft Menschen, die ihre Bedenken haben und darüber sprechen wollen, als rechts abgestempelt, als Rassisten oder als Islamhasser.
    Das damit vielleicht bei manchen aus Sorge Hass wird, wird auch nicht erkannt.
    Gert Flessing

  20. Leser sagt:

    Liebe Redaktion,
    das Problem, warum immer wieder dieses Thema auftaucht, hat Pfarrer Gert Flessing ja treffend beschrieben!
    Gut, daß Sie eingreifen, wenn es, mit welcher Absicht auch immer von Leuten, die es von ihrer Ausbildung und Stellung her besser wissen müßten, hier immer wieder einseitig dargestellt wird. Da0 dann Gegenreaktionen auftauchen, ist ja wohl normal. Man kann in einem kirchlichen Blatt eine solche einseitige gefährliche(naive?) Darstellung nicht einfach unkommentiert lassen!
    Deshalb nochmals herzlichen Dank, daß Sie das und unsere Reaktionen (weil es ja auch eigentlich nicht an diesen Platz gehört) gelöscht haben!
    Einer Ihrer Leser

  21. Johannes Lehnert sagt:

    @Leser:
    Man kann in einem kirchlichen Blatt eine solche einseitige gefährliche Darstellung nicht einfach lassen!Deshalb nochmals herzlichen Dank, daß Sie das gelöscht haben!

  22. Britta sagt:

    Ich frage mich immer: zu den Erbauungszeiten der Kirchen, wo jetzt über den großen Mitgliederschwund geklagt wird und Gebäude aufgegeben zu werden drohen, da die Nutzung nicht ausreichend ist oder die Erhaltung zu teuer, gab es in den Städten und Gemeinden viel weniger Einwohner und somit auch Gläubige. Die Leute waren wesentlich ärmer, die Technisierung kaum vorhanden, wie haben die das gemacht? Solch z.T. großartigen Gebäude zu erbauen und zu erhalten?
    In diesem Zusammenhang fand ich die Predigt, die der Landesbischof Dr. Rentzing im Mai in Glauchau dazu hielt, sehr realistisch mit einem gesunden christlichen Optimismus.
    @Johannes: es ist befremdlich, eine Diskussion zu eröffnen und dann als gefährlich einseitig zu brandmarken, wenn die Zustimmung zur eigenen These ausbleibt.

  23. Leser sagt:

    Danke; Herr Lehnert, daß Sie so selbstkritisch sind! Sie haben vollkommen Recht! Nein, in einer kirchlichen Zeitung, darf Ihre so falsche, gefährliche (naive) Darstellung des Islam nicht einfach (unkommentiert) stehen bleiben!
    Wenn Sie diese Thema hier einbringen (auch wenn es nicht am Platz ist!), müssen Sie es in Kauf nehmen, daß es dazu aufklärische und zurechtrückende Reaktionen gibt!

  24. Johannes Lehnert sagt:

    Leser sagt:
    24. November 2016 um 18:52

    Ich zitiere JGH:”Dito!”

  25. Gert Flessing sagt:

    Liebe Britta,
    als einst unsere Kirchen gebaut wurden, waren die Menschen, die um sie her wohnten, Christen.
    Sie bauten diese Gebäude sowohl als Orte ihrer Versammlung zum Gebet, als auch zur höheren Ehre Gottes.
    Dazu kam, dass oft auch ein wohlhabender und wohlmeinender Patron da war, der auch zu seiner eigenen Ehre baute.
    Manches ist damals gestiftet worden. In Rochsburg haben wir ein Kenotaph, das von den Erbauern des Fürstengrabes in Freiberg errichtet wurde und ein (frisch restauriertes) Kleinod ist. Die Kirche hat einen vorreformatorischen Kelch der es, in seiner künstlerischen Gestaltung mit manchen Kelchen großer Dome aufnehmen kann.
    Heute haben wir eine, weitgehend entkirchlichte Landschaft. Schuld daran sind die vielen Jahre des real existierenden Sozialismus ebenso, wie die Zerrissenheit der Kirche, die von den Menschen durchaus gemerkt wird.
    Die Menschen suchen nicht nach komplizierten Thesen, sondern nach einem Halt im Leben und im Sterben.
    Wenn wir, als Kirche nicht mehr bereit sind, den zu geben, weil wir ihn vielleicht selbst nicht mehr haben, müssen wir uns über Kirchen, die gerade noch so Weihnachten gefüllt sind, nicht wundern.
    Gert Flessing

  26. Leser sagt:

    Herr Lehnert,
    “Henne oder Ei?”

  27. Leser sagt:

    Lieber Gert,
    da ist viel Wahres dran!
    Gruß Joachim

  28. Johannes Lehnert sagt:

    Leser sagt:
    26. November 2016 um 01:09

    Natürlich das Ei-Gelb(e-Haußen.
    Das “dito” gehört nicht zu meinem Sprachschatz; das musste ich zitieren.

    Aber im Ernst und ohne jede Häme: Welche “so falsche, gefährliche (naive) Darstellung des Islam” habe ich denn ins Spiel gebracht, ich habe doch garnichts dargestellt? Es ging um das “Querdenken” zur Kirchennutzung. Ich habe von einer solchen “säkularen” Kirchennutzung durch die Stadt Leipzig berichtet und gefragt; ob wir dem dort gefallenen Satz “Der Islam ist die wahre Religion” hätten lautstark widersprechen müssen, um nicht den christlichen Glauben zu verraten. Was ist an dieser Frage gefährlich?
    Johannes Lehnert

  29. Leser sagt:

    Ach Herr Lehnert, Sie wissen genau, was ich meine!
    Genaueres: siehe oben!

  30. Johannes Lehnert sagt:

    Ach Herr Gelbe-Haußen,
    Genaueres haben Sie oben auch nicht geschrieben; deswegen frage ich ja. Und ich ahne, das Sie mir mit wagen Andeutungen etwas unterschieben wollen. Deshalb bitte “Butter bei die Fische”. Sonst wäre das nämlich “Afterreden oder bösen Leumund machen” (Luther).

  31. Leser sagt:

    Ach Herr Lehnert, lesen Sie sich einfach mal durch, was Sie, ich und andere geschrieben haben!

  32. Johannes Lehnert sagt:

    Ich verabschiede mich zum G+H-Adventsfasten. Vielleicht zu Weihnachten wieder.
    Johannes Lehnert