Wo ist Gott?

25. Dezember 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kommentar

Weihnachtsfrieden in Zeiten des Terrors

Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Vorbei die Besinnlichkeit bei Lebkuchen und Kerzenschein, der unbekümmerte Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, die heitere Gelassenheit am Glühweinstand. Alles zerstört, aus den Träumen der Weihnachtsromantik gerissen. Menschen schreien vor Schmerzen, Blut klebt an zerstörten Buden. Blaulicht und Martinshorn statt Weihnachtsstern und »Stille Nacht«. Das »O du fröhliche« bleibt im Halse stecken und »Friede auf Erden« klingt wie Hohn, angesichts des Schreckens vor der Berliner Gedächtniskirche.

Diese Kirche ist selbst ein Mahnmal, ein Ort der Erinnerung an menschliche Grausamkeit, Krieg, Zerstörung und Leid. Die Inschrift der großen Glocke lautet: »Eure Städte sind mit Feuer verbrannt.« (Jesaja 1,7) »Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine Gerechtigkeit wird kein Ende haben.« (Jesaja 51,6). Wo sind da, bitteschön, Gerechtigkeit und ewiges Heil?

Mitten hinein wird Jesus geboren, in eine Welt voll Hass und Unfrieden. Das war vor 2 000 Jahren nicht anders als heute. »Euch ist heute der Heiland geboren« – was bedeutet das für eine Gesellschaft, die mehrheitlich nichts mehr mit dem Anlass des Weihnachtsfestes anfangen kann? Wer oder was kann trösten, Ängste nehmen, Hoffnung geben? Das hilflose Kind in der Krippe? Der gekreuzigte Christus?

Mir hilft, dass Gott uns zusagt, nahe zu sein: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet, heißt es in der Jahreslosung 2016. Er steht uns bei, leidet mit uns, teilt unsere Ängste, und er will uns Hoffnung geben. Das Jesus-Baby ist ein Bild dafür. Er legt die Zukunft in unsere Hände. Wir sollen dieses zarte Pflänzchen der Liebe Gottes unter uns aufnehmen.

Gewalt eben nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe beantworten. Nur so kann Frieden werden. Gibt es eine Alternative? Alleine schaffen wir das nicht, aber: Der Herr ist nahe! Dieses Versprechen gilt, und die Gewissheit wünsche ich uns allen zum Fest und im neuen Jahr.

Willi Wild

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Reaktionen unserer Leser

25 Lesermeinungen zu “Wo ist Gott?”
  1. Gert Flessing sagt:

    Lieber Herr Wild,
    wo ist Gott nicht? Dort, in Berlin ist er im Schrei des “Warum!?” und durch jene, die helfen, trösten und bergen mitten im Chaos.
    “Friede auf Erden” ist eine Hoffnung, die von Engeln vor langer Zeit verkündet, immer noch ihre Leuchtkraft hat. Vorhanden ist dieser Friede jedoch nicht, heute so wenig, wie damals, als das Kind in der Krippe lag.
    Manchmal, wenn ich mir Welt und Zeit anschaue, habe ich beinahe das Gefühl, das damals, als Jesus geboren wurde, die “Welt” friedlicher war. Hatte Augustus nicht den Janustempel schließen lassen?
    Aber was ist Friede?
    Menschen suchen ihn und ich denke auch jene, die in unsere Gottesdienste am Heiligen Abend in die Kirchen kommen und von denen viele im Grunde fremd sind, ist die Sehnsucht nach Frieden da.
    Trösten? Ängste nehmen? Es ist, so denke ich, unsere Aufgabe als getroste Nachfolger dieses Jesus, in dem Gott als Mensch zu uns kam und dessen Weg nicht am Kreuz endete, zu Tröstern zu werden und Mut zu machen.
    Wir können das, indem wir immer wieder diesen Jesus in die Mitte rücken.
    Ich denke gerade an den LKW, der in Jerusalem Terror brachte.
    “In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost…”
    Gert Flessing

  2. Zweitleser sagt:

    Lieber Herr Flessing, zu der Frage, ob die Zeit des “Friedenskaisers” Augustus fruedlicher war als unsere, lesen wir bei Pinkas Lapide:

    “Um uns Heutigen eine Ahnung von den rabiaten Steuereintreibungsmethoden jener fernen Zeiten zu vermitteln…hören wir die Beschreibung des Römers Lactanius über die Art und Weise des Census, von dem Lukas folgendes zu sagen hat: ‘Es begab sich aber…`Lukas 2, 1ff
    Lactanius …über das Verhalten seiner Landsleute: ‘Die römischen Steuerbeamten erschienen allerorts und brachten alles in Aufruhr…In den Städten wurden die Städter und Dörfler zusammengetrieben; alle Marktplätze waren verstopft von herdenweise aufmarschierenden Familien;…überall hörte man die Schreie derer, die mit Folter und Stockschlägen verhört wurden. Man spielte Söhne gegen Väter aus; die Frauen gegen ihre Ehemänner. …Wenn alles durchprobiert war, folterte man die Steuerpflichtigen, bis sie gegen sich selber aussagten, und wenn der Schmerz gesiegt hatte, schrieb man den steuerpflichtigen Besitz auf, der gar nicht existierte. Es gab keine Rücksichtnahme auf Alter und Gesundheitszustand.’ (De mortibus persecutorum 23).- So also müssen wir uns jene “stille Nacht, heilige Nacht” vorstellen, in welcher Jesus als Sohn der Maria das Licht der Welt erblickte. Eine düstere Welt voll Panik, Terror und Angst war es, wie sie Lactanius … schildert.”

  3. Gert Flessing sagt:

    Lieber Zweitleser, Lactantius lebte ungefähr 200 Jahre nach den Ereignissen und nach Augustus. Er lebte zur zeit des Diokletian und seiner Christenverfolgung. Ob er so genau wusste, wie sich zweihundert Jahre zuvor etwas abgespielt hat?
    Gert Flessing

  4. Zweitleser sagt:

    Fragen Sie Pinkas Lapide. Ihn zitierte ich…

  5. Britta sagt:

    Immerhin hatte Augustus ein geordnetes römisches Reich hinterlassen, seine Nachfolge rechtzeitig geregelt mit seinem Adoptivsohn Tiberius (der auf dem Zinsgroschen, der ein Silberdenar des Tiberius war). Nicht umsonst nannten sich auch seine zeitlich ferneren Nachfolger “Augustus” (auch Diokletian). Die Währung war stabil und zuverlässig, das Land sicher…

  6. Leser sagt:

    … schön war die Zeit!

  7. Zweitleser sagt:

    …und auf die Falle mit dem Zinsgroschen antwortete Jesus: “Dann gebt dem Kaiser zurück, was dem Kaiser gehört. WIR ABER gehören allein Gott!” Ja, so verhielt sich Jesus gegenüber dem Drecksding, an dem jüdisches Blut klebte, das er nicht in der Tasche hatte, aber die Frommen, die IHN aufs Glatteis führen wollten…

  8. Gert Flessing sagt:

    Ach, lieber Zweitleser, ob Jesus wirklich keinen Denar bei sich hatte?
    An dem Ding klebte “jüdisches Blut”? Ist das was Besonderes? Anderes Blut, als griechisches z.B.?
    Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie der jüdische Kampf gegen Rom hochstilisiert wird.
    Übrigens sagte Jesus nicht “Wir aber gehören Gott.” sondern “gebt Gott, was Gottes ist.” Ich lese daraus, das er durchaus wusste, das die Steuer zum Leben dazu gehört (was ja auch Paulus aufgegriffen hat), aber Geld eben nicht alles ist. Das Herz des Menschen gehört Gott.
    Hat Jesus nicht über Jerusalem geweint und gemeint, das die Stadt (und damit das Volk) nicht begriffen hat, was zu ihrem Frieden dient?
    Wenn ich Flavius Josephus lese, so war all das, was da angezettelt wurde und mit viel Gewalt und Blut umgesetzt worden ist, nichts, aber auch gar nichts, was irgend wie heroisch zu nennen wäre. Es war dumm und sinnlos.
    Jüdisches Blut? Wurde nicht das meiste jüdische Blut, von Juden, bei den Parteikämpfen in Jerusalem selbst vergossen?
    Gert Flessing

  9. Zweitleser sagt:

    Ach lieber Herr Flessing,
    Sie verwenden die eine deutende Übersetzung. Ich habe eine andere verwendet, nämlich die des gläubigen Juden Pinkas Lapide, der das NT aus jüdischer Sicht sieht. Wer hat nun recht?
    Was für eine Frage: Ist jüdisches Blut was Besonderes? Sie unterstellen mir ja beinahe Rassismus. Nein, ich wollte nur sagen: Blut seines Volkes. Hätte es GOtt gefallen,Jesus in Ephesus zur Welt kommen zu lassen, hätte ich geschrieben: griechisches Blut. Meinen Sie nicht, das dies Wortklauberei ist?
    Viel wichtiger: Jesus sagt: Zeigt mir die Münze der Kopfsteuer. Und die (Schein-)Heiligen hatten sie. “Wesen Bild zeigt sie?” “Des Kaisers” , das ist zweimalige Übertretung des Dekalogs: Du sollst keine anderen Götter haben – der Kaiser will als Gott verehrt werden. Und: Du sollst dir kein Bildnis machen. – Ich bin überzeugt, dass Jesus mit diesem Inbegriff der Gebotsübertretung und dem Symbol römisch-blutiger Herrschaft nichts zu tun hatte. Deshalb ist für mich das Verständnis: “Wir aber gehören zu GOtt” beinahe zwangsläufig: Es ist ein Ausdruck dessen, dass Jesus den Herrschaftsanspruch des heidnischen Kaisers ablehnt, und nicht nur die Einsicht weitergibt, dass Steuer dazugehört, aber Geld nicht alles ist. Der Jude versteht sich als ganze Person als Eigentum Gottes, nicht nur sein Herz.

    Ihr Zweitleser

  10. Gert Flessing sagt:

    Lieber Zweitleser,
    ich habe tatsächlich mal im Griechischen nachgeschaut. Ich denke es spricht mehr für meine Deutung.
    Natürlich war die gängige Münze ein Affront. Bilderverbot etc.
    Ich bin aber nicht davon überzeugt, das Jesus diese Frage nicht realistischer gesehen hat, als jene, die versucht haben, ihn aufs Glatteis zu führen.
    Natürlich ist der Mensch, auch, wenn er Christ ist, als Person, Gott zu eigen. Er ist in Christus.
    Dennoch ist er, gleichzeitig, Teil dieser Welt, mit ihrem Bedingungen.
    Ich fürchte, alle hatten damals das Geld Roms. Nur im Tempel, bei den Wechslern, wurde es in “Tempelgeld” umgetauscht.
    Nun mögen Sie zu jenen gehören, die es toll finden, in Jesus einen frühen Che zu sehen. Ich halte ihn für den Sohn Gottes und für den Fleisch gewordenen Logos. Es ist nicht Gottes Sache, unvernünftig zu sein.
    Gert Flessing

  11. Zweitleser sagt:

    Da lesen Sie nun wieder etwas hinein: Ich will in Jesus weder einen Spartacus, noch einen Che sehen. Aber das zu seinen Jüngern auch Simon, der Zelot, gehörte und Petrus nach Zelotenart ein Schwert unter seinem Kittel trug, lese ich in der Bibel.
    Übrigens: Wenn ich im guter Nachbarschaft zu den Theologen der Reformstion der Meinung bin, dass die Bibel sich selbst auslegt (sola scriptura), dann stellt sich mir die Frage, warum die Christenheit just den “Zinsgroschen”te für wichtig gehalten, weitererzählt und dann aufgeschrieben hat. Sicher nicht wegen der Binsenwahrheit, dass Geld nicht alles ist. Es muss etwas Bemerkenswertes gewesen sein, womöglich eine Spur über die Nähe Jesu zu den Zeloten. Denn dass sich Jesus mit dem Status quo nicht nur zufrieden gegeben hat, sondern auch noch zum Abfinden mit der “Realität” ermutigt haben soll, passt nicht zum Sohn Davids und auch nicht zur Kritik des Lukas über die gesellschaftlichen Verhältnisse. Jesus sagt: “Ich aber…!” Was ich lese, ist Jesu Geschick, eine Satz so zu formulieren, dass ihn die Römer nur als Einordnung ins Herrschaftssystem verstehen konnten. Seine Jünger aber und die ihm nachfolgenden Juden verstanden, wovon er wirklich sprach. Das ist das Geheimnis des Textes, wenn man ihn unvoreingenommen zu lesen versucht. – Wenn Jesus das gemeint hätte, was Sie schreiben, hätte er ja sagen können: “Es ist zwar nicht der Thora entsprechend, aber die Verhältnisse sind nun mal so. Auch der Kaiser braucht Steuern. Also stellt euch nicht so an.” – In der Geschichte steht, dass die Frommen den Steuerdenare erst bringen mussten; weil er keinen hatte, oder war es ein rhetorischer Trick?
    Also ich sehe in dem Text eine Spur dessen, dass Jesus die Verheißung seiner Bibel von Frieden und Gerechtigkeit auch gesellschaftlich meinte, also die Unterdrückung der Römer gar nicht bestätigen konnte.

    Ihr Zweitleser

  12. Britta sagt:

    (Diese Diskussion, ob Jesus einen Geldbeutel hatte, war schon Gegenstand von mittelalterlichen Disputen, z.B. auch in Ecos “Der Name der Rose” thematisiert.) Er rief nicht auf: zahlt den Besatzern keine Steuern, dann fehlt denen das Geld für die Besetzung, oder: unterwerft euch völlig, sondern er setzt ein Zeichen zur Trennung von Staat und Kirche. Ein Zeichen, dessen Gedenken und heutzutage auch nicht schlecht täte…

  13. Gert Flessing sagt:

    Hm, der letzte Satz verrät alles.
    War es so? War der römische Staat ein Staat der Unterdrückung? Oder war er auch ein Staat der Innovation, der Sicherheit in Handel und Wandel, ein Staat der religiösen Toleranz, ein Staat, in dem Kunst und Kultur blühten?
    Ich halte das, was Jesus sagt durchaus für einen Kunstgriff. Er machte denen, die ihn angesprochen hatten deutlich, wo sie selbst standen.
    Er konnte natürlich nicht sagen, was Sie meinen, das er hätte sagen können. Jesus stand in dieser Situation zwischen den Fronten. Hätte er gesagt, der Kaiser braucht Steuern, hätte er sich gegen das gestellt, was die Menschen damals (wie auch heute) so denken. Dann hätten seine Gegner gewonnen, denn sie hätten mit dem Finger auf den “Römerfreund” zeigen können.
    Hätte er aber gesagt, nein, Steuern zahlen ist gottlos, hätte man ihn sofort des Aufruhrs gegen Rom bezichtigen können.
    Das ein ehemaliger Zelot zu den Jüngern gehörte, macht doch vor allem deutlich, das da jemand von seinem verkehrten Weg der Gewalt abgekommen, zum Frieden in Gott, zurück gekommen war. Und das Schwert des Petrus wird diesem ja sehr drastisch verboten. “Wer zum Schwert greift…”
    Gute Nacht und bleiben Sie behütet.
    Gert Flessing

  14. Zweitleser sagt:

    Interessant (oder wie der Leser schreiben würde: Ineressant):
    Wenn hier jemand die ehemalige DDR einen Unrechtsstaat nennt, bekommt er von bestimmten kirchlichen Kreisen Beifall. Wenn jemand den antiken römischen Staat einen Unterdrückerstaat nennt, springen den Römern dieselben Kreise verteidigend zur Seite und loben ihren Friedenskaiser und ihre Sicherheit, ihre religiöse Toleranz, ihre Kultur und Kunst… Verkehrte Welt oder was? War Pax romana wirklich: Wo Frieden und Gerechtigkeit sich küssen?

  15. Gert Flessing sagt:

    Einen schönen guten Morgen.
    Pax romana hatte wenig mit Gerechtigkeit zu tun. Es war ein Friede, der auf Verträgen ruhte und durch die Legionen gesichert wurde.
    So sehr unterschied sich das nicht von dem, was es in der Welt heute noch gibt.
    Küssen sich heute Friede und Gerechtigkeit?
    Die meisten Menschen sind schon zufrieden, wenn sie Ruhe und Sicherheit haben.
    So wird es wohl damals auch gewesen sein.
    Ich, lieber Zweitleser, gehöre nicht zu den Menschen, die die DDR einen Unrechtsstaat nennen. Es war ein Staat, in dem es Unrecht gab und in dem es oft auch ungerecht zuging.
    Noch eins fällt mir ein. Rom kannte keine Vorurteile gegenüber der Herkunft eines Menschen. Sicher, es gab Privilegien, aber Horaz, dessen Werk ich schätze, konnte drauf hinweisen, das sein Vater noch ein libertinus, ein Freigelassener sei. Dennoch gehörte er zu den Dichtern, die nicht nur bei Augustus wohl gelitten waren, sondern bis heute gelesen werden.
    Es muss also eine recht offene Atmosphäre geherrscht haben in jenem Zeitalter, das ja seinen Namen durch diesen Augustus bekommen hat.
    Gert Flessing

  16. Zweitleser sagt:

    Lieber Herr Flessing,
    mir ging es lediglich darum, ob es zur Geburt Jesu wirklich friedlicher war als heute. Ich habe es nach meinen Kenntnissen verneint. Sie sehen es nicht so. Lassen Sie uns einfach gegenseitig akzeptieren und damit den Diskurs beenden.
    MfG Zweitleser

  17. Gert Flessing sagt:

    Lieber Zweitleser,
    ich folge Ihrem Wunsch, wenngleich mir unsere Diskussion angenehmer war, als manches, was hier so abläuft.
    Ich habe mich ehrlich gefreut, Ihre Meinung zu lesen und finde den Hinweis auf das, was Lapide dazu meint, gut.
    Selbstverständlich akzeptiere ich Ihre Meinung. Es ging mir auch keineswegs darum, Sie von etwas zu überzeugen, was Sie nicht möchten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr
    Gert Flessing

  18. Britta sagt:

    lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.

  19. Zweitleser sagt:

    Dass Hobbes die Bedeutung des Satzes beschränkt auf das Verhältnis der Staaten zueinander und ihre kriegerischen Auseinandersetzungen, wird oft übersehen.

  20. Britta sagt:

    1. Der Satz ist mitnichten von Hobbes
    2. Über die Verhältnisse von Staaten zueinander bzw. Regierungs- und Machtfragen sollte man lieber Machiavelli befragen…

  21. Gert Flessing sagt:

    Nun, liebe Britta, in der Komödie des Plautus geht es darum, das Menschen nun mal nicht besonders liebevoll miteinander umgehen, es sei denn, sie kennen sich.
    Nun bin ich davon überzeugt, das auch Bekanntschaft nicht unbedingt zu freundlichem Umgang führen muss.
    Hobbes nutzt den Satz. Während er (ich denke fälschlich) der Meinung ist, das Menschen im Miteinander eher göttliche Qualität erreichen (können) meint er, das Staaten wölfisch sind und sich gegenseitig beißen und reißen.
    Da bleibe ich doch recht gern bei Plautus. Ist Leben nicht oft genug Komödie?
    Gert Flessing

  22. Zweitleser sagt:

    Ich dachte, ich habe Mitleser, die lesen können. Hat hier jemand behauptet, der Satz stamme von Hobbes?
    “Die lateinische Sentenz homo homini lupus stammt aus der Komödie Asinaria (Eseleien) des römischen Komödiendichters Titus Maccius Plautus. Im Originaltext von Plautus steht lupus jedoch vorn: lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.
    Bekannt wurde der Ausspruch durch den englischen Staatstheoretiker und Philosophen Thomas Hobbes. – Dass Hobbes die Bedeutung des Satzes beschränkt auf das Verhältnis der Staaten zueinander und ihre kriegerischen Auseinandersetzungen, wird oft übersehen.“ (wikipedia)

  23. Britta sagt:

    Nein, es wurde nicht übersehen. Jedoch ist unklar, wieso ausgerechnet Hobbes die Deutungshoheit für diesen antiken Satz hätte…

  24. Zweitleser sagt:

    Bekannt wurde der Ausspruch durch den englischen Staatstheoretiker und Philosophen Thomas Hobbes.

  25. Gert Flessing sagt:

    Ehrlich gesagt kannte ich den Satz schon lange. Ich hätte ihn jedoch nie mit Thomas Hobbes in Verbindung gebracht, weil der alte Knabe irgendwie an mir vorbei gegangen ist. :-)
    Gert Flessing

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