Ansprechpartnerin für die Jugend

30. Januar 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kirche vor Ort

Bildungsangebote für Kopf und Hand liegen Anne-Sophie Dessouroux vom Europäischen Jugendbildungszentrum des Klosters Volkenroda am Herzen. Die gebürtige Belgierin hat selbst eine spannende Sinnsuche hinter sich. Im folgenden Interview mit Katharina Freudenberg beschreibt sie ihren Weg nach Volkenroda.

Volkenroda ist weit entfernt von Belgien. Wie haben Sie den Weg ins Kloster Volkenroda gefunden?
Dessouroux:
Vor fünf Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich Belgien verlassen würde, um mitten in Deutschland zu leben. Aber jetzt merke ich im Rückblick, dass Gott meinen Weg Schritt für Schritt hierhergebracht hat. In Belgien habe ich Sprachen an der Uni studiert, Niederländisch und Englisch. 2008/2009 habe ich ein Auslandssemester in Berlin gemacht, und da hat mich die Liebe zur deutschen Kultur und Sprache erfasst. Ich habe dann in verschiedenen Bereichen gearbeitet. 2013 habe ich eine Ausbildung am Johanneum begonnen, einer Evangelistenschule in Wuppertal.

Vielfältig sind die Aufgaben von Jugendreferentin Anne-Sophie Dessouroux. Dabei ist ihr wichtig, sich immer wieder Zeit für den Einzelnen zu nehmen. Fotos (2): Frank Freudenberg

Vielfältig sind die Aufgaben von Jugendreferentin Anne-Sophie Dessouroux. Dabei ist ihr wichtig, sich immer wieder Zeit für den Einzelnen zu nehmen. Fotos (2): Frank Freudenberg

Was hat Sie dazu bewogen, eine theologische Ausbildung zu machen?
Dessouroux:
Geprägt hat mich mein katholisches Elternhaus. Allerdings habe ich den Glauben eher als Tradition kennengelernt. In der Kirche gab es wenige junge Menschen. Dann fuhr ich nach Taizé und Lourdes. Und da habe ich gemerkt, dass es auch junge Menschen gibt, die glauben.

Später habe ich an einem Missions­einsatz in England teilgenommen. Dabei haben wir Freundschaften mit ausländischen Studenten geknüpft. Als ich einmal zwei Chinesinnen erklären sollte, was das Kreuz bedeutet, da habe ich für mich selbst erkannt, dass Jesus auch für mich gestorben ist. Das war ein besonderer Moment. Dann lud mich eine Freundin ins Johanneum ein. Am Ende dieser drei Jahre habe ich einen Ort gesucht, an dem ich meine pädagogischen und theologischen Fähigkeiten einsetzen kann. Auf der Internetseite der Evangelischen Kirche in Deutschland fand ich das Stellenangebot der Jugendreferentin im Kloster Volkenroda.

Wie gestaltet sich Ihre Stelle als Jugendreferentin? Welche Schwerpunkte setzen Sie?
Dessouroux:
Im Zentrum steht die Organisation der Veranstaltungen des Jugendbildungszentrums. Ich bin der Ansprechpartner für die Jugendgruppen, plane und bewerbe das Programm und begleite die Gruppen vor Ort. Dazu kommt die Budgetplanung, das Stellen von Fördermittelanträgen und die Begleitung der Freiwilligen, die ein Jahr im Kloster mitarbeiten.

Welche Erfahrungen haben Sie in den ersten fünf Monaten gemacht?
Dessouroux:
Es gibt einen großen Reichtum an Gesprächsmöglichkeiten mit Menschen, die bei uns zu Gast sind oder die hier arbeiten – bei Mahlzeiten oder beim Kirchenkaffee. Ich habe das Gefühl, viele Menschen suchen jemanden, der sich Zeit für sie nimmt.

Was ist Ihnen neben der Arbeit wichtig?
Dessouroux:
Für mich ist die Musik zentral. Richtig gelernt habe ich Geige. Klavier, Gitarre und Kajon habe ich mir selbst beigebracht. Im Moment lerne ich Bratsche, weil das im Orchester gebraucht wird. Musik kann ich aber auch in meiner Arbeit gut gebrauchen. Ich denke an eine Abendandacht mit einer Schulklasse. Nach einem kurzen inhaltlichen Impuls lud ich die Klasse ein, noch der Klaviermusik zu lauschen, solange sie Lust haben. Sie blieben lange sitzen. Die Lehrer konnten es kaum glauben.

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