Macht es wie die Schafe – Vertrauen braucht kein Verständnis

29. April 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10, Verse 11.27.28

Es ist schon mal gut zu wissen, dass Jesus kein Präsident ist, kein Bundeskanzler oder Minister für Soziales. Aber es wird nicht verständlicher, wenn er sich als Hirte vorstellt. Es ist schon mal gut zu wissen, dass diejenigen, die zu ihm gehören, nicht wegen ihrer besonderen Gelehrsamkeit bekannt sind. Aber es macht es nicht einfacher, wenn er die Seinen als Schafe vorstellt. Denn nun bleibt, was er sagt, unverstanden, eine gebrabbelte Melodie. Und die, die die Stimme hören, bleiben im Unwissen darüber, was er sagt. Das Eigentümliche des Verhältnisses zwischen Hirten und Schafen ist, dass er spricht und sie nur hören. Die Worte entfalten für die Schafe keinen Sinn. »Sag es doch, wenn du der Messias bist.« »Ich bin der Hirte«, sagt Jesus, »ihr seid die Schafe.« Er kennt sie, sie aber kennen ihn nicht. Sie hören ein Rauschen von Stimme. Der Hirte ruft die Schafe mit Namen. Sie hören, aber verstehen nicht und folgen doch. Vertrauen braucht kein Verständnis.

Dipl.-Theol. Samuel Hüfken, Halle

Dipl.-Theol. Samuel Hüfken, Halle

Es ist nicht viel. Es ist keine Wortgewalt, keine Predigt, keine gelehrte Tiefsinnigkeit, keine theologische Extravaganz. Ich weiß nicht, was es ist, was die Schafe in der Stimme wiedererkennen. Vielleicht die Erinnerung an eine Melodie. Vielleicht bloß ein Rauschen, ein Säuseln, ein Klang, ein Pfeifen. Die Schafe erinnern sich jedenfalls und gewinnen die Ewigkeit. Die Schafe verstehen die Stimme des Hirten nicht. Was er ruft, bleibt unverstanden. Die Schafe folgen aber, wenn seine Stimme erklingt. Vertrauen braucht kein Verstehen. Die Schafe haben Erinnerung genug, einer Stimme zu folgen. Was Jesus dem Einzelnen zuruft, bleibt ein Geheimnis. Es verstehen zu wollen, bleibt aussichtslos. Dass er uns ruft, bedeutet alles. Es bedeutet ewiges Leben. Wer will da nicht gemacht sein zu Schafen seiner Herde und unverständig aus der Wolle schauen. Der Hirte ist ihr Herr, wovor sollten sie sich fürchten und wozu sollten sie die Stimme verstehen? Sein Stab führt sie zum frischen Wasser und zu saftigen Auen. Mehr braucht es nicht.

Dipl.-Theol. Samuel Hüfken, Halle

Bookmark and Share
Möchten Sie ein Exemplar der gedruckten Zeitung in den Händen halten? Gern senden wir Ihnen ein kostenloses Probeheft. Einfach und unverbindlich hier bestellen. (Link)

Reaktionen unserer Leser

1 Lesermeinung zu “Macht es wie die Schafe – Vertrauen braucht kein Verständnis”
  1. Gert Flessing sagt:

    Ein bisschen dürftig, junger Freund.
    Die Menschen damals wusste vermutlich mit dem Wort “Hirte” mehr anzufangen, als viele Leute unserer Tage.
    Ein Pharao trug Hirtenstab und Geißel.
    Außerdem sollte niemand denken, Schafe verstünden nichts. Sie verstehen nur anders.
    Nun weiß ich nicht, ob es Ihr Ziel ist, “Pastor” zu werden, als dipl. theol.
    Als Pastor sind Sie Hirte für eine Gemeinde. Da wächst Vertrauen nur, wenn Sie denen, die da kommen, um Ihre Stimme zu hören, die Stimme des “guten Hirten” übersetzen und damit verständlich machen.
    Vertrauen braucht auch Verstehen. Wenn Ihre “Schafe” nur Gemurmel oder Gesäusel hören, werden sie wohl recht bald bockig werden.
    Auch wir, als Hirten hören ja nicht nur das, was Jesus sagt. Wir wollen es auch verstehen, um es weiter geben zu können. Mehr noch, wir müssen uns um Verständnis mühen, damit die gesamte Herde in rechter Weise folgen kann.
    ansonsten ist das, was wir gelernt haben, vergeblich gewesen.
    Gert Flessing